Branche meldet Milliarden-Schaden

Diesel-Skandal kostet Rechtsschutzversicherung Rekordsummen

Wer hätte das gedacht, als im Herbst 2015 im Rahmen des sogenannten Dieselgate ein groß angelegter Abgasbetrug aufflog? Seitdem kostet der Skandal die verantwortlichen Autohersteller viel Geld – aber auch die Rechtsschutzversicherung meldet Rekordschäden.
Auspuff eines VW
© picture alliance/dpa | Ole Spata
Kommt nicht immer nur Gutes bei raus: Auspuff eines VW

Der Skandal um manipulierte Diesel-Abgaswerte schlägt nicht nur bei Autoherstellern kräftig ins Kontor. Auch die Rechtsschutzversicherung blickt angesichts Kosten von inzwischen 1,4 Milliarden Euro auf den teuersten Schaden in ihrer bisherigen Geschichte. Das berichtet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Ein paar weitere Zahlen unterstreichen das. So nahmen seit Beginn des Skandals 2015 über 400.000 Kunden ihre Rechtsschutzversicherung in Anspruch (Stand: Ende Mai 2022). „Der Gesamtstreitwert aller über die Rechtsschutzversicherer abgewickelten Diesel-Rechtsschutzfälle ist damit auf mittlerweile 10,5 Milliarden Euro gestiegen“, sagt GDV-Chef Jörg Asmussen. Der durchschnittliche Streitwert je Fall liege somit bei nicht ganz 26.000 Euro.

Streitwerte im Dieselskandal
Streitwerte im Dieselskandal im Laufe der Zeit

Angesichts der Unsummen verlangen Versicherer, dass Anwälte bei Massenverfahren ihre Gebühren senken. Gerade in der Diesel-Affäre hätten spezialisierte Anwaltskanzleien mitunter tausende Mandanten für jeweils ähnliche Sachverhalte gewonnen. Weshalb Asmussen fordert: „Die Effizienzgewinne von solchen Massenbearbeitungen müssen an die Mandanten weitergegeben werden – und somit zu einer Minderung der Anwaltsgebühren, sowohl außergerichtlich als auch im gerichtlichen Verfahren, führen.“

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Autor

Andreas

Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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