Die Sommerferien stehen vor der Tür und versetzen wieder mehr als die Hälfte der Deutschen in Reisefieber. Alleine im Jahr 2015 machten mehr als 77 Prozent der Bundesbürger länger als fünf Tage Sommerurlaub – Tendenz steigend.
Viele der Reisenden verlassen sich dabei auf die inkludierte Reiseversicherung ihrer Kreditkarte. Egal ob Reisekranken-, Reiserücktritts-, Reiseabbruch- oder Reisegepäckversicherung – die Gold- und Platin-Varianten von American Express, Barclaycard, Mastercard, Visa und Co. schließen mittlerweile serienmäßig eine Palette an Reiseversicherungen in das Leistungspaket ihrer Plastikkarte mit ein.
Kann man sich auf diesen Schutz verlassen?
Die aktuelle Kreditkarten-Studie des Frankfurter Insurtechs Covomo deckt die oft versteckten Konditionen der Geldinstitute auf. Die Frankfurter Reiseversicherungs-Experten verglichen die Leistungen der in Kreditkarten enthaltenen Reiseversicherungen mit einem separaten Abschluss eines Tarifs. Insbesondere beim Reiserücktritts- und Abbruchschutz sind die enthaltenen Leistungen der Plastikkarten oft mangelhaft.
Durchweg Selbstbeteiligung
Wer sich auf die Reiserücktritts- und Abbruchversicherung seiner Premium-Kreditkarte verlässt, wird beim vorzeitigen Abbruch oder Rücktritt seiner Auslandsreise bei allen zwölf getesteten Karten trotzdem zur Kasse gebeten. 10 bis 20 Prozent des Reisewerts müssen vom Kreditkarteninhaber selbst getragen werden – mindestens jedoch 100 Euro pro Fall. Für eine Familienreise nach Amerika bei einem Reisewert von 4.000 Euro sind das im Extremfall 800 Euro. Das macht den Versicherungsschutz quasi unwirksam und sorgt im Ernstfall für eine finanzielle Belastung.
Um das Risiko für sich weiter zu beschränken, setzen die Geldinstitute zudem eine Höchstdeckungssumme fest, die die Leistung im Versicherungsfall weiter begrenzt. In der Regel liegt dabei die maximale Deckungshöhe bei den in Kreditkarten enthaltenen Reiserücktritts- und Abbruchversicherungen bei 5.000 Euro.
Nutzungsbindung kann für böse Überraschung sorgen
Auch hier ist Vorsicht geboten: Bei 7 der 12 getesteten Premium-Kreditkarten ist die Begleichung der Reisekosen mit der Plastikkarte Voraussetzung, damit der Schutz auch wirklich gilt. Dabei wird von den Geldinstituten eine Kostenübernahme zwischen 50 Prozent etwa bei der Advanzia Mastercard Gold und 100 Prozent bei der American Express Gold – vorausgesetzt.
Das kann im Nachhinein für böse Überraschungen sorgen, wenn man sich blind auf den Schutz seiner Karte verlässt. Die Kreditkartenanbieter verweisen im Versicherungsfall ins Kleingedruckte. Denn nur hier ist dieses kleine, aber wichtige Detail zu finden – auf der Homepage der Geldinstitute, wo die Karten beworben werden, wird die Nutzungsbindung nämlich durchweg verschwiegen.
Reisekrankenschutz mit Abstrichen
Auch beim Reisekrankenschutz müssen Kunden Abstriche machen. Zwar kann etwa die Wüstenrot Pfandbriefbank mit ihrer Visa Premium Version überzeugen, weil sie einen soliden Reisekrankenschutz bietet. Dieser ist aber nur für Alleinreisende gedacht. So ist der Krankenrücktransport etwa nur für eine Person mit eingeschlossen.
Separater Abschluss bietet rundum Schutz
Wer komplett abgesichert und sorglos in den Sommerurlaub starten möchte, der sollte lieber eine separate Reiseversicherung abschließen. Diese ist dann auf die individuelle Reise angepasst und übernimmt im Ernstfall jegliche Kosten ohne Selbstbehalt und Höchstdeckungssumme.
Wichtig ist es, darauf zu achten, Tarife vor der Buchung sowohl preislich als auch im Hinblick auf die enthaltenen Konditionen miteinander zu vergleichen und keine Reiseversicherung unmittelbar bei der Online-Buchung auf Reiseportalen abzuschließen. Hier wird meist nur ein Tarif prominent angeboten, der in 99 Prozent der Fälle weniger Leistung für mehr Geld bietet.
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