Liegen Krankheiten oder Beschwerden vor, lässt der Arzt beziehungsweise Heilpraktiker oftmals ein Blutbild in einem Labor erstellen. Unterschieden wird hier zwischen dem kleinen und dem großen Blutbild. Das kleine Blutbild kommt meist im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung zum Einsatz. Zusätzlich beim Verdacht des Vorliegens bestimmter Krankheiten, wie zum Beispiel einer Blutarmut, Infektionen oder Störungen der Blutgerinnung.
Gemessen werden, neben weiteren Laborwerten, die Zahl bestimmter Blutzellen wie die roten (Erythrozyten) und die weißen Blutkörperchen (Leukozyten), die Blutplättchen und die Menge des Blutfarbstoffes Hämoglobin. Bei der Erstellung des kleinen Blutbildes muss der Patient nicht zwangsläufig nüchtern sein, da eine Nahrungsaufnahme die Werte kaum verändert. Anders bei einem großen Blutbild. Hier werden zusätzliche Werte gemessen. Darunter auch Werte des Zucker- und Fettstoffwechsels.
Zur Untersuchung muss man deshalb nüchtern erscheinen. Das bedeutet im Idealfall nach 20 Uhr des vorangegangenen Abends außer Wasser und ungesüßtem Tee nichts mehr zu sich genommen zu haben. Das große Blutbild wird häufig beim Verdacht auf Infektionen erstellt, da es auch zwischen unterschiedlichen Leukozyten differenziert. Weiterhin können Rückschlüsse auf den Zustand bestimmter Organe wie Leber und Niere getroffen werden.
Was ist eigentlich normal?
Kommen die Ergebnisse vom Labor zurück, spricht der Heilbehandler diese mit dem Patienten im Idealfall durch. Es kommt jedoch leider auch häufig vor, dass dafür die Zeit, beziehungsweise besser gesagt, die dafür angemessene Vergütung des Arztes fehlt. Wurde nichts Auffälliges festgestellt, erhält der Patient dann häufig nur die Aussage: „Alles o.k., Ihre Werte sind normal“. Nur was ist eigentlich normal und wie kommen die Normwerte zustande?
Schauen wir uns zunächst bestimmte Begriffe an. Es wird entweder von Norm-, Normal- oder Referenzwerten gesprochen. Ermittelt werden diese wie folgt: Es werden die Ergebnisse einer großen Zahl offensichtlich gesunder verglichen. Zusätzlich wird zwischen den Geschlechtern und teilweise dem Alter differenziert. Dies vor allem bei Kindern und Jugendlichen. Der „Normalwert“ definiert sich durch die Ober- und Untergrenze, in denen sich 95 Prozent aller Messwerte befinden. Das bedeutet jedoch, dass bei mindestens jedem Zwanzigsten statistisch gesehen Werte vorliegen, die vom Normwert bzw. -bereich abweichen.
Damit bedeutet es nicht automatisch, dass man vollkommen gesund ist, sofern die Werte im Normbereich liegen, noch dass der Mensch zwangsläufig krank ist, wenn sie außerhalb dieses Bereiches liegen. Hinzu kommt, dass die individuellen Werte auch von der Tagesform abhängen und damit von einem Tag auf den anderen schwanken können. Deshalb sollte nicht von Normal- oder Normwerten, sondern am besten von Referenzwerten gesprochen werden. Weiterhin ergeben sich einige Aspekte, die beim Normwert bzw. -bereich kritisch hinterfragt werden sollten:
– Was genau bedeutet „offensichtlich gesund“ und wie genau ist das definiert?
– Wie groß ist die Spanne zwischen niedrig und hoch normal?
Bei der großen Zahl von Personen, welche die Referenzgruppe darstellen, wird es sich meist nicht um jene handeln, die optimal versorgt sind, möglichst wenig Umweltgiften ausgesetzt sind, keine Medikamente nehmen und keinem übermäßigen Stress ausgesetzt sind. Deshalb liest und hört man häufig von Ärzten wie Ulrich Strunz und Michael Spitzbart, welche sich auf Prävention und Gesunderhaltung spezialisiert haben, folgende Aussage:
„Wenn Ihr Arzt zu Ihnen sagt, dass Ihre Werte normal sind, bedeutet das lediglich, dass Sie so gesund, wie der durchschnittliche Kranke in Deutschland sind.“
Wer an sich selbst höhere Ansprüche stellt und voll leistungsfähig sein möchte, wird sich mit „alles im normalen Bereich“ kaum zufriedenstellen können.
