Fälle, Betten, Träger, Personal

7 Grafiken zum Kostentreiber Krankenhaus

Es ist ja schon lange bekannt, dass vor allem steigende Kosten in Krankenhäusern die Krankenkassen belasten. Wie sich das genau entwickelt und wie es um die aktuelle Krankenhaus-Landschaft bestellt ist, zeigen einige Grafiken des Verbands der Ersatzkassen (VDEK).
Tolle, teure Technik: Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (l, CDU) sieht sich im Krankenhaus GRN-Klinik Weinheim ein Gerät für Computertomografie an. Rechts im Bild die Ärztliche Direktorin Lelia Bauer.
© picture alliance/dpa | Bernd Weißbrod
Tolle, teure Technik: Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (l, CDU) sieht sich im Krankenhaus GRN-Klinik Weinheim ein Gerät für Computertomografie an. Rechts im Bild die Ärztliche Direktorin Lelia Bauer.

Jedes Jahr stellt der Verband der Ersatzkassen (VDEK) viele Daten zum deutschen Gesundheitswesen zusammen. Zum 29. Mal hat er somit seine Broschüre mit Statistiken zu Bevölkerung, Versicherten und Krankenkassen, Finanzierung, Versorgung und sozialer Pflegeversicherung (SPV) veröffentlicht (Download hier).

Die Zahlen bestätigen im Grunde das schon seit Jahren bekannte Problem: Ausgaben steigen und die Beiträge auch. Doch Letztere können mit Ersteren nicht mithalten.

In den vergangenen zehn Jahren stiegen die Leistungsausgaben um 54,6 Prozent von 202,0 Milliarden Euro 2015 auf 312,3 Milliarden Euro 2024. Das sind im Durchschnitt 4,4 Prozent pro Jahr.

Im laufenden Jahr dürften die Ausgaben auf den Rekordwert von 341,4 Milliarden Euro steigen, heißt es vom VDEK. Hauptausgabengebiete sind

  • stationäre Versorgung (voraussichtlich 106,9 Milliarden Euro)
  • Arzneimittel (voraussichtlich 58,1 Milliarden Euro)
  • ambulante Versorgung (voraussichtlich 52,8 Milliarden Euro)

So weit zu den großen Zahlen. Die Broschüre geht unter anderem detailliert auf das Thema Krankenhaus ein. Sehen wir doch mal nach. Da wäre zunächst der Trend, wie sich die Ausgaben für Krankenhausbehandlungen entwickelt haben. Es ist die steile Linie. Die Zahl der Fälle hat hingegen das Niveau vor Corona noch gar nicht wieder erreicht:

Ausgaben für Krankenhausbehandlung, Krankenhäuser, Betten, Berechnungstage und Fälle (Quelle: VDEK)
Ausgaben für Krankenhausbehandlung, Krankenhäuser, Betten, Berechnungstage und Fälle (Quelle: VDEK)

Seit Jahren steigen also die Kosten. Das führt dazu, dass die Bundesländer wieder verstärkt Geld hinzubuttern müssen, Tendenz steigend. Die große Trendwende ist in der Grafik gut zu erkennen:

Krankenhausfördermittel und Brutto-Gesamtkosten im Krankenhauswesen (Quelle: VDEK)
Krankenhausfördermittel und Brutto-Gesamtkosten im Krankenhauswesen (Quelle: VDEK)

Eine weitere Grafik zeigt, wie sich das Personal im Krankenhaus zahlenmäßig entwickelt hat. Wer jetzt einen Einbruch nach Art des Personalmangels erwartet, liegt falsch. Bisher geht es sehr stetig nach oben:

Ärztliches und nichtärztliches Personal in Krankenhäusern (Quelle: VDEK)
Ärztliches und nichtärztliches Personal in Krankenhäusern (Quelle: VDEK)

Die folgende Grafik zeigt, dass die meisten Krankenhäuser in Deutschland eher klein sind. Außerdem sind Patienten in diesen eher kleinen Krankenhäusern im Schnitt länger untergebracht als in den großen. Zur Darstellung: Die waagerechte Skala markiert die Zahl der Betten. Die Zahlen auf den Säulen zeigen, wie viele Krankenhäuser es in der Größenordnung gibt. Und die Zahlen in den Säulen ist die durchschnittliche Liegedauer in Tagen.

Krankenhäuser nach Bettenzahl und Verweildauer in Tagen (Quelle: VDEK)
Krankenhäuser nach Bettenzahl und Verweildauer in Tagen (Quelle: VDEK)

Vor allem die kleinen Krankenhäuser sind häufig privat. Denn laut der nächsten Grafik gibt es in Deutschland 756 private Krankenhäuser mit 98.107 Betten. Macht im Schnitt 129 Betten pro Krankenhaus. Öffentliche Krankenhäuser gibt es nur 539, dafür aber mit 226.622 Betten. Macht 420 Betten pro Haus.

Krankenhäuser nach Art der Träger und Zahl der Betten (Quelle: VDEK)
Krankenhäuser nach Art der Träger und Zahl der Betten (Quelle: VDEK)

Die nächste Grafik teilt die Krankenhauslandschaft nach Bundesländern auf. Mit der Erkenntnis, dass die meisten Krankenbetten mit großem Abstand in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg stehen. Allerdings werden dort auch die meisten Fälle behandelt. Die wenigsten Betten gibt es in Bremen, und die sind dazu passend auch am stärksten ausgelastet.

Krankenhäuser nach Bundesländern, Bettenzahl, Auslastung, Fallzahlen und mehr (Quelle: VDEK)
Krankenhäuser nach Bundesländern, Bettenzahl, Auslastung, Fallzahlen und mehr (Quelle: VDEK)

Bleibt am Ende noch eine Information aus der Kategorie „nutzloses, aber interessantes Wissen“. Denn hier sind einmal jene zehn Operationen, die in Krankenhäusern besonders häufig stattfinden. Ganz vorn ein zentrales Organ, das fürs Wohlbefinden ganz besonders wichtig ist.

Die zehn häufigsten Operationen im Krankenhaus an Männern und Frauen (Quelle: VDEK)
Die zehn häufigsten Operationen im Krankenhaus an Männern und Frauen (Quelle: VDEK)

Autor

Andreas

Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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