Diagnose per Video-Chat

Deutscher Ärztetag für mehr Digitalisierung in der Behandlung

Bei gesundheitlichen Beschwerden per Webcam zur Diagnose? Das ist künftig möglich – eine kürzlich durch den Deutschen Ärztetag beschlossene Regelung machte hierfür den Weg frei. Sie soll es Ärzten erlauben, Patienten auch per Telefon oder Video-Chat zu behandeln. Viele Krankenkassen sind auf diesen Schritt aber noch nicht vorbereitet, heißt es.
© dpa/picture alliance
Erfurt, 8.Mai 2018: Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer, spricht bei der Eröffnung des 121. Deutscher Ärztetages. Fachliche Schwerpunkte des Ärztetages sind unter anderem Fernbehandlungen mit digitaler Kommunikationstechnik und die Versorgung psychisch Kranker.

Bisher war es Medizinern immer verboten, Patienten aus der Ferne zu behandeln, ohne diese vorweg persönlich in Augenschein genommen zu haben. Das dürfte sich nun ändern: Auf dem 121. Deutschen Ärztetag sprach sich die klare Mehrheit der Ärzteschaft für mehr Digitalisierung im Behandlungsalltag aus. Medizinern soll es demnach in Zukunft erlaubt sein, Patienten übers Telefon oder per Video-Chat zu behandeln.

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Das Problem: Die Krankenversicherer kommen bei dieser Entwicklung nicht mit. Fernbehandlungen und sogenannte Telemedizin sind bisher kaum in den Regelleistungskatalogen der Krankenkassen enthalten.

Laut der Süddeutschen Zeitung befürchten Kritiker zudem, dass sich die medizinische Versorgung bald in ein riesiges Callcenter verwandeln könnte. Die Mediziner wollten indes die Digitalisierung lieber selbst gestalten, als sie in die Hände von Internetkonzernen zu geben, die mit Sprachassistenten und Apps bereits ins Fernbehandlungsgeschäft eingestiegen seien, hieß es auf dem Ärztetag dazu.

Gesundheitsminister Jens Spahn begrüßte die Entscheidung des Ärztetages. „Patienten werden unnötige Wege und Wartezeiten erspart“, erklärte er bereits kurz nach der Abstimmung auf Twitter. „Und Ärzte können die digitale Welt aktiv gestalten, anstatt dass es andere tun.“

Autorin

Juliana Demski gehörte dem Pfeffi-Team seit 2016 an. Sie war Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Das Unternehmen hat sie im Januar 2024 verlassen.

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