Seit mittlerweile 20 Jahren gibt es den „Map-Report“ von Franke und Bornberg – und auch 2020 haben die Experten erneut den PKV-Markt untersucht. Im Bewertungsraster gab es drei Teilbereiche mit jeweils 30 möglichen Punkten: Bilanz, Service und Vertrag. Auch die Flexibilität der Anbieter kam auf den Prüfstand. Hier waren noch einmal 10 Punkte möglich.
12 Gesellschaften mit 45 Prozent Marktanteil (gemessen an den verdienten Beiträgen) lieferten in diesem Jahr die für das Rating erforderlichen Daten. Zu den weiteren 18 Gesellschaften, die keine Antworten beigesteuert haben, hat Franke und Bornberg nur die öffentlich zugänglichen Bilanzkennzahlen ausgewertet.
Die Debeka, Deutschlands größter privater Krankenversicherer, ist mit Ausnahme des Jahres 2017 seit 2001 Serien-Sieger im PKV-Rating des Map-Reports. Auch dieses Mal hat sie die Top-Position als Deutschlands bester PKV-Anbieter verteidigt. Die Gesellschaft überzeugte in allen drei Teilbereichen des Ratings. Während es bei den Bilanzkennzahlen mit 23,90 von maximal 30 Punkten zum sechsten Rang reichte, erzielte sie bei der Servicebewertung mit 27,60 von 30 Punkten ebenso wie bei den Vertragsdaten mit 36,80 von maximal 40 Punkten die Spitzenposition.
Der zweite Platz ging an die Provinzial Hannover. Mit 31 von maximal 36 Punkten im Vertragsteil konnte sie ihre hervorragende Bewertung vor allem durch stabile Beiträge erzielen. Aber auch in den Teilbereichen Bilanz und Service überzeugte die Provinzial mehrfach. Ihr Gesamtergebnis: 80,26 Punkte.
Die Krankenversicherer Signal Iduna, LVM, R+V, Allianz und Alte Oldenburger haben ebenfalls erneut ihren Platz in der Spitzengruppe behauptet. Wieder in der Riege der am besten bewerteten Anbieter ist die SDK.

„Gerade die PKV steht häufig wegen vermeintlich zu hoher Beiträge für ältere Versicherte und großer Beitragssprünge im Kreuzfeuer der Kritik“, heißt es im Rating. In der Berichterstattung falle häufig unter den Tisch, dass es klare Vorgaben für Beitragserhöhungen gibt. „So darf der Beitrag erst steigen, wenn die tatsächlichen Kosten die Kalkulation um mehr als 10 (teilweise 5) Prozent übersteigen.“ Größere Beitragssprünge seien damit programmiert.
Und weiter: „Auch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) fordert ihren Tribut. Der Map-Report untersucht die Beitragsentwicklung zu ausgewählten Fallkonstellationen. Und meldet für dieses Jahr Entwarnung: Die untersuchten Versicherer haben zum Jahresbeginn 2020 ihre Beiträge im Durchschnitt um 3,21 Prozent angehoben – eine ähnliche Größenordnung wie im Jahr zuvor.“
Laut Rating lag die durchschnittliche Beitragserhöhung bei einem Angestellten zwischen den Jahren 2000 und 2020 bei 3,76 Prozent pro Jahr. Zu Jahresbeginn 2020 sei ihr Beitrag durchschnittlich um 3,21 Prozent (Vorjahr: 2,87 Prozent) gestiegen.
In der Musterberechnung für einen Beamten stiegen die Bestandsbeiträge laut Untersuchung von 2000 bis 2020 jährlich um 2,94 Prozent. Zum Jahresanfang 2020 waren es 3,85 Prozent (Vorjahr: 2,14 Prozent). In der stationären Zusatzversicherung sei der Beitrag in den vergangenen 20 Jahren durchschnittlich um 0,31 Prozent pro Jahr gewachsen. Anfang 2020 habe die Steigerung bei den untersuchten Gesellschaften 1,60 (Vorjahr: 3,24) Prozent betragen.
Diesem liegt ein im Jahr 1982 abgeschlossener Vertrag zugrunde. „Anfang des Jahres 2020 sind die Beispielkunden bereits 78 und 76 Jahre alt. Für diese Versicherten entfaltet die Verwendung der Alterungsrückstellung nach Paragraf 150 VAG ihre Wirkung“, schrieben die Analysten.
Und weiter: „Im beobachteten Zeitraum der Jahre 2000 bis 2020 lag die durchschnittliche Beitragserhöhung in der Beispielrechnung des im Ruhestand befindlichen ehemaligen Angestellten im Branchenschnitt wie im Vorjahr bei 2,3 Prozent. Das sind 1,4 Prozentpunkte weniger als bei den Vergleichstarifen. Zum Jahresbeginn 2020 wurde der Beitrag durchschnittlich um 1,7 Prozent erhöht (Vorjahr: 3,4 Prozent).“
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