Umstellung auf Jahresprämie spart 600 Millionen

Monatliche Zahlweise kommt Kfz-Versicherte teuer zu stehen

Die Mehrheit der Autofahrer in Deutschland (53 Prozent) überweist die Beiträge an die Kfz-Versicherung in monatlichen oder in halb- bis vierteljährlichen Raten – und das, obwohl sie mit einer jährlichen Zahlung deutlich günstiger fahren würden. Laut Berechnungen des Verbraucherportals Finanztip liegt das Sparpotenzial bei insgesamt 600 Millionen Euro. Was das pro Police ausmacht, erfahren Sie hier.
© dpa/picture alliance
Autofahrer stehen auf der A7 in Hamburg im Stau: Für Kfz-Versicherte wird es am teuersten, wenn sie die Versicherungsprämie monatlich überweisen.

430 Euro im Jahr berappen deutsche Autofahrer im Durchschnitt für ihre Kfz-Versicherung. Mehr als jeder Zweite überweist den Beitrag in mehreren Raten übers Jahr. Warum das unklug ist, verdeutlicht das Verbraucherportal Finanztip anhand aktueller Berechnungen. „Versicherer verlangen für die Ratenzahlung einen deutlichen Aufschlag“, sagt Silke Kursawe von Finanztip.

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Dabei gilt: Am teuersten wird es für diejenigen, die monatlich überweisen. Fast 9 Prozent, umgerechnet 36 Euro, lassen sich die Versicherer den vermeintlich höheren bürokratischen Aufwand vergüten. Wer seine Beiträge halbjährlich überweist, zahlt im Schnitt knapp 4 Prozent, umgerechnet 15 Euro, mehr. 7 Prozent beziehungsweise 30 Euro stellen die Anbieter für eine quartalsweise Zahlung in Rechnung. Wobei „Rechnung“ das falsche Wort ist – denn die bekommen die Versicherten gar nicht zu sehen.  

Um herauszufinden, wie groß der Aufschlag für eine Ratenzahlung ausfällt, hat Finanztip nach eigenen Angaben im vergangenen Juli auf dem Vergleichsportal Nafi-Auto Preise abgefragt für zehn unterschiedliche Fahrer-Profile mit den gängigsten Pkw. Dabei haben die Tester die Zahlweise variiert, während alle anderen Merkmale des Fahrers unverändert blieben. Parallel wurde das Marktforschungsunternehmen Innofact damit beauftragt, zu erfragen, wer seine Kfz-Versicherung derzeit monatlich, quartalsweise, halbjährlich oder jährlich bezahlt.

Ausgerechnet Jüngere und Geringverdiener zahlen häufig drauf

Und das kam dabei raus: Überdurchschnittlich oft sind es jüngere Autofahrer und Haushalte mit geringem Einkommen, die auf eine Ratenzahlung ausweichen. „Dabei könnten gerade die jeden einzelnen Euro gebrauchen“, kommentiert Finanztip. „Viele Versicherte wollen ihre Haushaltskasse nicht mit einer hohen Einmalzahlung belasten“, begründen die Analysten dieses Verhalten.

Wer sich aber dazu durchringen kann, auf eine Ratenzahlung zu verzichten, kann durch eine Umstellung auf eine jährliche Zahlweise im Schnitt 27 Euro sparen. Hinzu komme, dass einige Versicherungen bieten überhaupt keine Ratenzahlung anböten. „Wer nur nach Angeboten sucht, die man in Raten bezahlen kann, hat viel weniger Tarife zur Auswahl“, sagt Finanztip-Expertin Kursawe – und das mindere die Chance auf einen guten Preis.

Autor

Lorenz

Klein

Lorenz Klein gehörte dem Pfefferminzia-Team seit 2016 an, seit 2019 war er stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Im Oktober 2023 hat Klein das Unternehmen verlassen, um sich neuen Aufgaben in der Versicherungsbranche zu widmen.

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