GKV

Zahnärzte verschweigen oft Zusatzkosten

Viele Zahnärzte klären ihre gesetzlich versicherten Patienten offensichtlich nicht über kostenpflichtige Zusatzleistungen auf. Das ist das Ergebnis einer Online-Umfrage dreier Verbraucherzentralen. Die Betroffenen müssen die Rechnung dann am Ende selbst zahlen. Die Verbraucherzentralen fordern daher nun ein härteres Durchgreifen bei Verstößen.
© Getty Images
Ein Zahnarzt aus der Sicht eines Patienten: GKV-Versicherte erhalten oft zu wenig Aufklärung darüber, dass sie Sonderleistungen selbst bezahlen müssen.

„Viele Zahnärzte kommen offenbar ihren gesetzlichen Aufklärungspflichten über Zusatzkosten und gesetzliche Kassenleistungen nicht nach. Kassenpatienten werden hierdurch mit unnötigen Mehrkosten belastet und in ihrer Wahlfreiheit beschränkt. Die Zahnärzteschaft muss diese Fehlentwicklung dringend korrigieren“, heißt es von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

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Zusammen mit den Verbraucherzentralen Berlin und Rheinland-Pfalz hat sie 1.000 gesetzlich Krankenversicherte zu diesem Thema online befragt. Danach gaben vier von zehn Befragten an, dass ihr Zahnarzt sie vor Beginn der Behandlung nicht schriftlich über die Kosten der Zusatzleistung aufgeklärt hat.

Fast jeder Zweite hatte nicht wie vorgeschrieben eine schriftliche Kostenübernahme bestätigt. Genauer: Jeder Vierte der befragten Patienten gab bei Leistungen von 500 bis 1.000 Euro und jeder Fünfte bei Leistungen ab 1.000 Euro an, ein Einverständnis zur Kostenübernahme nicht unterschrieben zu haben.

Gut ein Drittel der Interviewten kritisierte außerdem, keine Infos über mögliche Risiken der Zusatzleistung bekommen zu haben. Und mehr als ein Viertel erhielt vor Behandlungsbeginn keine Information über die mögliche Kassenleistung.

Um dieser Praxis entgegenzuwirken, fordern die Verbraucherzentralen von den Kassenzahnärztlichen Vereinigungen nun eine konsequentere Kontrolle und Sanktion bei Verstößen.

Autorin

Juliana Demski gehörte dem Pfeffi-Team seit 2016 an. Sie war Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Das Unternehmen hat sie im Januar 2024 verlassen.

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