Mieten, Pflege, Klimawandel

Die neuen Ängste der Deutschen

Die Ängste der Deutschen sind laut einer Studie auf ein 25-Jahres-Tief gesunken. Völlig sorglos sind die Bundesbürger aber nicht – Themen wie Pflegebedürftigkeit, Umweltprobleme und hohe Mieten treiben die Deutschen weiterhin um. Hier kommen die Details.
© Pixabay
Hochwasser im Park: Dank des Klimawandels kommt es auch in Deutschland immer häufiger zu Extremwetter – eine große Sorge der Deutschen.

So wenig Ängste wie heute hatten die Menschen in Deutschland zuletzt vor 25 Jahren – so das Ergebnis einer aktuellen Studie der R+V Versicherung. In Zahlen sieht das so aus: Der Zustimmungswert für alle abgefragten Sorgen ist von zuletzt durchschnittlich 47 auf 39 Prozent gesunken. Dennoch gibt es Themen, die die Deutschen weiterhin belasten.

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So gehört beispielsweise das Thema Pflegebedürftigkeit im Alter laut Brigitte Römstedt, Leiterin des R+V Infocenters, zu den Top-Ängsten hierzulande: 45 Prozent der Deutschen machen sich darum Sorgen. Anders sieht es bei den Krankheitssorgen: „Obwohl doch fast jeder in seinem Bekanntenkreis Menschen hat, die einen Herzinfarkt hatten oder an Krebs erkrankt sind, ist die Angst, selbst schwer zu erkranken, erstaunlich gering. Das sind 35 Prozent.“

Aber auch der knappe Wohnraum in vielen Regionen und die wachsenden Immobilienpreise bereiten den Deutschen Sorgen: Nahezu jeder zweite Bürger (45 Prozent) hat große Angst davor, dass Wohnen in Deutschland bald unbezahlbar wird. 

Die Studie zeigt zudem das Bewusstsein der Menschen für „grüne“ Themen:  

2019 haben 41 Prozent der Befragten Angst davor, dass der Klimawandel dramatische Folgen für die Menschheit hat. Ebenso viele Deutsche befürchten, dass Naturkatastrophen zunehmen und Deutschland immer häufiger von Wetterextremen wie Dürre, Hitzewellen oder Starkregen betroffen wird.

Dazu Manfred Schmidt, Politikwissenschaftler an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg: „Die Erhebungen der Ängste-Studien zeigen, dass die Deutschen Themen rund um Natur und Umwelt sehr ernst nehmen. Mehr noch: Gefährdungen der natürlichen Umwelt werten viele Deutsche als rational und emotional bedrohliche Herausforderungen – nicht nur als technische Probleme, deren Lösung den Politikern und den Spezialisten obliegt.“ 

Eine weitere große Angst: Gewalt und Terror

Fast jeder zweite Befragte (47 Prozent, Platz 5) befürchtet, dass sich der politische Extremismus ausbreitet. Am meiste ängstige die Befragten der als extrem gewaltsam eingestufte islamische Extremismus (38 Prozent), berichtet Schmidt. Als erheblich geringer gilt demnach die Bedrohung durch den Rechtsextremismus (25 Prozent). „Fast unbekümmert scheinen die Befragten den Linksextremismus zu bewerten“, so Schmidt. Dieser Wert liegt bei lediglich 4 Prozent.

Die Angst vor Attentaten ist laut Studie aber gesunken: In den Jahren 2016 und 2017 war diese auf überdurchschnittliche Werte geschossen. 2018 betrug sie noch 59 Prozent, heute liegt sie bei 4 Prozent.

Die laut Studie größte Sorge der Deutschen dreht sich rund ums Thema Politik:

„Seit vier Jahren verdrängen politische Sorgen alle anderen Ängste. Im Fokus stehen dabei die Überforderung der Politiker und drohende soziale Spannungen“, so Römstedt. 56 Prozent (Vorjahr: 63 Prozent) der Deutschen befürchten, dass der Staat durch die große Zahl der Flüchtlinge überfordert ist – ganz knapp Platz eins der diesjährigen Umfrage. 

Fast ebenso viele Bürger (55 Prozent, Vorjahr: 63 Prozent) haben Angst davor, dass es durch den weiteren Zuzug von Ausländern zu Spannungen zwischen Deutschen und hier lebenden Ausländern kommt. Mit ebenfalls 55 Prozent folgt eine außenpolitische Sorge: Die Mehrheit der Deutschen befürchtet, dass die Politik von Donald Trump die Welt gefährlicher macht.

Autorin

Juliana Demski gehörte dem Pfeffi-Team seit 2016 an. Sie war Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Das Unternehmen hat sie im Januar 2024 verlassen.

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