Bisher war es Medizinern immer verboten, Patienten aus der Ferne zu behandeln, ohne diese vorweg persönlich in Augenschein genommen zu haben. Das dürfte sich nun ändern: Auf dem 121. Deutschen Ärztetag sprach sich die klare Mehrheit der Ärzteschaft für mehr Digitalisierung im Behandlungsalltag aus. Medizinern soll es demnach in Zukunft erlaubt sein, Patienten übers Telefon oder per Video-Chat zu behandeln.
Das Problem: Die Krankenversicherer kommen bei dieser Entwicklung nicht mit. Fernbehandlungen und sogenannte Telemedizin sind bisher kaum in den Regelleistungskatalogen der Krankenkassen enthalten.
Laut der Süddeutschen Zeitung befürchten Kritiker zudem, dass sich die medizinische Versorgung bald in ein riesiges Callcenter verwandeln könnte. Die Mediziner wollten indes die Digitalisierung lieber selbst gestalten, als sie in die Hände von Internetkonzernen zu geben, die mit Sprachassistenten und Apps bereits ins Fernbehandlungsgeschäft eingestiegen seien, hieß es auf dem Ärztetag dazu.
Gesundheitsminister Jens Spahn begrüßte die Entscheidung des Ärztetages. „Patienten werden unnötige Wege und Wartezeiten erspart“, erklärte er bereits kurz nach der Abstimmung auf Twitter. „Und Ärzte können die digitale Welt aktiv gestalten, anstatt dass es andere tun.“
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