Die Zufriedenheit der Deutschen mit ihrem Gesundheitssystem hat ein neues Hoch erreicht. Mehr als jeder Zweite gibt hierzulande an, zufrieden zu sein – weitere 22 Prozent sind sogar sehr und 7 Prozent vollkommen zufrieden. Insgesamt sind also 84 Prozent positiv gestimmt. Das ist das Ergebnis des Meinungspulses, den die Techniker Krankenkasse (TK) vorgestellt hat.
Die Befragung zeigt aber auch: Es besteht Reformbedarf. Drei Viertel der Menschen in Deutschland sind zwar grundsätzlich mit dem Gesundheitssystem einverstanden, halten aber Veränderungen an einigen Stellen für notwendig. Jeder Zweite tendiert zu der Aussage, dass das aktuelle System zukunftsfähig aufgestellt ist. Weitere 15 Prozent sind sogar voll und ganz davon überzeugt.
Politik ist entscheidend für den Wettbewerb
Ein weiteres Problem des Gesundheitssystems: der Wettbewerb der Kassen. Laut TK gerät er durch die aktuelle Verteilung der Gelder aus dem Gesundheitsfonds immer weiter in Schieflage. Daher seien die Politik und der Wahlkampf so bedeutend für die Branche.
52 Prozent der Bundesbürger befürworten zudem einen Ausbau des Wettbewerbs auf allen Ebenen des Gesundheitssystems. Grund: Jeder Zweite denkt, dass mit einem besseren Wettbewerb auch Vorteile einhergehen. 88 Prozent der 18- bis 39-Jährigen äußern sich zustimmend zum Solidarsystem. Bei den über 40-Jährigen stehen aber auch acht von zehn hinter dieser Meinung.
Zwei Drittel der Befragten sind der Ansicht, der Solidargedanke werde im jetzigen Gesundheitssystem gut umgesetzt. Mehr als jeder Zweite (55 Prozent) geht zudem davon aus, dass das Solidarsystem auch weiter im aktuellen Umfang wirtschaftlich tragfähig ist.
Außerdem würden 47 Prozent höhere Beitragssätze in Kauf nehmen, um das Solidarsystem so zu erhalten, wie es jetzt ist. Vor allem unter den Besserverdienern ist diese Meinung vertreten.
Digitalisierung kommt an
Ein weiteres Ergebnis der Umfrage: Die Digitalisierung im Gesundheitswesen kommt gut an. Zwei Drittel der Deutschen erwarten Vorteile für die Patienten, weitere 15 Prozent sogar sehr große Vorteile. 14 Prozent sehen das anders und erwarten Nachteile, weitere 3 Prozent sogar sehr große Nachteile.
Acht von zehn Menschen glauben auch, dass sich Ärzte so besser austauschen und ihre Behandlungen verbessern können. 59 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass dadurch Erkrankungen früher erkannt werden. Zwei Drittel sind überzeugt, dass Krankheiten in Zeiten von mobilem Internet und vernetzten Systemen besser behandelbar sein werden.
Ein Meilenstein in Sachen Digitalisierung ist die Idee einer elektronischen Gesundheitsakte. 40 Prozent der Deutschen finden diese sehr gut, weitere 48 Prozent gut. Unter denjenigen, die eigentlich Nachteile durch die Digitalisierung erwarten, ist die Zustimmung hier trotzdem recht verbreitet (69 Prozent). Die meisten erhoffen sich, dass Ärzte mit dieser Idee bald besser zusammenarbeiten können.
Aber auch in anderen Bereichen des Gesundheitswesens sind die Deutschen mit einer Digitalisierung einverstanden. So klären 10 Prozent der 18- bis 39-Jährigen bereits jetzt schon Termine über das Internet ab, weitere 50 Prozent würden dies in Zukunft tun. Bei den über 60-Jährigen sind es lediglich 3 Prozent. 70 Prozent dieser Generation lehnen die Online-Kommunikation mit der Praxis sogar partout ab.

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