Deutsche Autofahrer erwärmen sich wieder deutlich stärker fürs Elektro-Auto. Im dritten Quartal 2025 wechselten so viele Menschen vom Verbrennungsmotor auf E-Antrieb wie seit zwei Jahren nicht mehr. Das meldete der größte deutsche Autoversicherer, die Huk-Coburg, im Rahmen seines Huk-E-Barometers. Die Daten dafür zieht er aus dem eigenen Versicherungsbestand und aus fortlaufenden, bundesweiten Umfragen. Die Umstiegshäufigkeit hat sich damit seit dem Tiefpunkt Anfang 2024, also nach Wegfall der staatlichen E-Kaufprämie, mehr als verdoppelt.
So weit, schon mal so schön. Und jetzt kommt der Knaller: Die Politik hat es sich anders überlegt! Nun soll der Kauf von E-Autos doch wieder gefördert werden. Die Details: Für neu zugelassene Autos ab dem 1. Januar 2026 bekommen Privatleute je nach Fahrzeug, Einkommen und Familiengröße Geld vom Staat. Zwischen 1.500 und 6.000 Euro Fördermittel sollen fließen (Beispiele und mehr weiter unten im Artikel).
Auf diese Eckpunkte habe man sich in der Bundesregierung verständigt, meldete das Bundesumweltministerium Mitte Januar. Förderfähig sollen sowohl Kauf als auch Leasing von Neuwagen sein. „Nachdem die Bundesregierung bereits viel getan hat, um E-Autos als Firmenwagen attraktiv zu machen, unterstützt dieses Förderprogramm gezielt Privatleute“, so Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) beim Vorstellen der Pläne. Im Budget sind 3 Milliarden Euro an Förderung. „Die Mittel reichen für geschätzt 800.000 Fahrzeuge in den nächsten drei bis vier Jahren“, so Schneider. Förder-Anträge können auch rückwirkend gestellt werden, das Online-Portal dazu wird voraussichtlich im Mai 2026 freigeschaltet.
Das sei ein „starker Anschub“ für die Elektromobilität in Deutschland, meint Schneider. Und es ist natürlich auch ein Geschenk an die heimische Automobilindustrie, die stark unter der Konkurrenz aus China leidet.
Der ACV Automobil-Club Verkehr begrüßt den Ansatz. „Die Erfahrungen aus der ersten Förderphase zeigen klar: Staatliche Kaufanreize können den Hochlauf der Elektromobilität wirksam beschleunigen“, sagt ACV-Geschäftsführer Holger Küster. Ein „Aber“ schiebt Küster aber gleich hinterher. Denn die geplante Förderung orientiere sich zu wenig an den Lebensrealitäten jener Menschen, die sie erreichen soll. Gerade in Haushalten mit mittleren und niedrigeren Einkommen sei der Kauf von Gebrauchtwagen weit verbreitet. „Wenn die Förderung tatsächlich vor allem sozial wirksam sein soll, muss sie schnellstmöglich auch auf gebrauchte Elektroautos ausgeweitet werden“, fordert der ACV-Chef. Sicherlich kein allzu doofer Gedanke.
Würden Autofahrer bei einem Wechsel auf ein Elektro-Auto eigentlich bei ihrer derzeitigen Automarke und KFZ-Versicherung bleiben? Das wollte im August 2025 die ADAC Versicherung von Verbrauchern wissen. Ergebnis: 31 Prozent derjenigen, die aktuell kein E-Auto fahren, würden ihrer Automarke auch mit einem E-Auto treu bleiben. Größer ist die Treue der Verbraucher bei der KFZ-Versicherung. Immerhin 58 Prozent der Befragten ohne E-Auto würden auch mit einem Stromer bei ihrem bisherigen Versicherer bleiben.
Nicht verzichten möchte die große Mehrheit in jedem Fall auf Schutz für die Antriebsbatterie. Für 72 Prozent aller Befragten wäre das wichtig. Schließlich gilt der Akku als das Herzstück und teuerste Bauteil eines Elektro-Autos. Ein Austausch kann bis zu 20.000 Euro oder sogar mehr kosten. Die ADAC Autoversicherung empfiehlt daher Käufern von E-Autos, darauf zu achten, dass der Versicherungsschutz eine Allgefahrendeckung für den Akku enthält.
Wofür gibt es Geld?
Privathaushalte kaufen oder leasen ab 1. Januar 2026 ein Elektro-Auto, ein bestimmtes Plug-in-Hybrid oder ein E-Auto mit Reichweitenverlängerer.
Haltedauer: Mindestens 3 Jahre
Wie viel Geld gibt es?
Budget insgesamt: 3 Milliarden Euro, soll für 800.000 Fahrzeuge reichen
Pro Fahrzeug: Fördermittel in Höhe von 1.500 bis 6.000 Euro (Beispiele unten), unabhängig vom Listenpreis
Basisförderung: 3.000 Euro für E-Autos, 1.500 Euro für Plug-In-Hybride/Range Extender (weniger als 60 Gramm CO2-Ausstoß pro km oder elektrische Reichweite mind. 80 km).
Wie funktioniert die soziale Staffelung?
Förderung gibt es nur für Haushalte bis zu 80.000 Euro zu versteuerndem Jahreseinkommen. Sie erhöht sich um 5.000 Euro je minderjährigem Kind auf bis zu 90.000 Euro.
Haushalte mit max. 60.000 Euro: Aufschlag von 1.000 Euro auf Basisförderung
Haushalte mit max. 45.000 Euro: Aufschlag von 2.000 Euro
Pro Kind: 500 Euro, insgesamt max. 1.000 Euro.
Förderbeispiele E-Auto
Haushalt mit 2 Kindern. 45.000 Euro Jahreseinkommen: 6.000 Euro
Haushalt mit einem Kind, 80.001 Euro Jahreseinkommen: 3.500 Euro
Haushalt ohne Kind, 90.000 Jahreseinkommen: keine Förderung
Wo kann man beantragen?
Das Online-Portal wird voraussichtlich im Mai 2026 freigeschaltet
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