Das Jahr 2020 war ein Rekord-Zeckenjahr – und 2021 ist auf einem guten Weg, es ihm nachzutun. Der Grund sind die lauen Winter und das häufig feuchte Klima. Eigentlich ist der Zeckenstich für sich genommen für den Menschen auch gar nicht gefährlich – es sind die Krankheiten, die immer mehr Zecken in sich tragen, die für den Menschen zu einem zunehmenden Problem werden.
Eine der wohl schlimmsten durch Zecken übertragbaren Krankheiten ist die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Dabei handelt es sich um eine Viruserkrankung, die grippeähnliche Symptome hervorrufen kann. Bei einem Teil der Patienten kommt es zudem zu einer Hirnhautentzündung. Trägt eine Zecke die FSME-Viren in sich, werden sie mit dem Stich direkt übertragen. Ein schnelles Entfernen des Blutsaugers schützt somit nicht vor einer Infektion.
Das Tückische: Mit Medikamenten lässt sich FSME kaum heilen, da Antibiotika gegen Viren machtlos sind. Ärzte können nur symptomatisch helfen – beispielsweise das Fieber senken. Mit dem Virus an sich muss der Körper jedoch selbst fertig werden. Gegen das Virus kann man sich jedoch impfen lassen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt ein solches Vakzin jedoch nur für Menschen, die in entsprechenden Risikogebieten leben oder dorthin reisen.
Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) besteht ein Infektionsrisiko mit FSME hierzulande vor allem in Bayern und Baden-Württemberg, in Südhessen, im südöstlichen Thüringen und in Sachsen. Einzelne Risikogebiete befinden sich außerdem in Mittelhessen, im Saarland, in Rheinland-Pfalz und in Niedersachsen.
Die Zecken mit dem FSME-Virus breiten sich aktuell jedoch immer weiter aus. So sind im vergangenen Jahr fünf neue Risikogebiete hinzugekommen: jeweils ein Kreis in Bayern, Hessen, Sachsen und Thüringen. Als erster Kreis in Sachsen-Anhalt wurde zudem der Stadtkreis Dessau-Roßlau zum FSME-Risikogebiet. Insgesamt ist damit das FSME-Infektionsrisiko in 169 Kreisen erhöht. Insgesamt gab es laut dem RKI im vergangenen Jahr 704 FSME-Erkrankungen innerhalb Deutschlands. Das ist die höchste Zahl seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 2001.
Seite 2: Was es mit der Borreliose auf sich hat – und wie man sich vor Zecken-Bissen schützt
Eine weitere durch Zecken übertragbare Krankheit ist Borreliose; ausgelöst durch Bakterien, die sowohl das Nervensystem als auch die Gelenke und Organe sowie das Gewebe im Körper befallen und schädigen können. Die gute Nachricht: Anders als bei FSME wirken Antibiotika hier in den meisten Fällen gut. Die Therapie zieht sich jedoch meist über mehrere Wochen hin. Entscheidend für eine schnelle Heilung ist jedoch eine frühzeitige Antibiotikagabe.
Hier gilt: Wer von einer Zecke gestochen wurde, sollte sie so schnell wie möglich entfernen. Denn die Bakterien brauchen circa 24 Stunden, um von der Zecke in die Blutbahn des Menschen zu gelangen. Nach einem Stich sollten Betroffene zudem die Einstichstelle genau beobachten. Denn laut dem Portal Infektionsschutz.de tritt bei 90 Prozent der Infizierten binnen 30 Tagen nach dem Stich eine ringförmige Hautrötung um die Einstichstelle auf. In manchen Fällen kann die sogenannte Wanderröte aber auch an anderen Körperstellen auftreten – beispielsweise an Beinen, Kopf oder am Hals. Ist das der Fall, sollte ein Arzt aufgesucht werden, der ein passendes Antibiotikum verschreibt.
Weitere Krankheiten, die Menschen hierzulande durch einen Zeckenstich bekommen können, sind unter anderem Ehrlichiose, Rickettiose oder auch das Krim-Kongo-Fieber. Das passiert in Deutschland bislang zwar noch relativ selten. Der Klimawandel sorgt jedoch dafür, dass auch Zecken mit diesen und weiteren Erregern sich immer weiter ausbreiten.
Einen Überblick über die FSME- Risikogebiete hierzulande finden Sie hier – wobei dazu zu sagen ist, dass es auch außerhalb dieser Zonen Zecken geben kann, die Krankheiten übertragen.
Denn hier halten sich Zecken besonders gern auf. Im Wald ist die Gefahr besonders groß.
Bei enger, geschlossener Kleidung müssen Zecken erst einmal einen Zugang zur Haut finden. Ganz besonders wichtig: die Socken über die Hosenbeine ziehen! Wer dann auch noch helle Kleidung trägt, erkennt die kleinen Spinnentiere frühzeitig und kann sie entfernen.
Sprays oder Cremes mit reppellierender Wirkung können dazu beitragen, dass Zecken Sie gar nicht erst attraktiv finden. Wichtig: Die Wirkdauer ist begrenzt. Sprühen sie also regelmäßig nach.
Wenn Sie von ihrem Aufenthalt in der Natur zurückkommen, suchen Sie Ihren gesamten Körper gründlich ab! Besonders wohl fühlen sich Zecken in den Kniebeugen, an den Armen, unter den Achseln sowie im Schritt. Bei Kindern sollte außerdem der Kopf, Haaransatz und Nacken abgesucht werden.
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