Statistik

Erkrankung, Unfall & Co: Was zur Überschuldung der Bürger führt

Mit knapp 35.000 Euro sind Personen, die sich an eine Schuldnerberatung wenden, im Durchschnitt verschuldet. Was zur finanziellen Not führt, hat das Statistische Bundesamt ermittelt.
Eine Schuldnerberatung in Berlin: Erkrankung, Unfall, aber auch eine Scheidung kann zur Verschuldung führen.
© picture alliance/dpa | Jens Kalaene
Eine Schuldnerberatung in Berlin: Erkrankung, Unfall, aber auch eine Scheidung kann zur Verschuldung führen.

Erkrankung, Sucht oder Unfall sind mit 18 Prozent Hauptauslöser einer Überschuldung von Menschen hierzulande. Dicht gefolgt von Arbeitslosigkeit (17 Prozent). Damit setzt sich der Trend fort: Arbeitslosigkeit hat in den vergangenen zehn Jahren als Überschuldungsgrund an Bedeutung verloren, Erkrankung, Sucht und Unfälle hingegen an Bedeutung gewonnen.

Die Zahlen entstammen der Überschuldungsstatistik 2025 des Statistischen Bundesamts und beruhen auf Auskünften von Schuldnerberatungen.

Trennung oder Scheidung häufigste Ursache bei Alleinerziehenden

Die durchschnittliche Schuldenhöhe aller beratenen Personen belief sich auf 34.650 Euro. Männer hatten im Schnitt mit 39.717 Euro mehr Schulden als Frauen mit 29.500 Euro. Das kann bedeuten, dass Männer grundsätzlich stärker verschuldet sind oder dass Frauen schon mit niedrigerem Schuldenstand eine Beratung aufsuchen.

Bei Alleinerziehenden waren familiäre Veränderungen besonders häufig Anlass für finanzielle Schwierigkeiten. Sowohl für alleinerziehende Frauen als auch Männer war in knapp einem Viertel der Fälle eine Trennung, eine Scheidung oder der Tod des Partners beziehungsweise der Partnerin der Hauptauslöser der Überschuldung.

Gesundheitliche Probleme sorgen für Geldnot

Mehr als die Hälfte (52 Prozent) der Überschuldeten lebt allein. Bei fast jedem vierten von ihnen ist die prekäre Finanzlage auf gesundheitliche Probleme zurückzuführen.

Die meisten der Ratsuchenden haben gleich bei mehreren Gläubigern Schulden. Besonders häufig – in 57 Prozent der Fälle – gehören dazu Zahlungsrückstände gegenüber der öffentlichen Hand, etwa Finanzämtern, gesetzlichen Renten- und Krankenversicherungsträgern oder der Bundesagentur für Arbeit und deren Jobcentern. Weitere typische Gläubiger sind Telekom-Unternehmen (47 Prozent). Ratenkredite bei Kreditinstituten betrafen rund 37 Prozent der Fälle, bei 29 Prozent ging es um offene Rechnungen im Online- und Versandhandel.

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Autorin

Sabine

Groth

Sabine Groth schreibt seit über 20 Jahren schwerpunktmäßig über Geldanlage sowie weitere Finanz- und Wirtschaftsthemen, seit 2009 als freie Journalistin. Zu ihren Auftraggebern zählen vor allem Fachmagazine und -portale.

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