Zielgruppe Landwirte

R+V: Tierseuchen könnten Millionenschäden verursachen

Derzeit suchen mehrere Tierkrankheiten die Tierbestände der Landwirte heim. Aus diesem Grund erwartet die R+V, die auch landwirtschaftlicher Tierversicherer ist, hohe Schäden in Millionenhöhe.
In der Nähe eines betroffenen Betriebs im Kreis Groß-Gerau ist ein Hinweisschild zur Afrikanischen Schweinepest aufgestellt: Für die Landwirte in der Region hat so ein Fall erhebliche finanzielle Auswirkungen.
© picture alliance/dpa | Andreas Arnold
In der Nähe eines betroffenen Betriebs im Kreis Groß-Gerau ist ein Hinweisschild zur Afrikanischen Schweinepest aufgestellt: Für die Landwirte in der Region hat so ein Fall erhebliche finanzielle Auswirkungen.

Blauzungenkrankheit, Afrikanische Schweinepest und Vogelgrippe machen in Deutschland derzeit die Runde. Das hat auf Tierbestände und Betrieb von Landwirten erhebliche Auswirkungen. Die R+V, die laut eigenen Angaben Deutschlands größter landwirtschaftlicher Tierversicherer ist, rechnet daher mit Schäden in Millionenhöhe.

„Die Blauzungenkrankheit breitet sich derzeit explosionsartig in Deutschland aus“, sagt Carsten Reimer, Agrarexperte bei der R+V Versicherung. „Bei uns gehen täglich neue Schadenmeldungen ein.“ Die Tierseuche trifft Wiederkäuer wie Rinder, Schafe und Ziegen. Übertragen wird die Krankheit von kleinen Stechmücken, die sich wegen des feuchten, warmen Sommers stark vermehren konnten.

„Wir rechnen mit einem ähnlich schlimmen Ausmaß wie bei dem Seuchenzug von 2007/2008“, so Reimer. Damals wurden in Deutschland rund 26.000 infizierte Wiederkäuer registriert, die Dunkelziffer dürfte weit höher gelegen haben. Die R+V verzeichnete bei ihren Kunden in der Ertragsschadenversicherung einen Gesamtschaden von rund 14 Millionen Euro. Von einem ähnlichen Wert geht die R+V auch dieses Mal aus.

Afrikanische Schweinepest auf dem Vormarsch

Gleichzeitig breitet sich in Deutschland die Afrikanische Schweinepest (ASP) weiter aus, vor allem in Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. „In Hessen gibt es vergleichsweise wenige auf Schweine spezialisierte Landwirte. Infiziert sich eines der Tiere, muss aber gleich der ganze Bestand des Hofes getötet werden“, erklärt Reimer. In diesem Fall gibt es staatliche Ausgleichzahlungen.

Aber auch die übrigen Schweinehalter im Sperrbezirk träfe das. Denn bei ihnen gehe der Erlös für Schlachttiere gegen Null. Die Landwirte müssten außerdem die zusätzlichen Kosten für Blutproben und Transport selbst tragen. Eine Ertragsschadenversicherung könne bei diesen Kosten finanziell unterstützen.

Ein ASP-Ausbruch wirke sich aber auch auf den Ackerbau aus, berichtet Reimer. Denn in den Sperrzonen gälten strenge staatliche Auflagen. „Säen, düngen, ernten – all das wird dort eingeschränkt oder sogar verboten“, so der R+V-Agrarexperte. Der Grund: Die Erreger der Tierseuche überdauern lange in der Umwelt, die Weiterverbreitung in andere Regionen soll verhindert werden. Deshalb dürften Wildschweine nicht aufgescheucht werden – etwa durch landwirtschaftliche Maschinen.

Es gebe zwar staatliche Entschädigungen, oft dauerte es aber lange, bis die Gelder flössen. Landwirte können sich hier mit einer Ernteversicherung wappnen. Für die Wertminderung der Ernte „springen wir ein und erstatten bis zu 10 Prozent des Marktpreises“, so Reimer.

Vogelgrippe sorgt für hohe Schäden

Ein kurzes Aufatmen gebe es derzeit bei der Vogelgrippe, sagt der Agrarexperte. Aktuell würden kaum Schäden bei Geflügelhaltern registriert. Aber: „Seit Oktober 2020 wurden uns fast durchgängig Fälle von Geflügelpest gemeldet. Insgesamt verzeichnen wir für diesen Zeitraum Schäden in Höhe von 36 Millionen Euro bei unseren Versicherten“, erläutert Reimer.

Für die Vogelgrippe-Saison 2023/2024 verzeichnete die R+V einen Gesamtschaden von über 6 Millionen Euro bei ihren Kunden in der Ertragsschadenversicherung. Im Herbst erwartet der Versicherer ein erneutes Aufflammen der Krankheit.

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Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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