Heilmittel spielen in der medizinischen Behandlung eine wichtige Rolle. Physiotherapie, Logopädie, Podologie, Ergo- oder Ernährungstherapie tragen wesentlich zur Genesung von Patienten bei. Allerdings sind die Kosten für solche Heilmittel in den vergangenen Jahren ordentlich gestiegen. So verzeichnet der GKV-Spitzenverband zwischen 2021 und 2025 eine Ausgabensteigerung von 10,43 auf 14,83 Milliarden Euro. Nur ein konkretes Beispiel aus dem Bereich der Physiotherapie: Für eine krankengymnastische Behandlung neurologischer Patienten mit einer Dauer von 30 bis 45 Minuten wurden vor rund zehn Jahren je nach Bundesland und Vertrag etwa 30 bis 35 Euro vergütet. Seit Januar 2026 liegt die bundesweit gültige Vergütung bei 58,83 Euro – fast eine Verdoppelung innerhalb eines Jahrzehnts.
Darum sind die Kosten für Heilmittel so stark gestiegen
Diese enorme Steigerung der Kosten für Heilmittel hat mehrere Gründe. Neben der allgemeinen Inflation mit steigenden Mieten und Energiekosten sind auch höhere Personalausgaben ausschlaggebend. Gerade Heilmittelpraxen arbeiten sehr personalintensiv. Hinzu kommen erweiterte Dokumentationspflichten und organisatorische Anforderungen sowie eine wachsende Nachfrage. Sie entsteht unter anderem durch den steigenden Anteil älterer Menschen in der Bevölkerung. Die bundesweise Vereinheitlichung der Kosten für Heilmittel im Zuge des Terminservice- und Versorgungsgesetzes ab 2019 hat ebenfalls ihren Teil zur Kostensteigerung beigetragen.
Erstattungshöchstgrenzen halten mit Kosten oft nicht Schritt
Das Problem, das daraus vor allem bei älteren PKV-Verträgen entsteht: Manche Policen erstatten die Kosten für Hilfsmittel nicht unbegrenzt, sondern bis zu einem bestimmten Betrag pro Anwendung oder mit einem gedeckelten Jahresbudget. Wenn die tatsächlichen Behandlungspreise schneller steigen als die tariflichen Höchstbeträge, entsteht eine wachsende Lücke zwischen dem Rechnungsbetrag und dem erstattungsfähigen Höchstbetrag des Versicherers. Der Kunde muss also zuzahlen – nicht schön.
Vermittler sollten deshalb darauf achten, ob eine PKV Heilmittelkosten entweder ohne feste Obergrenzen zu 100 Prozent erstattet oder aber mit dynamischen Höchstbeträgen ausgestattet ist, die sich an die Kostenentwicklung anpassen. Ist das nicht der Fall, kann ein vermeintlich attraktiver Tarif nach einigen Jahren in der Praxis deutlich weniger wert sein.