Bei einer Rehabilitation, kurz Reha, geht es um die langfristige Nachsorge nach einer schweren Verletzung, Krankheit oder einer Operation. Ziel der Reha ist die gesellschaftliche, beziehungsweise berufliche Wiedereingliederung, sowie Maßnahmen zur medizinischen Wiederherstellung. Versicherungstechnisch ist das in Paragraf 1 SGB IX geregelt. Die Prähabilitation indes setzt früher an, nämlich vor geplanten Operationen und Krankenhausaufenthalten.
Optimale Vorbereitung reduziert Komplikationen
Neben der vorhandenen Grunderkrankung oder Verletzung, kann jeder längere Krankenhausaufenthalt, und auch jede Operation den Körper belasten. Sowohl psychisch, als auch physisch. Leiden viele gesunde Menschen in Industrieländern bereits, trotz voller Teller, unter Nährstoffmängel, erhöht sich deren Bedarf im Krankheitsfall und bei Verletzungen zusätzlich. Werden bereits vor der Operation entsprechende Mängel, beispielsweise mit einem orthomolekularen Blutbild ermittelt, können diese individuell und zielgerichtet aufgefüllt werden.
Aus einer Meta-Analyse der Autoren M. Elia, C. Normand, K. Norman, A. Laviano ergibt sich, dass sich so Komplikationen einer Operation um bis zu 35 Prozent reduzieren lassen. Weiterhin können die Patienten im Schnitt zwei Tage früher entlassen werden und die Kosten sinken um rund 12 Prozent. Zusätzlich nimmt die Sterblichkeitsrate ab.
Nach einer Narkose ist das Entgiftungssystems des Körpers stark gefordert. Hier spielt Glutathion eine wichtige Rolle. Dabei handelt es sich um ein intrazelluläres Antioxidans, welches essenziell bei der Leberentgiftung ist. Damit ist auch nachvollziehbar, weshalb Glutathion auch bei der Einnahme von Schmerzmitteln sehr wichtig ist, denn diese werden ebenfalls über die Leber entgiftet.
Beim Vorliegen einer Krebserkrankung gibt es Zusammenhänge zwischen einem niedrigen Glutathion-Spiegel und dem Verfall von Patienten. Andererseits zeigen klinische Studien, dass ein guter Spiegel dieses Stoffes die Apoptose, also den programmierten Zelltod, von Tumorzellen positiv unterstützt. Das Enzym Glutathionperoxidase, welches die roten Blutkörperchen vor der Beschädigung durch Wasserstoffperoxid schützt, ist selenabhängig.
Die Böden in Deutschland gelten jedoch als Selenmangelgebiet. In der Folge ist bei vielen Menschen der Selenspiegel zu niedrig.
Gesunder Darm – geringeres Infektionsrisiko
Ein gesunder Darm, der ausgewogen besiedelt ist, ist wichtig für ein intaktes Immunsystem. Immerhin befinden sich über 80 Prozent unserer Körperabwehr im Darm. Liegt hier jedoch eine Fehlbesiedlung vor, oder ist der Darm löchrig (leaky Gut), kann es zu Belastungen der Leber kommen, unverdaute Nahrungsbestandteile und Erreger können in die Blutbahn gelangen, das Immunsystem so geschwächt werden, sowie Autoimmunerkrankungen entstehen.
Eine Besiedlung mit Hefepilzen wie beispielsweise Candida albicans und Saccharomyces cervisae können zum sogenannten Auto-Brewery-Syndrom führen. Hierbei werden Kohlenhydrate zu Alkoholen fermentiert. Diese müssen durch die Leber entgiftet werden, wodurch diese belastet wird. Kommen jetzt noch Narkose-, Schmerzmittel oder sonstige Medikamente hinzu, die ebenfalls über die Leber entgiftet werden müssen, kann diese an ihre Entgiftungsgrenzen stoßen.
Eine Fehlbesiedlung mit Mikroben wie Clostrdium difficile kann zu einer Beschädigung der Darmschleimhaut führen. Diese Bakterien sondern als Stoffwechselprodukt Giftstoffe aus (zum Beispiel Enterotoxin A, Zytotoxin B), welche die Epithelzellen der Darmschleimhaut beschädigen können. Sie treten vermehrt bei/nach der Einnahme von Antibiotika auf. Sie können Durchfallerkrankungen verursachen.
Antibiotika werden vor größeren Operationen in der Regel präventiv verabreicht. Clostridien verstoffwechseln Eiweißrückstände im Darm in biogene Amine (beispielsweise Histamin). Dieses gelangt durch die Darmschleimhaut in die Blutbahn und belastet ebenfalls die Leber. Vor einem geplanten Krankenhausaufenthalt kann es also sinnvoll sein, zunächst die Darmbesiedlung zu überprüfen und bei Bedarf zu regenerieren.
Fazit
Wird der Patient bereits vor einem geplanten Krankenhausaufenthalt im Rahmen der Prähabilitation optimal versorgt, lassen sich nicht nur Kosten sparen, sondern auch Risiken und Komplikationen der Behandlung reduzieren. Weiterhin zeigt sich, dass sowohl die Heilung der Patienten als auch der langfristige Therapie-Erfolg verbessert werden kann. Bei einem geplanten Krankenhausaufenthalt und/oder einer geplanten Operation, ergibt es also großen Sinn, den Körper bereits vor der Behandlung optimal darauf vorzubereiten.

