Stressiges Vermittler-Leben

Ist ein Auto mehr wert als der eigene Körper?

Meist sind Versicherungen keine Nachfrageprodukte. Sie müssen aktiv beraten und verkauft werden. Das gilt auch für die Absicherung von biometrischen Risiken wie Berufsunfähigkeits-, Kranken-, oder Pflegeversicherung. Vermittler zeigen ihren Kunden den Bedarf auf und empfehlen, Vorsorge zu treffen, bevor es zu spät ist. Kommt es zur Antragsaufnahme, werden die Kunden zu ihrem Gesundheitszustand befragt. Nur, wann hat sich der Vermittler eigentlich das letzte Mal um seine eigene Gesundheit gekümmert?
© Picture Alliance / dpa
Makleralltag: Ein Termin jagt den nächsten.

Lange Arbeitstage, noch am späteren Abend Termine bei Kunden. Viele Stunden im Auto. Gegessen wird entweder während der Fahrt, am Rasthof, beim Kunden, später im Büro oder abends zu Hause. Eine 6-Tage-Woche mit  50, 60 oder noch mehr Arbeitsstunden sind keine Seltenheit. So schaut das Berufsleben vieler Versicherungsvermittler und Finanzdienstleister aus.

Bei solch einer Arbeitsbelastung bleibt der Sport oft auf der Strecke. Schließlich möchte man auch noch Zeit mit der Familie verbringen, hat häusliche Pflichten zu erledigen. Oder man möchte sich auch einfach nur mal ausruhen. Der Arbeitsalltag ist belastend und stressig genug.

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Bei Großschadensereignissen müssen Unmengen von Schäden aufgenommen und abgewickelt werden. Kunde Maiers Konto war mal wieder nicht gedeckt und sein Versicherungsschutz ist in Gefahr. Ab Oktober wollen alle ihre Autos durchgerechnet bekommen. Vielleicht kann man ja noch ein paar Euro sparen! Parallel müssen gesetzliche Vorgaben wie die Beratungsdokumentation, Geeignetheitsprüfung, Datenschutz und Co. berücksichtigt werden. Die Courtage- und Provisionsabrechnung stimmt auch mal wieder nicht und bei einer anderen Gesellschaft wurde erst gar nicht der letzte größere Vertrag abgerechnet. Kundin Schmidt ist sauer, weil ihr Schaden nicht erstattet werden soll, und bei der entsprechenden Gesellschaft ist natürlich seit Tagen mal wieder kein kompetenter Ansprechpartner zu erreichen.

Dazu noch die bedrohlichen Schlagzeilen über einen möglichen Provisionsdeckel. Wieder einmal soll die Vergütung der Vermittler begrenzt werden, während die Stornohaftungszeiten inzwischen so lang geworden sind, dass der Unternehmer in dieser Zeit sein Fahrzeug zwei- bis dreimal wechselt… Stress pur. Da darf es abends zur Entspannung schon mal eine Tafel Schokolade sein, ein, zwei Gläser Bier oder Wein helfen auch dabei, runterzukommen.

Steigendes Gewicht – sinkende Leistungsfähigkeit

So steigt Jahr um Jahr das Gewicht. Zunächst schleichend und fast unbemerkt. Irgendwann erinnert man sich, dass die Anzugsgröße vor ein paar Jahren noch zwei bis drei Nummern kleiner war. Nahm man früher beim Kunden noch die Treppe, fährt man heute lieber mit dem Aufzug. Man möchte dem Kunden ja nicht völlig verschwitzt und keuchend gegenübertreten. Irgendwie war man früher auch deutlich aktiver, voller Power und hat mit mehr Zuversicht in die Zukunft geblickt.

Ihr persönlicher Hochleistungssportwagen

Stellen Sie sich vor, Sie besäßen einen Hochleistungssportwagen, der viele hunderttausend Euro wert ist. Vermutlich würden Sie ihn hegen und pflegen, oder? Nur das Beste an Betriebsmitteln und Pflegematerial käme infrage. Natürlich würde er auch nicht den ganzen Tag nur in der Garage stehen. So ein Fahrzeug will bewegt werden. Sie würden ihn wahrscheinlich aber auch nicht durchgehend im 2. Gang Vollgas fahren.

