Trends in der PKV

„Die Zeiten der ‚billigen‘ Krankenversicherung sollten bald vorbei sein“

Die Versicherungsprofis Oliver Fink (Geschäftsführer Objective IT) und Hagen Engelhard (Geschäftsführer Medi-Kost) sprechen über die PKV im Spannungsfeld von Corona-Pandemie, Digitalisierung und Zukunftsfähigkeit – und weisen auf eine spannende Roadshow im Mai hin.
© privat
Hagen Engelhard (links) und Oliver Fink.

Pfefferminzia: Inwiefern hat die Pandemie die Krankenversicherung verändert? Haben sich hier neue Produktansätze ergeben?

Oliver Fink: Wir sehen als unmittelbare Folge der Pandemie ein gesteigertes Interesse am Thema Gesundheit. Der Stellenwert der eigenen Gesundheit steigt und damit auch die Sicht auf Produkte der Krankenversicherungswirtschaft. Das gilt nicht nur für die Klassiker Vollversicherung und Zahnversicherungen, sondern auch der Bereich betriebliche Krankenversicherung bekommt ein deutlich steigendes Gewicht.

Hagen Engelhard: Ich merke das vor allem in den Seminarveranstaltungen für Vermittler, die nicht nur wegen der Weitebildungszeiten kommen, sondern eben auch, weil anscheinend die Kundschaft die Nachfrage erhöht.

Auch die Digitalisierung macht vor dem Gesundheitssektor nicht halt. Welche Auswirkungen sieht man hier bereits am Markt?

Fink: Zunächst ist Digitalisierung vordergründig eher als Prozessoptimierung zu erkennen. Kein Krankenversicherer ist mehr ohne App, viele Verfahren haben sich beschleunigt, Rechnungen kann man übers Smartphone an den Versicherer leiten und ähnliches.

Engelhard: Die ersten Häuser koppeln nun aber auch Prozessoptimierung mit medizinischen Themen wie Telemedizin – und zwar nicht nur als Goodie, sondern als Teil der Versicherungsbedingungen. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf Kostenstrukturen und die medizinische Versorgung.

 

Ein Krankenversicherungstarif begleitet den Menschen in aller Regel eine lange Zeit – was erfordert das von den Produkten?

Fink: Der folgende Satz ist eigentlich doof, aber einfach und richtig: „Produkte müssen zukunftsfähig sein“. Bedeutet als ein Beispiel „offene Hilfsmittelkataloge“ und keine Eurobeträge in den AVBs, da man mit diesen Beträgen nicht 50 Jahre hinkommt, und sie gleichzeitig auch nur sehr schwer in den Bedingungen ändern kann.

Engelhard: Und wir brauchen andere Zukunftsorientierungen wie kleine Rechnungszinsen, hohe Sparanteile, und niederschwellige auslösende Faktoren. Das ist gut für langsam steigende Beiträge und lebenslange Beitragsverläufe. Damit sollten endlich die Zeiten einer „billigen Krankenversicherung“ vorbei sein.

Im Mai gehen Sie auf Roadshow: Wer sollte sich anmelden und was erwartet die Besucherinnen und Besucher dort?

Engehard: Alle Vermittlerinnen und Vermittler, die das Thema Vollversicherung für sich und ihre Kunden weiter, neu oder auch verstärkt spielen wollen, sind herzlich eingeladen. Wir werden aus der Produktwerkstatt über Neues berichten, das Thema Digitalisierung im Gesundheitswesen angehen, uns über die Anpassung von Versicherungsschutz unterhalten und auch über erfolgreiches Verkaufen sprechen. Das machen wir mit drei Versicherern und uns Beiden.

 >>> Hier geht es zur Anmeldung

Das ist ja (endlich) mal wieder keine digitale Veranstaltung, sondern ein Präsenz-Event – freuen Sie sich auf die direkte Interaktion?

Engelhard: Wir haben uns noch nie so auf „Arbeit“ gefreut wie jetzt!!

Fink: Und dann gleich mit drei Versicherern, das wird richtig schön.

Fallen Kosten für das Event an? Gibt es Weiterbildungszeit?

Fink: Natürlich kostet die Teilnahme an der Veranstaltung nichts und selbstverständlich werden Bildungszeiten angerechnet.

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Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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