Studie

Angst vor schweren Krankheiten größer als vor Terror und Gewalttaten

Die Welt ist aus den Fugen – diese Wahrnehmung teilen viele Deutsche, wenn sie von ihrer Insel des Wohlstands auf die globalen Krisen des Planeten schauen: Terror, politische Instabilität und wirtschaftliche Unsicherheit soweit das Auge reicht. Eine Forsa-Studie im Auftrag der Gothaer hat mal untersucht, wovor sich die Bundesbürger eigentlich ängstigen und zeigt, dass deren Sorgen auch jenseits der globalen Weltlage weit ins Privatleben reichen.
© dpa/picture alliance
Eine Patientin liegt in Berlin in der Palliativstation der Charité.

Die Themen Krankheit, Altersarmut, Politik, Terror und Kriminalität haben oberflächlich betrachtet nicht viel gemeinsam. Gleichwohl lösen sie allesamt bei vielen Deutschen ein mulmiges Gefühl aus. Beispiel Politik: Zwei Drittel befürchten einer Forsa-Umfrage zufolge, dass die Politiker mit den aktuellen Problemen überfordert sind. Fast ebenso viele haben Sorge, dass sich die EU-Länder noch stärker streiten werden. Insofern hat der Wahlerfolg des neuen französischen Präsidenten Emmanuel Macron Millionen Deutsche aufatmen lassen.

Doch die Sorgenliste der Bürger bleibt lang. Daran ändert auch der neidvolle Blick der europäischen Nachbarn nichts. Während die Jugendarbeitslosigkeit in vielen Teilen Europas zweistellige Werte – oft auch beginnend mit einer 2 – aufweist, hat die Zahl der offenen Stellen in der Bundesrepublik mit über einer Million einen neuen Rekord erreicht. Und trotzdem befürchten 44 Prozent irgendwann einmal arbeitslos zu werden.

Die Sorgen sind nun mal nicht immer an das Hier und Jetzt geknüpft. So haben beispielsweise drei von vier Bundesbürgern Angst vor Geldproblemen im Alter. Die Zinspolitik der EZB dürfte diese Furcht eher noch begünstigen: 58 Prozent der Befragten denken schon heute mit Sorge an die niedrigen Zinsen, die sie für ihr Erspartes bekommen. Ähnlich stark verbreitet (60 Prozent) ist die Angst vor wachsender Kriminalität und Terroranschlägen. Dabei zeigt sich allerdings, dass die konkrete Bedrohungslage für das eigene Leben deutlich geringer eingeschätzt wird. So macht sich „nur“ jeder vierte Befragte (25 Prozent) große oder sehr große Sorgen, selbst Opfer eines Terroranschlags zu werden. Etwas mehr (29 Prozent) fürchten, dass ihnen eine Gewalttat wiederfährt.

Interessant ist jedoch, dass das Unfallrisiko von den Deutschen mit 43 Prozent deutlich höher eingeschätzt wird, gleiches gilt für eine andere Bedrohung für Leib und Leben – das Auftreten schwerer Krankheiten, vor denen sich gut jeder zweite Befragte fürchtet (48 Prozent). 61 Prozent äußern zudem die Angst, Angehörige zu verlieren. Damit steht die Sorge um das Wohl der Liebsten ganz vorne auf der Liste der größten Ängste, die das Privatleben der Deutschen bedrohen.

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