Laut Studie

Bürgerversicherung hätte GKV-Beitragserhöhungen zur Folge

SPD, Linke und Grüne wollen in Deutschland die Bürgerversicherung etablieren. Eine Idee dahinter: Wenn die Gutverdiener aus der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln, können die Beiträge sinken. Eine aktuelle Studie hat nun aber ergeben, dass eine Bürgerversicherung eher zu Beitragserhöhungen in der GKV führen könnte.
© Getty Images
Eine Ärztin behandelt einen Patient: Bei der Durchsetzung einer Bürgerversicherung müssten GKV-Versicherte mit Beitragserhöhungen rechnen.

Eine Bürgerversicherung, wie sie unter anderem die Sozialdemokraten planen, würde laut der aktuellen Studie „Budget Impact Bürgerversicherung“ des Instituts für Mikrodaten-Analyse zu einer Beitragserhöhung führen. 

Mehr zum Thema

Mehrheit der Deutschen sympathisiert mit Bürgerversicherung

Eine Gesundheitskasse für Angestellte, Beamte, Selbstständige und Freiberufler – das Konzept der Bürgerversicherung wird laut…

„Wir brauchen das Geld aus den Altersrückstellungen nicht“

Auf die Frage, ob die SPD die PKV ausbluten lassen wolle, antwortete Karl Lauterbach: „Am…

„Ohne die PKV könnten die laufenden Kosten der Krankenhäuser nicht gedeckt werden“

„Die Behauptung, in Deutschland gebe es eine Zweiklassenmedizin, ist grundfalsch“, schreibt Axel Ekkernkamp, Ärztlicher Direktor…

Die Analysten haben dabei angenommen, dass die Pro-Kopf-Ausgaben von GKV und PKV so vereinheitlicht würden, dass die Gesamteinnahmen und -ausgaben unverändert bleiben. 

Soll das Gesundheitssystem nach dem Wechsel zur Bürgerversicherung nicht schlechter sein als vorher, müssten die Leistungen der gesetzlich Versicherten an die Leistungen der privat Versicherten angeglichen werden. 

Und das bedeutet?

Laut Studie höhere Beiträge. Konkret: Um 1,5 Prozentpunkte höhere Beiträge. Zurzeit liegt der Durchschnittsbeitrag der GKV bei 15,7 Prozent. Nach den Berechnungen wären es dann 17,2 Prozent, berichtet das Ärzteblatt auf Basis der Studie. 

PKV würde profitieren

Privatversicherte würden durch die Bürgerversicherung außerdem stark entlastet, so die Studienautoren. Denn die Altersrückstellungen von rund 210 Milliarden Euro (bis Ende 2017) könnten unternehmensintern einbehalten werden.

Eine nicht ausgabenbudgetneutrale Bürgerversicherung würde die private Krankenversicherung (PKV) zusätzlich entlasten – so sagt es das Institut voraus – das Gesundheitssystem aber belasten, da weniger Finanzmittel zur Verfügung stünden.

Das müsste dann wiederum der Staat über eine Verdreifachung des Bundeszuschusses ausgleichen. Oder er müsste Krankenhäuser, Arztpraxen und Apotheken schließen und Preise für Arzneimittel senken, so die Studienautoren weiter.

Autorin

Juliana Demski gehörte dem Pfeffi-Team seit 2016 an. Sie war Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Das Unternehmen hat sie im Januar 2024 verlassen.

Teilen:
Nicht verpassen!

Pfefferminzia.pro

Eine Plattform, die liefert: aktuelle Informationen, praktische Services und einen einzigartigen Content-Creator für Ihre Kundenkommunikation. Alles, was Ihren Vertriebsalltag leichter macht. Mit nur einem Login.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Pfefferminzia