Bis zu 15 Millionen Versicherte betroffen

Barmer-Chef warnt vor Krankenkassen-Pleiten

Für die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) lief es in diesem Jahr recht gut. Die Kassen haben Milliarden zurückgelegt. Doch laut Barmer-Chef Christoph Straub werden einige Anbieter bald in die Insolvenz rutschen. Die Hintergründe gibt es hier.
© dpa/picture alliance
Ist Chef der Barmer: Christoph Straub.

Christoph Straub schlägt Alarm: Rund 15 Millionen gesetzlich Versicherte können sich laut Aussagen vom Chef der zweitgrößten Krankenkasse in Deutschland Barmer bald eine neue Krankenkasse suchen – und das, obwohl die GKV in diesem Jahr auf Reserven von 24 Milliarden Euro sitzt und der Zusatzbeitrag infolgedessen in 2018 um durchschnittlich 0,1 Punkte auf 1 Prozent sinken wird.

Aber:

„Das Finanzierungssystem der gesetzlichen Krankenversicherung befindet sich in einer deutlichen Schieflage“, sagte Straub laut Handelsblatt. Ein halbes Dutzend Versicherer seien davon betroffen und von einer Insolvenz bedroht. „Eine solche Entwicklung könnte in der laufenden Legislaturperiode eintreten“, warnte der Barmer-Chef.

Welche Gründe hat die Schieflage?

Straub sagt, dass sich die Vermögen der verschiedenen Anbieter deutlich voneinander unterscheiden. „Im Jahr 2016 betrug das Vermögen bei uns 135 Euro pro Mitglied, bei anderen ist es nur halb so viel, bei Ortskrankenkassen sind das aber teils 1.200 Euro und mehr.“

Dank der guten Konjunktur fiele das aber nicht auf. Kämen wieder schlechtere Zeiten, könnten nur die vermögenden Kassen der Entwicklung auch standhalten, glaubt der Barmer-Chef. Die anderen müssten ihre Beiträge zwangsläufig erhöhen und würden viele Kunden verlieren.

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Autorin

Juliana Demski gehörte dem Pfeffi-Team seit 2016 an. Sie war Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Das Unternehmen hat sie im Januar 2024 verlassen.

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