Umfrage von Finanzchef24 und andsafe

Was den Mittelstand sorgt und wie er sich schützt

Das Rückgrat der deutschen Wirtschaft und seine Sorgen – eine Umfrage von Finanzchef24 und andsafe zeigt, was den Mittelstand derzeit besonders beschäftigt. Und sie gibt Tipps, wo Versicherer helfen können.
Bäcker mit Krustenbrot
© Philippe Ramakers / Pixabay
Bäcker mit Krustenbrot: Fürs Handwerk ist der aktuelle Fachkräftemangel ein hartes Brot

Krieg in Europa, Inflation, Engpässe und ewig diese Corona-Pandemie – der Mittelstand in Deutschland wird derzeit kräftig durchgeschüttelt. Was beschäftigt ihn? Welche Sorgen drücken am stärksten? Und wie schützt er sich heute und vor allem morgen davor?

Das wollten das Insurtech Finanzchef24 und der digitale Versicherer andsafe herausfinden. Deshalb befragten sie 800 Unternehmer mit kleinen und mittelgroßen Firmen für ihren neuen „Gewerbeversicherungsreport“. Immerhin: Nach ihrem Konjunkturoptimismus befragt, liegt der Mittelwert im Mittelstand auf einer Skala von 1 bis 10 bei 6,9 – das ist nicht übel.

Die Corona-Pandemie drückt am meisten

Andererseits bestimmen zahlreiche externe Faktoren die Perspektive der Firmenlenker. Was also gibt konkret den Ausschlag, wohin sich in den kommenden zwölf Monaten das Geschäft bewegt? Die Antwort ist eindeutig: Die Corona-Pandemie, zwei von drei Befragten nennen sie als externen Hauptakteur. Hier ist die gesamte Liste der Faktoren mit Umfrageergebnis in Klammern:

  1. Corona-Pandemie (64 Prozent)
  2. Inflation (29 Prozent)
  3. Fachkräftemangel (27 Prozent)
  4. Aufschwung (27 Prozent)
  5. Klimawandel (26 Prozent)
  6. Nachwirkung der Bundestagswahl (26 Prozent)
  7. Abschwung (19 Prozent)

Kleiner Tipp der Studienautoren in Richtung der Versicherer: Solche Einflussfaktoren sollten sie wahrnehmen, verarbeiten und in die Prämien einfließen lassen. Und zwar ohne dabei den Versicherungsschutz zu verändern.

Wobei sich die Gewichte je nach Branche verschieben. Die Gastronomie ächzt hauptsächlich unter der Pandemie. Handwerk und Bau suchen dringend Leute, und Dienstleister kämpfen mit der Inflation. Andere Branchen, andere Sorgen.

Seite 2: Die größten Sorgen deutscher Mittelständler

In dieser Hinsicht wird es für Versicherer und Vermittler auf Seite 21 des Berichts ganz besonders interessant. Dort nennen Unternehmer ihre größten Sorgen. Mit einer Quote von 33 Prozent und deutlichem Abstand zu Rang 2 führt die Furcht, man könne aus gesundheitlichen Gründen länger ausfallen. Die darauf folgenden Punkte lauten wie folgt:

  • Jemand fordert Schadenersatz (16 Prozent)
  • Datendiebstahl oder -verlust (13 Prozent)
  • Mehr Naturkatastrophen (12 Prozent)
  • IT fällt aus (12 Prozent)
  • Firmeneigentum wird zerstört oder geht verloren (11 Prozent)

Doch das meiste davon ist versicherbar, wie die Studienautoren anmerken. Gegen gesundheitliche Probleme helfen (neben: Stress senken) Kranken-, Berufsunfähigkeits- und Unfallversicherungen und einige mehr. Die Sorge um Daten und Technik können Cyber-Versicherungen lindern. Schadenersatz können Betriebs- und/oder Vermögensschadenhaftpflichtversicherungen übernehmen. Und bei Naturkatastrophen sollen Sachinhalts-, Betriebsunterbrechungs- und/oder Gebäudeversicherungen einspringen – natürlich mit Elementardeckung.

Hauptängste nur selten sehr gut abgesichert

Tatsächlich zeigen die Befragten sich durchaus aufgeschlossen, diese Risiken absichern zu lassen. Beim Thema Gesundheit sind es beispielsweise 50 Prozent, bei der Altersvorsorge 45 Prozent. Einiges haben sie schon getan – nach ihrem aktuellen Status befragt, fühlen sich die Unternehmer grundsätzlich im Schnitt mittelprächtig bis gut abgesichert.

Lücken zeigen sich indes, wenn man sie konkret nach den bereits erwähnten Hauptängsten befragt. Nur 13 Prozent finden, dass sie ihre Gesundheit sehr gut abgesichert haben. Vor Hacker-Angriffen fühlen sich 15 Prozent sehr gut geschützt, und vor Datenverlust 17 Prozent. Und bei Naturkatastrophen sind es 13 Prozent.

Das können einerseits echte Lücken sein, andererseits aber auch Tiefstapelei. Denn über 40 Prozent fühlen sich zumindest gut vor Hackern geschützt und über 35 Prozent gut vor Naturgewalten. Was die Gesundheit angeht, meinen jeweils knapp über 30 Prozent, mittelprächtig oder sogar gut vorgesorgt zu haben. Luft nach oben ist natürlich dennoch vorhanden.

Budget für Versicherungen ist vorhanden

Das trifft auch teilweise fürs Budget zu. Zwar wollen 67 Prozent der Befragten in den kommenden zwölf Monaten in etwa gleich viel Geld für Gewerbeversicherungen ausgeben. Allerdings wollen 23 Prozent mehr Geld für Sicherheit in die Hand nehmen, 10 Prozent hingegen weniger.

Wobei Dienstleister und Handwerker zu den eher ausgabefreudigeren Branchen zählen. Den Gürtel enger schnallen wollen hingegen die Gastronomen. Durchaus nachvollziehbar, denn die Umfrage bestätigt einen direkten Zusammenhang: Erwartet der Unternehmer weniger Umsatz, will er auch bei der Versicherung sparen.

Den gesamten Bericht können Sie hier herunterladen.

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Autor

Andreas

Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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