Methionin kommt beispielsweise in Fleisch, Hühnerei und Lachs vor. Die mit der Nahrung aufgenommene Aminosäure Methionin wird im Körper zunächst in Homocystein umgewandelt. Dabei handelt es sich um eine weitere Aminosäure, die oxidativen Stress in den Blutgefäßen verursacht. Bereits leicht erhöhte Homocysteinspiegel stellen einen eigenständigen Risikofaktor für Atherosklerose und damit in der Folge für Schlaganfall, Herzinfarkt und Verengung der Blutgefäße im Allgemeinen, wie beispielsweise auch bei der Schaufensterkrankheit, dar. Daraus könnte man nun den Schluss ziehen, dass Methionin möglichst gemieden werden sollte. Das wäre aber eine ganz schlechte Idee.
Ohne optimale Versorgung mit Methionin kann der Körper keine Eiweißsynthese betreiben. Die Trockenmasse unseres Körpers besteht aber zu 80 Prozent aus Eiweiß. Alles, was sich in unserem Körper vermehren kann, basiert auf Proteinen. Sind im Körper alle notwendigen Mikronährstoffe vorhanden, ist es in der Regel kein Problem, dass Methionin in Homocystein umgewandelt wird. Denn mithilfe von Vitamin B12 und Folsäure wird das Homocystein wieder in Methionin zurückgewandelt. In der Fachsprache wird dies Remethylierung genannt. Hierfür ist ein Enzym, die Methionin-Synthase, zuständig und diese ist auf Vitamin B12 angewiesen.
Darüber hinaus kann Homocystein auch in Cystein umgewandelt werden. Dafür ist ein anderes Enzym (Cystathionin-ß-Synthase) verantwortlich. Hierfür muss der Körper aber gut mit den B-Vitaminen B6 und B9, besser bekannt als Folsäure, versorgt sein. Ein Überschuss an Homocystein, der für die Blutgefäße gefährlich werden kann, ist also nicht primär durch ein Zuviel an Methionin verursacht, sondern vor allem durch einen Mangel an B6, B12 und Folsäure. Mitteleuropa ist jedoch ein Folsäuremangelgebiet und bestimmte Medikamente erhöhen den Bedarf an diesem B-Vitamin zusätzlich.
Ein Methionin Mangel kann zur Folge haben, dass nicht ausreichend Cystein gebildet wird. Bei Cystein handelt es sich um eine semi-essenzielle Aminosäure. So werden Aminosäuren bezeichnet, die vom Körper zwar selbst hergestellt werden können, in bestimmten Fällen aber eine externe Zufuhr notwendig werden kann. Da Methionin beziehungsweise Homocystein jedoch der Ausgangsstoff ist, kann bei einem Methioninmangel Cystein zu einer essenziellen Aminosäure werden, die dann zusätzlich zugeführt werden müsste. Cystein ist eine von drei Aminosäuren, aus denen die reduzierte Form von Gluthation (GSH) hergestellt wird. Dieses kommt in allen Körperzellen vor und schützt vor Schäden durch freie Radikale.
Mit Recht darf also davon gesprochen werden, dass die Aminosäure Methionin wie ein Schutzschild im Körper funktioniert.
Während Kleinkinder einen täglichen Bedarf von 50 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht haben, liegt dieser bei Erwachsenen bei rund 13 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht am Tag. Werden jedoch andauernd methioninreiche Nahrungsmittel wie Fleisch- und Wurstwaren verzehrt, so erhöht sich die Calciumausscheidung. Das kann das Osteoporoserisiko erhöhen (Uwe Gröber: Orthomolekulare Medizin; Ein Leitfaden für Apotheker und Ärzte; 3. Auflage). Wie so oft kommt es also auf die Balance an. Viel hilft nicht immer viel. Ein erhöhter Bedarf an Methionin kann vorliegen bei:
Die NOAEL (maximale Aufnahmedosis, die in Studien keine schädigenden Auswirkungen verursachte) liegt bei 100 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht am Tag als Einmaldosis.
Bei Harnwegsinfekten liegt die therapeutische Dosis bei dreimal täglich zwischen 500 bis 1.000 Milligramm am Tag (Uwe Gröber: Orthomolekulare Medizin; Ein Leitfaden für Apotheker und Ärzte; 3. Auflage).
In seinem oben genannten Buch weißt Uwe Gröber auf Folgendes hin:
„Methionin darf nicht angewendet werden bei metabolischer Azidose (Anmerkung des Autors stoffwechselbedingte Übersäuerung des Blutes), Hyperurikämie (erhöhter Harnsäurespiegel), Oxalat- und Cystinsteinen (seltene Form von Harnsteinen), Homocystinurie (Stoffwechselkrankheit) und schweren Leberfunktionsstörungen wie Leberzirrhose.“
In folgenden Lebensmitteln findet sich Methionin (Angaben in Gramm pro 100 Gramm)

Weiterhin in Paranüssen, Molke-Isolat (Whey), Lachs und Walnüssen.
Eine Plattform, die liefert: aktuelle Informationen, praktische Services und einen einzigartigen Content-Creator für Ihre Kundenkommunikation. Alles, was Ihren Vertriebsalltag leichter macht. Mit nur einem Login.