- Von Redaktion
- 28.11.2025 um 15:37
Der Winter steht vor der Tür. Worauf sollten E-Auto-Fahrer achten?
Kemperdiek: Niedrige Temperaturen können die Reichweite von Elektroautos deutlich reduzieren. Sinkt das Thermometer, benötigt die Batterie mehr Energie, um sich selbst und das Fahrzeug zu erwärmen. Heizungen, Sitzwärmer und Gebläse belasten den Akku zusätzlich. Daher kann die Reichweite im Winter je nach Modell um bis zu einem Drittel schrumpfen. Um dennoch stressfrei ans Ziel zu kommen, empfehle ich, das Fahrzeug bereits während des Ladevorgangs vorzuheizen, da dabei Strom aus dem Netz und nicht aus der Batterie genutzt wird. Außerdem sollten Fahrer rechtzeitig nachladen und vorausschauend fahren, um Energie zu sparen.
Auch beim Reifenwechsel gibt es ja eine Besonderheit bei E-Autos. Welche ist das?
Kemperdiek: Wer ein Hybrid- oder Elektroauto fährt, sollte auf keinen Fall die Reifen selbst wechseln, denn hier ist lebensgefährliche Hochspannung im Spiel! Der Reifenwechsel am E-Auto sollte nur von einer Werkstatt durchgeführt werden, die eine sogenannte Hochvolt-Qualifizierung vorweisen kann. Dazu gehört nicht nur elektrotechnisch unterwiesenes Personal, sondern eine spezielle Ausstattung. Da nicht alle Werkstätten den Hochvoltschein haben, muss man unter Umständen auf seine Lieblingswerkstatt verzichten.
Sind E-Autos eigentlich gefährlicher als Verbrenner und geht von ihnen eine erhöhte Brandgefahr aus?
Kemperdiek: Tritt bei Elektroautos – beispielsweise in Folge eines Auffahrunfalls – ein Defekt auf, wird der Stromfluss der Batterie sofort automatisch unterbunden. Daher geht von zertifizierten Elektrofahrzeugen keine größere Brandgefahr als von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor aus. Auch zertifizierte und fachmännisch installierte Ladeeinrichtungen können selbst in Tiefgaragen bedenkenlos betrieben werden. So kann übrigens auch die Nutzung einer Tiefgarage durch Elektroautos von einer Eigentümerversammlung nicht generell untersagt werden, zeigt ein Urteil des Amtsgerichts Wiesbaden, Aktenzeichen 92 C 2541/21.
Aber auch wenn die Brandgefahr von E-Autos nicht komplexer oder gefährlicher ist als der Brand herkömmlich betriebener Kraftfahrzeuge, ist es doch etwas schwieriger, ein brennendes Elektrofahrzeug zu löschen. Grundsätzlich können zwar auch E-Fahrzeuge von den Einsatzkräften der Feuerwehr gelöscht werden, aber es wird mehr Wasser über einen längeren Zeitraum benötigt, bis das betroffene Elektro- oder Hybridfahrzeug keine Gefahr mehr darstellt. Der Grund ist die Möglichkeit einer sogenannten Rückzündung, bei der sich die Lithium-Ionen-Batterie über Tage oder sogar Wochen erneut entzünden kann. Daher sollte es in Abschleppunternehmen immer auch eine Fachkraft im Bereich der Hochvoltsysteme geben.
Was passiert eigentlich, wenn man mit einem E-Auto liegen bleibt? Kann man den „normalen“ Pannendienst rufen?
Kemperdiek: Zunächst einmal sollte ein kleiner Notfallkoffer auch beim Stromer immer an Bord sein. Dieser könnte neben den üblichen Utensilien wie Warndreieck und Erste-Hilfe-Kasten auch ein mobiles Ladegerät, Verlängerungskabel und gegebenenfalls Adapter für unterschiedliche Steckertypen enthalten. Und wenn man einen Pannendienst rufen muss, sollte man darauf achten, dass dieser speziell für Elektrofahrzeuge geschultes Personal hat. Aber auch viele E-Auto-Hersteller bieten spezielle Pannendienste für ihre E-Fahrzeuge an, die ihre liegen gebliebenen Kunden kostenlos zur nächsten Ladestation bringen oder die Batterie mit mobilen Ladegeräten vor Ort wieder flott machen.

















































































































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