Das Corona-Virus existiert seit Jahren in digitaler Form, dort heißen die Viren dann Emotet, Wannacry oder Ryuk. Die Infektion und Verbreitung läuft nahezu identisch ab: Jemand fängt sich den „Virus“ ein und verteilt diesen dann automatisch, zum Beispiel über sein Mailprogramm (vergleichbar mit einer Tröpfcheninfektion).
Eine Parallele in Bezug auf die Weiterentwicklung ist die Mutation des Virus. Emotet wurde 2014 das erste Mal von Sicherheitsexperten entdeckt und war zu Beginn „nur“ ein Bankentrojaner. Er sollte verschiedene Daten ausspähen und es den Kriminellen ermöglichen, auf das Onlinebanking zuzugreifen. Über die Jahre ist er dann immer mehr mutiert und hat sich zu einem sogenannten „polymorphen Virus“ entwickelt. Das heißt, sein Quellcode wird bei jedem neuen Abruf ein wenig verändert, um so die Antiviren-Software auszutricksen.
In seiner aktuellen Version ist Emotet ein Türöffner in das betroffene Unternehmen; er sammelt Informationen und öffnet Hintertüren. Über diese können die Cyber-Kriminellen dann in das Unternehmen eindringen und zum Beispiel Ryuk als Verschlüsselungstrojaner aktivieren. Eine weitere perfide Vorgehensweise ist, dass der Trojaner selbstständig Mails schreiben kann, bezugnehmend auf die Korrespondenz mit Geschäftspartnern. So verbreitet sich der Virus immer schneller.
Ebenso sehen wir auch Mutationen beim Corona-Virus. Dieser Virus ist das erste Mal Mitte der 1960er Jahre vom Robert-Koch-Institut identifiziert worden. Seitdem ist auch dieser Virus mehrfach mutiert, unter anderem. zum Corona-Virus Sars-COV-2 und jetzt Covid-19. Auch hier versucht der Virus, die Abwehr auszutricksen.
Laut Sicherheitstacho der Telekom haben wir aktuell rund 33 Millionen Cyber-Angriffe pro Tag auf deutsche Unternehmen. In den meisten Fällen helfen die vorhandenen Abwehrsysteme wie Antiviren-Software, Firewalls und die geschulten Mitarbeiter. Dennoch werden allein in Deutschland pro Tag ungefähr 6.172 Unternehmen durch einen Virus (Trojaner) erfolgreich gehackt. Diese infizieren dann wieder andere Unternehmen. So gesehen ist beispielsweise Emotet die digitale Version des Corona-Virus.
Auch die Vorgehensweise, um sich vor auftretenden Viren zu schützen, ist vergleichbar:

Durch die Medien werden wir in Bezug auf Corona zum Stand der Neuinfektionen laufend informiert. Wir erleben damit „live“, wie sich das Virus verbreitet, wie viele Personen von einer Infektion betroffen sind, wie viele daran sterben und dass getroffene Schutzmaßnahmen an ihre Grenzen stoßen. Dabei ist es an sich reiner Zufall, wer von dem Virus betroffen ist. Man kann ja nie wissen, wo zum Beispiel der Mitfahrer in der Bahn oder im Flugzeug vorher war und sich möglicherweise infiziert haben könnte.
Das Gleiche erleben wir auch digital; das meiste sind Zufallstreffer, wie das folgende Beispiel eindrucksvoll zeigt.
Ein Unternehmen bestellt am Donnerstag bei seinem Bürodienstleister Ware. Dazu versendet das Unternehmen ein Bestellformular. Der Preis für die Bestellung von Papier und Ordnern beläuft sich auf 126,34 Euro. Ein alltäglicher Vorgang, der tausendfach pro Tag vorkommen kann.
Am Freitagvormittag erhält das Unternehmen die Bestätigung des Bürodienstleisters, dass die Ware im Wert von 973,84 Euro in der kommenden Woche geliefert wird. Was ist der erste Impuls von vielen Nutzern, wenn diese eine Bestätigung über 973,84 Euro erhalten, statt der tatsächlich bestellten 126,34 Euro? Unter der Mail ist die Originalmail vom Donnerstag (siehe Screenshot). Viele Nutzer klicken in diesem Moment auf den Anhang, um zu prüfen, was da schiefgelaufen ist und infizieren dadurch ihr eigenes Unternehmen.

Im oben genannten Beispiel wurde die Nachricht vollautomatisiert – geschrieben von einer künstlichen Intelligenz – und bezugnehmend auf die eingegangene Mail verfasst. Dabei ist es reiner Zufall, dass gerade dieser Bürodienstleister gehackt wurde. Wenn jetzt der Empfänger der Mail unwissentlich den Trojaner installiert, wird dieser automatisch an alle Kontakte im Adressbuch weitergeschickt. Dabei geht der Trojaner wieder sehr perfide vor, indem er Bezug nimmt auf die Korrespondenz der Vergangenheit.
Und auch hier sehen wir wieder Parallelen zwischen analogen und digitalen Viren in der Bekämpfung:

Der Ausbruch des Corona-Virus verdeutlicht anschaulich, wie schnell sich ein Virus verbreitet und dass Sicherheitsmaßnahmen zwingend notwendig sind – gleichzeitig ist klar, dass es keinen 100-prozentigen Schutz gibt, ein Restrisiko bleibt.
Im Falle digitaler Viren können Unternehmen bereits mit kleinen Maßnahmen ihre Risiken minimieren:
Die verbleibenden Restrisiken können und sollten über Cyber-Versicherung abgesichert werden. Nutzen Sie als Vermittler die Vergleichbarkeit analoger und digitaler Viren dazu, Ihre Kunden weiter für das Thema Cyber zu sensibilisieren und machen Sie deutlich, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um die Restrisiken über eine Cyber-Versicherung einzudecken.
Warum? Aktuell bieten bereits viele Versicherer keine Pandemie- oder Betriebsschließungsversicherungen mehr an. Stellt sich die Frage, was passieren könnte, wenn wir einen massiven Hacker-Angriff in Deutschland haben? Bekommt dann noch jedes Unternehmen eine Cyber-Absicherung für den aktuellen – noch relativ günstigen – Preis?
Nikolaus Stapels ist Inhaber von Nikolaus Stapels Consulting & Training und Geschäftsführer der Vertriebssoftware24 GmbH.
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