Die gute Nachricht ist: Jeder von Ihnen hat so einen extrem wertvollen Hochleistungssportwagen – den eigenen Körper. Wie oft rechnen Vermittler ihren Kunden vor, wie wertvoll ihre Arbeitskraft ist, um die Sinnhaftigkeit einer Berufsunfähigkeitsversicherung darzustellen. Und was ist mit Ihrem Körper? Ihrer Arbeitskraft? Wie wertvoll ist diese als Unternehmer? Wie gehen Sie mit Ihrem „Hochleistungssportwagen“ um? Bewegen Sie ihn regelmäßig im optimalen Bereich und geben dabei auch einmal Gas, aber eben nicht durchgehend?

Krankheiten brechen oft erst nach Jahren aus

Welche „Betriebsmittel“ lassen Sie Ihrem Körper zukommen? Sind Ihnen 20 Euro für ein hochwertiges Bio-Olivenöl zu teuer? Wie viel kostet ein Liter hochwertiges Mineralöl für Ihr Auto? Sitzen Sie nur den ganzen Tag oder bewegen Sie sich auch regelmäßig? Kennen Sie den großen Unterschied zwischen einem Sportwagen und Ihrem Körper? Wenn Sie einen Rennwagen mit Schiffsdiesel betanken, ist dieser sofort kaputt. Motorschaden. Niemand käme auf diese Idee. Ihr Körper kommt mit diesem „Schiffsdiesel“ sinnbildlich jahrzehntelang zurecht. Sie können regelmäßig stark zuckerhaltige Lebensmittel essen und Limos trinken oder Frittiertes und Gebäck mit ungesunden Transfetten essen, die Ihre Zellwände löchrig und anfällig für Schädigungen machen.

Sie können jahrelang im Auto, im Büro und beim Kunden sitzen und sich zu wenig bewegen. Trotzdem wird Ihr Körper nicht gleich nach der ersten Portion Pommes streiken und Sie nicht gleich einen Motorschaden – einen Herzinfarkt – erleiden. Klar, es treten kleinere Schäden auf und stille Entzündungen entstehen. Diese spüren Sie aber nicht. Erst nach vielen Jahren und Jahrzehnten, wenn sich über lange Zeiträume hinweg diese Schäden kumuliert haben, brechen plötzlich Krankheiten aus: Allergien, Diabetes, Müdigkeit, geringere Leistungsfähigkeit, Rheuma, Herzinfarkt, Depressionen, Schlaganfall, Krebs…

Die große Kompensationsfähigkeit unseres Körpers, die uns evolutionär auch schwierige Zeiten überleben ließ, ist in unserer heutigen Überflussgesellschaft zum Nachteil geworden. Wer als Kind auf eine heiße Herdplatte gelangt hat, spürte sofort einen Schmerz und hat daraus gelernt. Wie viele Kinder gibt es, die auf einen Herd oder Backofen zeigen und „heiß, heiß, heiß“ sagen? Noch einmal würden sie nicht darauf fassen. Wer sich jedoch ungesund ernährt und verhält, spürt meist nicht sofort einen Schmerz. Die zig Millionen freien Radikale, die man mit jedem Zug an einer Zigarette inhaliert, töten einen nicht sofort. Man sieht sie nicht und sie verursachen auch keine akuten Schmerzen. Wäre es so, es gäbe wohl deutlich weniger Raucher.

