Digitalisierung, IDD, Niedrigzins

Das sind die Versicherungstrends für 2016

Das neue Jahr ist erst ein paar Wochen alt und schon geht es rund: Der BGH kritisiert Riester-Klauseln der Allianz, Politiker bringen eine staatliche Deutschlandrente ins Gespräch und um die Finanzierung der Krankenkassen ist eine ordentliche Debatte entbrannt. Wird das so weitergehen? Welche Trends sehen die Versicherer für das Jahr 2016? Wir haben bei einigen Anbietern nachgefragt.
© Simplr / Panthermedia
Digitalisierung, neue Wege der Beratung und Regulierung wird die Versicherungsbranche 2016 auf Trab halten.

Wir starten mit den Voraussagen des Alte Leipziger – Hallesche Konzerns:

Produktseitig sind in der Lebensversicherung die neuen Garantien – oder die Abkehr davon – ein wichtiges Thema. Die Alte Leipziger Leben wird weiterhin für die Altersvorsorge, neben fondsgebundenen Produkten, auch klassische Rentenversicherungen mit Zinsgarantien anbieten und damit ein verlässlicher Partner sein. Die Hallesche Krankenversicherung bestärkt auch in Zukunft ihre Vorreiterrolle in den Bereichen betriebliche Krankenversicherung (bKV) und Pflegeversicherung.

Die Gesellschaften des Alte Leipziger – Hallesche Konzerns sind und bleiben auch 2016 Maklerversicherer, für die die faire Partnerschaft mit den Vermittlern höchste Priorität haben – zum beiderseitigen Erfolg.

Regulierungsseitig werden In der Lebensversicherung die zum 1. Januar 2017 umzusetzenden neuen gesetzlichen Anforderungen an die Zertifizierung von Basis- und Riesterrenten ein bestimmendes Thema sein, ebenso wie die Umsetzung der neuen Pflegereform in der privaten Krankenversicherung.

Andrea Helmerich, Leiterin Strategie und Geschäftsplanung Standard Life

Der deutsche Versicherungsmarkt befindet sich aktuell in einem tiefgehenden Wandel. Ich sehe für die kommenden Jahre drei zentrale Trends: Die Niedrigzinsphase wird weiter anhalten. Dies wird dafür sorgen, dass klassische Versicherungsprodukte stark an Bedeutung verlieren werden. In der Folge werden Versicherer ihr Produktangebot grundlegend überarbeiten. Die Branche muss dabei einen stärkeren Fokus auf die Bedürfnisse und Erwartungen der Kunden legen.

Der zweite Trend ist die zunehmende Digitalisierung der Branche. Im vergangenen Jahr kamen viele Fintechs neu auf den Markt und Versicherer haben in digitale Lösungen investiert – diese Entwicklungen werden sich im kommenden Jahr weiter verstärken.

Erhöhter Aufwand durch Regulierung

Last but not least wird die zunehmende Regulierung für Versicherer und Berater zu einem erhöhten Aufwand führen. Veränderungen erwarte ich hier bei der Vergütung der Makler. Hier wird der Trend zu alternativen, deutlich flexibleren Vergütungsmodellen gehen. Auf Versicherer und Makler kommen also in zentralen Bereichen große Veränderungen zu. Wem es gelingt, das Geschäftsmodell frühzeitig an die neuen Rahmenbedingungen anzupassen, wird von den Neuerungen profitieren.

Aus meiner Sicht kann man besonders Produkte erwarten, die der veränderten Situation an den Kapitalmärkten Rechnung tragen. Es werden Lösungen gesucht, die auch in Zeiten niedriger Zinsen attraktive Renditen erwirtschaften können. Gleichzeitig wollen viele Kunden aber den Kapitalmarktrisiken möglichst aus dem Weg gehen. Diesen Kundenbedürfnissen werden aus meiner Sicht am besten Fondspolicen mit innovativen Sicherheitskonzepten, aber ohne Garantien, gerecht. In diesem Segment sehen wir in den kommenden Jahren sehr großes Wachstumspotenzial.

Honorarberatung wird an Bedeutung gewinnen

Die nächsten Regulierungsschritte werden auf mehr Transparenz, einen höheren Verbraucherschutz und mehr Qualität in der Kundenberatung abzielen. Dies wird für die Berater einen deutlich  größeren Qualifizierungs- und Weiterbildungsaufwand mit sich bringen. Auch bei der Vergütung wird sich Einiges verändern. Das Provisionsmodell wird zwar weiterhin eine wichtige Rolle spielen, es ist jedoch davon auszugehen, dass laufende Provisionen künftig einen deutlich größeren Stellenwert haben werden und die Honorarberatung stark an Bedeutung gewinnen wird.

Insgesamt ist ein Trend zu deutlich flexibleren Vergütungsmodellen zu erwarten. Unabhängig davon, für welches Modell sich der Vermittler entscheidet, wird es für ihn ganz entscheidend sein, nachhaltige Beziehungen zum Kunden aufzubauen und ihm den Wert der Beratung vermitteln zu können.

