Im Durchschnitt gaben gesetzliche Krankenkassen im Jahr 2023 knapp 4.120 Euro pro versicherter Person aus. Die Gesamtausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) lagen laut Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) bei rund 306,3 Milliarden Euro und verteilen sich auf etwa 74,4 Millionen Mitglieder.
Die 4.120 Euro pro versicherter Person und Jahr sind also ein Durchschnittswert – klar. Dennoch wirkt dieser Betrag hoch, wenn man bedenkt, wie selten man als gesunde Person mittleren Alters tatsächlich zum Arzt geht.
Die Strategieberater von McKinsey kommen in ihrem GKV-Check-up 2025 auf eine ähnliche Zahl: Durchschnittlich mussten demnach gesetzliche Krankenkassen 2023 pro Mitglied durchschnittlich 3.880 Euro zahlen. Der Unterschied zu unserer Berechnung: Die Berater haben die landwirtschaftlichen Krankenkassen (LKK) nicht berücksichtigt.
Insgesamt wachsen die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen laut dem Check-up seit 2019 über alle Kassen hinweg deutlich – im Schnitt um 3,3 bis 6,0 Prozent pro Jahr. Die Unterschiede zwischen den jährlichen Kostensteigerungen der einzelnen Krankenkassen werden dabei kleiner: von 1,8 Prozentpunkten im Zeitraum 2019 bis 2021 auf 1,4 Prozentpunkte in den Jahren zwischen 2021 und 2023.
Das sind die größten Kostenblöcke der GKV pro Versichertem 2023
Und wofür geben gesetzliche Krankenkassen konkret das meiste Geld aus? Am meisten für Krankenhausaufenthalte ihrer Versicherten. Sie machten 2023 rund ein Drittel des Gesamtbudgets aus – das entspricht etwa 1.262 Euro pro Versichertem.
- Auf Platz zwei folgten die Ausgaben für Arzneimittel mit 17 Prozent, also knapp 674 Euro pro versicherter Person.
- Direkt dahinter lagen die ärztlichen Behandlungen, die rund 634 Euro pro Versichertem kosteten.
Insgesamt gaben die gesetzlichen Krankenkassen für die zehn größten Kostenblöcke 3.622 Euro pro Mitglied aus. Das entspricht 93 Prozent der Gesamtausgaben.
Top 10 der GKV-Ausgaben pro Mitglied 2023 (nach Höhe geordnet):
| Gesamt | 3.880 Euro |
| Krankenhausbehandlungen | 1.262 Euro |
| Arzneimittel | 674 Euro |
| Ärztliche Behandlung | 634 Euro |
| Krankengeld | 259 Euro |
| Zahnärztliche Behandlung | 183 Euro |
| Heilmittel | 162 Euro |
| Hilfsmittel | 150 Euro |
| Häusliche Krankenpflege | 127 Euro |
| Fahrtkosten | 117 Euro |
| Zahnersatz | 54 Euro |
| Gesamtsumme Top 10 | 3.622 Euro |
Quelle: McKinsey-GKV-Check-up 2025
Besonders auffällig: Prozentual am stärksten gestiegen sind die Ausgaben für die häusliche Krankenpflege – mit einem Zuwachs von 9,2 Prozent jährlich zwischen 2021 und 2023. Grund dafür sind vor allem höhere Löhne für Pflegerinnen und Pfleger. Dennoch belegt die häusliche Krankenpflege 2023 mit 127 Euro nur Platz 8 unter den größten Ausgabenposten.
Welche Krankenkassen 2023 am meisten für ihre Mitglieder zahlen mussten und wie sich Leistungsfälle und Reha-Maßnahmen entwickelt haben, erfahren Sie auf der zweiten Seite.
Gesetzliche Krankenkassen mussten 2023 unterschiedlich viel für Leistungen ihrer Versicherten zahlen. Die VDEK-Kassen (also Ersatzkassen) gaben mit 3.904 Euro am meisten pro Versichertem aus. Die Betriebskrankenkassen (BKK) mussten pro Mitglied nur 3.579 Euro leisten.
Die Übersichtstabelle mit den Durchschnittsausgaben der Kassenarten finden Sie hier:
| Ausgaben pro Mitglied | in Euro |
| GKV ohne LKK | 3880 |
| Vdek | 3904 |
| AOK | 3903 |
| BKK | 3579 |
| IKK | 3835 |
Quelle: McKinsey-GKV-Check-up 2025
Mehr Informationen zu den Ausgaben der einzelnen Arten der GKV lesen Sie hier.
Zahl der Leistungsfälle nimmt zu – besonders bei psychischen Erkrankungen
Ein genereller Trend über alle gesetzlichen Krankenkassen hinweg: Die Zahl der Leistungsfälle nimmt zu. Zwischen 2021 und 2023 stieg sie jährlich um 10 Prozent. Zum Vergleich: Im Zeitraum 2019 bis 2021 war sie noch rückläufig (minus 10,8 Prozent pro Jahr).
Besonders deutlich ist der Anstieg bei:
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psychischen Erkrankungen: plus 16,1 Prozent pro Jahr
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Muskel-Skelett-Erkrankungen: plus 14,3 Prozent pro Jahr
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Krebs-Erkrankungen: plus 10,3 Prozent pro Jahr.
Zum Schluss noch eine gute Nachricht: Die Dauer von Reha-Maßnahmen ist 2023 über alle Fachgebiete hinweg gesunken – im Schnitt um 6,8 Prozent jährlich auf etwa 22,5 Tage. Am zeitintensivsten sind Rehas weiterhin bei Abhängigkeitserkrankungen mit 69,4 Tagen, psychischen Erkrankungen mit 35,6 Tagen und neurologischen Erkrankungen mit 30,2 Tagen.