„Großteil der Patienten gehört da nicht hin“

Kassenärzte-Chef kann sich 50-Euro-Gebühr für Notaufnahme vorstellen

Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen will von nicht-akuten Patienten eine Gebühr von 50 Euro verlangen, wenn sie in die Notaufnahme kommen. Andreas Gassen, Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, sieht darin ein äußerstes Mittel, um den anhaltenden Run auf die Notfallambulanzen der Krankenhäuser einzudämmen.
© KBV
Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV).

Keine Toleranz mehr bei Bagatelle-Erkrankungen: Den Vorschlag der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen, eine Gebühr von 50 Euro für Patienten zu erheben, die ohne akuten Notfall in die Notaufnahme gehen, stoßen bei Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), auf offene Ohren.

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„Eine finanzielle Steuerung wäre genau der Hebel, der helfen würde“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. In vielen anderen Ländern Europas sei so etwas längst üblich.

„Der Großteil der Patienten, die in die Notaufnahme kommen, gehört da nicht hin“, begründete der KBV-Chef die ungewöhnliche Maßnahme. „Viele kommen ins Krankenhaus, weil sie keine Lust oder keine Zeit haben, sich einen Termin bei einem niedergelassenen Kollegen zu besorgen.“ Ziel müsse sein, so Gassen, dass man nur noch diejenigen in den Notaufnahmen habe, die später auch stationär behandelt werden müssten.

Zugleich betonte der Verbandschef, dass die geforderte Gebühr von 50 Euro die „Ultima Ratio“, also als letzter Lösungsweg zu verstehen sei, wenn zuvor alle sonstigen Lösungsvorschläge verworfen wurden. Es müsse hier eine bundesweite Lösung geben, forderte der Vorstandsvorsitzende der KBV.

Autor

Lorenz

Klein

Lorenz Klein gehörte dem Pfefferminzia-Team seit 2016 an, seit 2019 war er stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Im Oktober 2023 hat Klein das Unternehmen verlassen, um sich neuen Aufgaben in der Versicherungsbranche zu widmen.

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