„Existenziell bedrohlicher Liquiditätsengpass“ in der GKV droht

PKV soll sich stärker an Corona-Kosten beteiligen

Die Krankenkassen sind durch die Corona-Krise besonders stark belastet. SPD-Politikerin Bärbel Bas fordert nun, dass sich auch die PKV stärker an den Kosten beteiligen soll. Es könne nicht sein, dass die GKV die Beiträge anheben müsse, während die Privaten nicht wüssten, wohin mit ihrem Geld, so Bas. Laut eines Papiers des GKV-Spitzenverbands steuert die GKV zum Jahreswechsel auf einen „existenziell bedrohlichen Liquiditätsengpass“.
© picture alliance/Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa
Corona-Teststation in Dresden: Die Frage, wer die Kosten für die Pandemie trägt, sorgt für Diskussionen.

Die SPD-Fraktion will die private Krankenversicherung stärker an den Kosten der Corona-Krise beteiligen. Das meldet die Nachrichtenagentur DTS und beruft sich auf das Nachrichtenmagazin „Spiegel“. „Die private Krankenversicherung beteiligt sich so gut wie gar nicht, während wir Schutzschirme für die Krankenhäuser bauen“, wird die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Bärbel Bas zitiert. Dass die gesetzliche Krankenversicherung die Beiträge anheben müsse, während die Privaten nicht wüssten, wohin mit ihrem Geld, könne nicht sein, so Bas weiter.

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Einem aktuellen Bericht des „Handelsblatts“ zufolge haben erste Krankenkassen bereits Liquiditätsprobleme. Pleiten seien möglich. „Ohne gesetzliche Maßnahmen steuert das Finanzierungssystem der Krankenversicherung spätestens zum Jahreswechsel 2020/2021 auf einen existenziell bedrohlichen Liquiditätsengpass zu: Die Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds wird im Verlauf des zweiten Halbjahres aufgrund der absehbaren Mindereinnahmen und vorgegebenen Zahlungsverpflichtungen aufgebraucht sein“, zitiert die Zeitung aus einem Positionspapier des GKV-Spitzenverbandes.

Durch die Corona-Pandemie kommen auf die gesetzlichen Krankenkassen zudem Mehrausgaben zu. Nach Plänen von Gesundheitsminister Jens Spahn sollen sie etwa die Kosten für Corona-Massentests tragen (wir berichteten).

Kritik an teurer Schutzkleidung

Für die Zeit nach der Corona-Krise forderte die SPD-Politikerin Bas zudem laut Agenturmeldung Konsequenzen bei den Preisen für Schutzmaterial. Man habe gesehen, dass Cent-Produkte nun plötzlich viele Euro kosten. „Das darf man nicht dem Markt überlassen.“

Autorin

Hannah

Dudeck

Hannah Dudeck arbeitete von April bis Juni 2020 als freie Redakteurin für Pfefferminzia.

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2 Antworten

  1. Die GKV hat sich doch immer gerühmt sie sei deutlich solider als die PKV. Was soll dann dieses Rumgeheule??? Hat man sich etwa mit den ganzen Selbstbeweihräucherungen etwas zu sehr aus dem Fenster gelehnt??

    🙂

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