Die anhaltende Dürre auf Deutschlands Feldern macht Landwirten derzeit das Leben schwer. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) spricht sich deshalb für eine staatliche Bezuschussung der Landwirtschaftlichen Mehrgefahrenversicherung aus. Nur so wären „die Versicherer in der Lage, auch eine erhöhte Nachfrage an Mehrgefahrenversicherungen zu bedienen“, sagt Jörg Asmussen, Mitglied der GDV-Geschäftsführung.
Bislang seien erst etwa 0,02 Prozent der landwirtschaftlichen Anbaufläche in Deutschland gegen Dürre versichert, berichtet der Branchenverband. Und das hat seinen Grund: Trockenheit zählt zu den sogenannten Kumulrisiken: Sie kann mehrere Regionen gleichzeitig treffen und somit zu hohen Schäden führen; und das wiederum wirkt sich auf den Preis der Policen aus. „Um Dürreschäden abdecken zu können, sind die Prämien und Selbstbehalte für den Versicherungsschutz entsprechend hoch und für Landwirte preislich kaum erschwinglich“, so Asmussen.
Andere EU-Länder wie Frankreich, Italien, Spanien und Polen gäben Versicherern in Dürreperioden bereits Geld dazu, um die hohen Kosten zu decken, schreibt der Verband – teilweise bis zu 70 Prozent. Der GDV fordert deshalb, dass auch Deutschland diesen Schritt geht. Laut aktuellen Musterrechnungen des Verbands könnte sich hierzulande ein Betrieb mit 50 Hektar Fläche schon etwa 2.000 Euro Versicherungsprämie sparen, wenn der Staat auch nur die Hälfte der Beiträge übernähme.
Mit diesem Schutz wären die Landwirte bei wetterbedingten Ertragseinbußen dann auch nicht mehr auf „Ad-hoc-Hilfen der Politik angewiesen“, schlussfolgert der GDV. Für die Planungssicherheit und die Wettbewerbsfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe im Europäischen Binnenmarkt wäre eine staatliche Förderung daher „ein enormer Fortschritt“.
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