Markus Hofmann, Vorstand für das Maklergeschäft bei der Allianz Versicherung

Im Schaden- und Unfallgeschäft ist der digitale Datentransfer mit Maklern ein zentrales Thema. Bei uns stehen Kundenzufriedenheit und „Customer Centricity“  im Mittelpunkt.  Deshalb wollen wir künftig vom Antrag bis zum Schaden dunkel und elektronisch zusammenarbeiten. Eine Dunkel-Dunkel-Quote, gerade im einfachen, standardisierbaren Geschäft von 90 Prozent, das ist auch in der Sach-Maklerwelt absolut denkbar. Schauen wir ein paar Jahre voraus. Dann werden wir Kampagnen, Cross-Selling oder auch Beitragsanpassungen über digitale Plattformen spielen könne.

Auf Produktseite werden wir im Laufe des Jahres auch kleineren Unternehmen und Mittelständlern, die zunehmend Opfer von Cyber-Angriffen werden, einen umfassenden Versicherungsschutz für Gefahren aus dem Netz anbieten. Gedeckt werden vielfältige Eigen- und Drittschäden, die Unternehmen als Opfer von Internetkriminalität selbst erleiden oder für die sie von ihren Kunden haftbar gemacht werden können. Mit dem neuen Produkt können wir dann allen Firmenkunden, vom kleinen Gewerbetreibenden bis zum Industrieunternehmen passende Lösungen gegen Cyber-Kriminalität bieten.

Von der Allianz Leben heißt es:

Der Markt für Finanzdienstleistungen wird gegenwärtig von starken Veränderungstreibern beeinflusst. Denken Sie an die Themen Digitalisierung, zunehmende Regulierung und Niedrigzins. Unser Ansatz ist, den daraus resultierenden Transformationsprozess aktiv zu gestalten, um gemeinsam mit unseren Vertriebspartnern nachhaltiges Wachstum und hohe Kundenzufriedenheit zu erzeugen.

In der Lebensversicherung entwickeln sich unsere neuen Garantiekonzepte immer mehr zum Wachstumsmotor. Wir haben früh begonnen, unser Geschäftsmodell weiterzuentwickeln und bieten seit 2007 Produkte mit neuen Garantien an. Denn es ist im gegebenen wirtschaftlichen Umfeld wichtig, chancen- und substanzwertorientierte Anlagen in den langfristigen Aufbau einer Altersvorsorge zu integrieren, zugleich aber den Anspruch auf wesentliche Garantien zu bewahren.

Auch die Gesundheitsvorsorge befindet sich in einer Zeitenwende. Die Kunden erkennen, dass angesichts anhaltend niedriger Zinsen die Finanzstärke von Krankenversicherungsanbietern immer mehr an Bedeutung gewinnt. Wichtig ist, ein überzeugendes Gesamtpaket aus Produkt, Service und Finanzstärke zu bieten.

Unser Bestreben ist es, als Partner unserer Vermittler diese in dem aktuellen Transformationsprozess zu unterstützen: Zum einen durch unsere neuen Vorsorgekonzepte in der Lebensversicherung  und durch finanzstarke, kundenorientierte Lösungen in der Gesundheits- sowie Einkommensvorsorge.

Zum anderen investieren wir in das Thema Digitalisierung. Dabei schaffen wir für die Kunden neue Online-Services, die vieles deutlich flexibler und einfacher machen, zum Beispiel die Rechnungseinreichung in der Krankenversicherung durch unsere Rechnungs-App oder die Prüfung der Beitragsrückerstattung durch den automatischen Bonus-Check. Zugleich unterstützen wir die Vermittler durch serviceorientierte Tools, wie etwa Schnellrechner, die sie in ihre Vermittler-Homepage integrieren und so neue Beratungsanlässe generieren können.

Und schließlich verschlanken wir sukzessive die Prozesse zwischen Versicherer und Vermittler. Wir setzen dabei auf standardisierte Schnittstellen – Stichwort Bipro –, damit unsere Vertriebs- und Verwaltungsanwendungen medienbruchfrei mit Maklerverwaltungs- und Vergleichssoftwareprogrammen verbunden werden können.  Dies erleichtert die Administrationsprozesse und schafft wertvolle Zeit für mehr Kundengespräche.

Stuttgarter

Das Niedrigzinsumfeld wird uns unverändert begleiten. Vielen Menschen mit geringen oder mittleren Einkommen fällt es zunehmend schwer, eine Altersvorsorge in ausreichender Höhe aufzubauen. Für die Branche gilt es, sich nach wie vor der gesellschaftlichen Herausforderung Altersarmut zu stellen.

Klassische Altersvorsorgeprodukte werden für sehr sicherheitsorientierte Sparer relevant bleiben. Gleichzeitig wird es in Zukunft verstärkt darum gehen, Langlebigkeit auch mit alternativen Garantiemodellen abzusichern. Damit können Kunden Chancen an den Kapitalmärkten nutzen. Die grundsätzliche Frage, wie Altersarmut angesichts der demografischen Entwicklung in Zukunft verhindert werden kann, bleibt nicht nur aktuell, sie wird sich sogar noch verschärfen.

