Assekurata-Rating

Die besten Cyber-Versicherungen für Mittelständler

Die Rating-Agentur Assekurata hat zum ersten Mal Cyber-Versicherungen untersucht, die sich an kleine und mittelgroße Unternehmen richten. Welche Anbieter die Analysten überzeugen konnten.
© picture alliance / empics | Peter Byrne
Ein Mann arbeitet am 09.12.2014 in Böblingen (Baden-Württemberg) im Cyberabwehrzentrum von HP an einem Computermonitor, auf dem ein Quellcode angezeigt wirdHacker-Angriffe können heutzutage jeden treffen.

Cyber-Versicherungen werden angesichts zunehmender Hacker-Attacken auch für Mittelständler immer wichtiger. Die Rating-Agentur Assekurata hat daher nun erstmals Cyber-Tarife für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) untersucht.

Das Problem bei der Bewertung: Die Angebote am Markt sind noch recht jung, einen Marktstandard gibt es daher noch nicht – die Leistungsversprechen der Versicherer sind sehr unterschiedlich. „Aufgrund der großen Vielfalt der Bedingungen und der Intransparenz des tatsächlichen Deckungsumfangs haben wir eine spezielle Tarifanalyse für Cyber-Angebote in der Gewerbeversicherung entwickelt“, erklärt Arndt von Eicken, Managing-Analyst bei Assekurata. „Hierbei untersuchen wir jeden Tarif systematisch anhand seiner versicherungstechnischen Leistungsmerkmale. Um einen möglichst hohen Praxisbezug zu gewährleisten, haben wir unsere Bewertungsanforderungen aus Marktanalysen zu tatsächlichen Bedrohungspotenzialen und Schadenfällen abgeleitet.“

Die Tarife klopfen die Analysten auf über 60 Kriterien ab, die schlussendlich in den folgenden Hauptprüfpunkten münden:

  • Allgemeine Bestimmungen
  • Gegenstand der Versicherung
  • Schutz von Identität und Reputation
  • Zahlungsmittelkonten und Kreditkarten
  • Schutz von Sachen und Daten
  • Betriebsunterbrechung
  • Drittschäden
  • Schadenmanagement
  • Transparenz

In einem ersten Wurf hat Assekurata die bewertet, die im November 2019 im Zuge einer Befragung der Maklergenossenschaft Vema zu den meistgenannten gehörten. Darüber hinaus untersuchte das Kölner Analysehaus den Tarif der Allianz, der erst nach der Umfrage eingeführt worden war.

Die einzelnen Tarife samt Bewertungen finden Sie in der Tabelle auf der nächsten Seite.

„Die Ergebnisse bestätigen das heterogene Bild“, so von Eicken. „Während wir drei Tarifen eine sehr gute Qualität attestieren können, bewegt sich der Hauptteil im guten Bereich.“ Verbesserungsbedarf gibt es laut der Analyse beim Schadenmanagement. Gerade bei der Frage nach dem Regressverzicht von nicht vorsätzlich handelnden mitversicherten Personen und der Kostenanrechnung auf die Versicherungssumme bei Haftpflichtansprüchen gebe es Lücken.

„Darüber hinaus finden sich in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen nur punktuell Informationen zu Wartezeiten in der Betriebsunterbrechnung“, moniert von Eicken. „So konnten wir im Zuge der Untersuchung nur durch Rückfragen und Anforderung von Angebotsunterlagen ermitteln, wie lange es dauert, bis der Kunde in die Deckung gelangt.“

Als weiteren Aspekt fiel den Kölner Analysten auf, dass viele Tarife zwar Versicherungsschutz für die Aufwendungen für Kreditkartendaten-Monitoring sowie zur Prüfung und Benachrichtigung von Betroffenen gewähren, den Missbrauch von tatsächlichen Kontozugriffen beziehungsweise Kreditkarten aber explizit ausschließen. Positiv sticht hier die Allianz hervor, die nicht nur bei rechtsgrundloser Überweisung leistet, sondern auch in den Fällen, in denen Versicherte irrtümlich und ohne Rechtsgrund Geld bezahlen oder bezahlen lassen.

Quelle: Assekurata

Positiv fiel den Kölner Analaysten bei Hiscox auf, dass hier auch Versicherungsschutz für IT-Hardware besteht, die durch eine Netzwerksicherheitsverletzung beschädigt oder zerstört wird. Ersetzt werden dann die Kosten für die Wiederherstellung der IT-Hardware über eine Reparatur oder Neubeschaffung. Hierunter fallen auch private IT- Geräte, was gerade in Corona-Zeiten mit der intensiven Nutzung von Heimarbeitsplätzen positiv einzuschätzen sei.

Der Rating-Sieger Cogitanda überzeuge mit einem besonders transparenten Bedingungswerk, in dem viel Wert auf die Beschreibung von auslösenden Ereignissen gelegt wurde. „Darüber hinaus ergänzt ein vollumfängliches Glossar zur Definition und Festlegung von Leistungsauslösern die Allgemeinen Versicherungsbedingungen, was zur Rechtssicherheit beiträgt und Transparenz und Klarheit für den Kunden erzeugt“, so Arndt von Eicken.

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Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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