Unterschiedliche Ergebnisse je nach Labor und Bundesland
Unterschiedliche Werte können sich auch je nach Bundesland ergeben. So ist die Jodversorgung in Süddeutschland geringer, da die Böden hier jodarm sind, während sie an den Küsten durch das Verzehren von frischem Fisch höher ist.
Hinzu kommt, dass die Labore mit unterschiedlich feinen Messgeräten ausgestattet sind. So können einige beim Entzündungsfaktor CRP, (C-reaktives Protein), nur Angaben von zum Beispiel < 1 mg/l Liter machen. Durch inzwischen durchgeführte Studien und ultrasensitive CRP-Tests, sind zwischenzeitlich jedoch Zusammenhänge zwischen der Häufigkeit von koronaren Herzerkrankungen und CRP-Werten von 0,5 und 4 mg/l festgestellt worden.
Einige Labore können sogar Werte ab 0,175 mg/l messen. Berücksichtigen wir nun den Referenzwert von < 5,00 mg/l. Dieser sagt aus, dass alles „normal“ sei, solange der gemessene Wert unter dieser Schwelle liegt. Optimal liegt der Wert < 0,1 mg/l. An diesem Beispiel ist gut ersichtlich, dass man für eine sinnvolle Prävention genauer hinschauen sollte.
Orthomolekulare Medizin
Genau das ist der Ansatz der orthomolekularen Medizin. Den Grundstein dafür legte der Nobelpreisträger Linus Pauling im Jahr 1968. Er bildete auch die Definition:
„Orthomolekulare Medizin ist die Erhaltung der Gesundheit und die Behandlung von Krankheiten durch Veränderung der Konzentration von Substanzen im menschlichen Körper, die normalerweise vorhanden und für die Gesundheit erforderlich sind.“
Anders als in der Homöopathie, die häufig kritisiert wird, da Wirkstoffe so weit verdünnt (potentiert) werden, dass diese im Endprodukt nicht mehr nachweisbar sind, geht es bei der orthomolekularen Medizin um reine Biochemie. Hierbei werden circa 45 Vitalstoffe gemessen, die auch als Mikronährstoffe bezeichnet werden. Liegt ein Mangel vor, wird dieser gezielt behoben. Bei kleineren Mängeln durch eine entsprechende Ernährung. Größere müssen meist mit Ergänzungsmitteln ausgeglichen werden. Neben den üblichen Blutwerten kann auch ein Vitaminstatus erstellt werden. Dieser zeigt die Versorgung des Organismus mit den unterschiedlichsten Vitaminen. Der Mineralstatus liefert entsprechende Informationen bezüglich der Mineralstoffversorgung.
Beim Aminogramm wird der Status von 23 Aminosäuren gemessen. Grob vereinfacht gesagt also die Eiweißversorgung des Körpers. Dabei wird zwischen essenziellen, also solchen, die der Körper nicht selbst bilden kann und nicht essenziellen Aminosäuren unterschieden. Weiterhin kann der Omega-3-Index erstellt werden. Dieser lässt unter anderem Rückschlüsse zu, wie gut der Mensch vor oxidativen Prozessen geschützt ist. Außerdem, wie hoch das Risiko für Herzkrankheiten ist, bis hin zur Anfälligkeit für Depressionen. Insgesamt sind die Referenzwerte im Bereich der orthomolekularen Medizin höher als bei Standardblutbildern. Hier wird sich an Werten orientiert, die eine möglichst optimale Versorgung des Menschen darstellen.
Serum- und Vollblutanalyse
Bei üblichen Blutbildern werden die Werte im Serum gemessen. Also in der Flüssigkeit, die man erhält, wenn die Blutprobe zentrifugiert wurde. Beim orthomolekularen Blutbild werden bestimmte Werte im Vollblut, also in den Zellen, gemessen. Hierbei handelt es sich um Natrium, Kalium, Kalzium, Magnesium, Kupfer, Eisen, Zink und Selen. Das Blut ist für den gesamten Organismus lebenswichtig. Sind dort Mängel vorhanden, schütten die Zellen diese Stoffe zum Ausgleich der Blutversorgung aus.
Misst man nun rein im Serum, kann es zu normalen Messwerten kommen, während die Zellen am Verhungern sind. Obwohl aus klassischer Sicht also „alles normal“ ist, können die Zellen längst nicht mehr die optimale Leistung erbringen. So verwundert es nicht, dass viele Menschen, trotz normaler Blutwerte, anfälliger als nötig für Krankheiten und Stress sind, schlechter schlafen, müde sind oder eben einfach nicht das an physischer und psychischer Leistung erbringen, als sie könnten. Ein orthomolekulares Blutbild erkennt auch zelluläre Mängel, sodass diese gezielt ausgeglichen werden können.
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