Schon kleine Veränderungen können eine große Wirkung haben

Nun muss natürlich niemand zum Hochleistungssportler werden. Auch muss niemand hungern. Im Gegenteil. Restriktionsdiäten sollte man besser vermeiden. Die Umsetzung folgender Tipps und Tricks helfen schon dabei, ein deutlich gesünderes Leben zu führen:

  • Müssen es wirklich die frittierten Pommes mit ihren Transfetten und schnellen Kohlenhydraten sein? Probieren Sie alternativ einmal Süßkartoffel-Pommes aus dem Ofen!
  • Nutzen Sie wieder öfter die Treppen anstatt des Aufzugs oder der Rolltreppe!
  • Steht Ihr Drucker in Griffweite zum Schreibtisch? Ja, das ist praktisch. Steht er jedoch etwas weiter weg, müssen Sie aufstehen und sich bewegen. Zu langes Sitzen wirkt entzündungsfördernd auf den Körper. Stehen Sie also zwischendrin immer wieder einmal auf.
  • Noch besser: Besorgen Sie sich einen höhenverstellbaren Schreibtisch und legen Sie davor eine entsprechende Weichmatte. Diese zwingt Sie dazu, ihren Körper immer wieder auszubalancieren. So verhindern sie einseitige Belastungen, erhöhen Ihren Kalorienverbrauch und steigern Ihre Konzentration. Übrigens: In vielen Fällen erstatten gesetzliche Krankenversicherungen die Kosten solcher Schreibtische für Mitarbeiter oder bezuschussen diese. Fragen Sie dort einmal nach.
  • Lassen Sie Ihren Körper wieder selbst die Temperatur regeln. Nutzen Sie in den warmen Monaten die Klimaanlage nur dann, wenn es wirklich richtig heiß ist und es nicht anders geht. Im Winter sind 20 bis maximal 21 Grad völlig ausreichend. Wer sich mehr bewegt, auch einmal bei kühleren Temperaturen in der Natur, friert weniger. Ihre „Körperheizung“ ist der größte Kalorienverbraucher Ihres Körpers!
  • Parken Sie Ihr Auto einfach 100 bis 200 Meter vom Kunden und/oder Büro entfernt und gehen Sie den Rest zu Fuß.
  • Essen Sie regelmäßig eine Handvoll Nüsse. Diese enthalten hochwertige Fettsäuren, die lange satt machen, Ihre Zellwände voll funktionsfähig halten und gut für Ihr Gehirn und Ihre Konzentration sind. Kein Studentenfutter. Das enthält viel zu viele Rosinen. Die reinsten Fruchtzuckerbomben. Vielleicht kommen auch Gesellschaften einmal auf die Idee, dass eine hochwertige Nussmischung auf dem Seminartisch wesentlich sinnvoller ist als eine Packung Gummibärchen, Schokolinsen oder Traubenzucker!
  • Essen Sie mittags öfters einmal eine ordentliche Portion gemischtes Gemüse und Salat, bis Sie satt sind. Lassen Sie alle schnellen Kohlenhydrate weg. So vermeiden Sie das typische Mittagsloch und Ihre guten Darmbakterien freuen sich auch über gutes Futter.
  • Sie lieben Kartoffeln? Gut. Gekochte Kartoffeln sind jedoch schnelle Kohlenhydrate, die Ihren Blutzuckerspiegel stark schwanken lassen. Schlecht für die mentale Leistungsfähigkeit. Essen Sie besser eine Portion kalten Kartoffelsalat mit hochwertigem Olivenöl. Durch das Abkühlen verändert sich die Struktur der Kohlenhydrate. Die Kartoffeln werden zur resistenten Stärke, die nur bestimmte, für Ihren Darm gute Bakterien aufspalten können. Dies lässt Ihren Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen und wieder abfallen. So werden Sie satt und vermeiden Heißhungerattacken auf Süßes.
  • Gehen Sie in der Mittagspause ein paar Minuten in die Natur und atmen Sie tief durch die Nase in den Bauch ein und durch den Mund wieder aus. So reduzieren Sie Ihren Stresslevel.

Rechnen Sie einmal nach, wie lange Sie noch tätig sein werden und welchen Umsatz Sie pro Jahr machen. Wie viel ist Ihre Gesundheit schon allein finanziell wert? Pflegen Sie Ihren persönlichen Hochleistungssportwagen. Dann wird er Ihnen lange Zeit volle Leistungsfähigkeit ermöglichen und Sie dabei unterstützen, viele Jahre erfolgreich und kreativ zu sein.

Autor

Joachim Haid ist Gründer des Gesundheitsprogramms PaleoMental®, zudem Gesundheitscoach und Heilpraktiker in Ausbildung.

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