Solvency II und IDD als regulatorische Aufgaben

Das Prinzip der klassischen Lebens- und Rentenversicherung mit der Verteilung der Kosten, dem Ausgleich in der Gemeinschaft und über die Zeit, ist und bleibt einzigartig. Ihre garantierten und lebenslangen Rentenzahlungen machen klassische Lebens- und Rentenversicherungen nach wie vor zu einem wichtigen Baustein für eine verlässliche Altersvorsorge.

Nachdem zum Jahresanfang 2016 fast alle Gesellschaften ihre neuen Vergütungsmodelle eingeführt haben werden, wird sich die Diskussion um die Umsetzung des LVRG deutlich reduzieren. Die Branche wird sich im kommenden Jahr jedoch mit verschiedenen anderen Regulierungsthemen beschäftigen müssen, allen voran den Auswirkungen von Solvency II. Ein weiteres Thema wird die „Insurance Distribution Directive“ (IDD) sein. Das Europäische Parlament hat diese Richtlinie für mehr Beratungsqualität bereits verabschiedet. Die Zustimmung des EU-Rates wird zu Anfang des Jahres 2016 erwartet.

Spezialversicherer Dialog

Die früher im Markt dominierenden Produkte mit Garantiezins sind zum Auslaufmodell geworden. Viele Unternehmen sind daher gezwungen, sich anders aufzustellen. Die neue Erfolgsformel heißt Biometrie. Entsprechend den Veränderungen im Markt sind biometrische Produkte auf dem Vormarsch. Hierbei ist insbesondere in der Arbeitskraftabsicherung eine starke Differenzierung in Richtung Berufsunfähigkeits-, Erwerbsunfähigkeits- und Grundfähigkeitsversicherung zu beobachten, um einer wachsenden Zahl von Kunden den Zugang zu ermöglichen.

Solvency II stellt eine große Herausforderung für die Unternehmen dar. Im Maklermarkt stellen sinkende Provisionseinkünfte als Folge des Lebensversicherungsreformgesetzes viele unabhängige Vermittler vor Probleme. Hier hilft es, wenn die Unternehmen, so wie die Dialog es praktiziert, weiterhin marktgerechte Provisionen zahlen. Eine große Entlastung für die Makler bedeutet die praxisorientierte Vertriebsunterstützung, wie sie die Dialog mit modernen digitalen Tools in großem Umfang ihren Vertriebspartnern anbietet.

Signal Iduna

Das Megathema Digitalisierung wird weiter an Bedeutung gewinnen. Die Kunden bewegen sich immer häufiger und länger im Netz und erwarten zunehmend, auch dort mit Ihrem Versicherer zu interagieren.

Das wird zunehmend Einfluss auf die Produktentwicklung haben. Wir sind mit AppDrive, dem Kfz-Tarif für junge Fahrerinnen und Fahrer, bereits in diesem Bereich positioniert. Auch in diesem Umfeld werden wir weiter aktiv sein.

Lebensversicherungsreformgesetz, Solvency II und die neue EU-Vermittlerrichtlinie sind auf Regulierungsseite nur einige Stichworte, die uns auch im Jahr 2016 beschäftigen werden.

Hartmut Nickel-Waninger, Vertriebsvorstand der Gothaer

Auch 2016 wird die Lebensversicherung eines der beherrschenden Themen bleiben. Hier werden wir die größten Veränderungen sehen, weitere Anbieter werden mit neuen Produktideen auf den Markt kommen und man darf gespannt sein, welche Konzepte erfolgreich sein werden. Aber eines ist sicher: Die private und betriebliche Altersvorsorge bleiben wichtige Standbeine für die Ruhestandsplanung der Menschen.

Ein weiteres Thema, das die Diskussion beherrschen wird, ist die Digitalisierung. Neue Kommunikationskanäle zum Kunden werden an Bedeutung gewinnen. Und neue Anbieter mit neuen Ideen drängen auf den Markt und sorgen für Bewegung – zum Beispiel die Fintechs mit Ansätzen wie dem elektronischen Versicherungsordner. Diese Diskussion wird zusätzlich befeuert durch ein schwaches Marktwachstum, das die Versicherungsunternehmen und deren Vermittler zu verstärkten Effizienzsteigerungsmaßnahmen mit Hilfe von Digitalisierungsansätzen zwingt.

Solvency II wird die Branche auch nach der Einführung zum 1. Januar 2016 weiter beschäftigen. Im Frühjahr 2017 werden dann von den Aufsichtsbehörden die Bedeckungsquoten veröffentlicht. Dies wird sicher zu spannenden Diskussionen führen. Weiter gearbeitet wird auch an der Umsetzung der EU-Vermittlerrichtlinie. Einmal wird Eiopa Ausführungsbestimmungen erarbeiten und gleichzeitig wird der deutsche Gesetzgeber beginnen, das in nationales Recht zu übertragen. Das wird die Diskussion um die Honorarberatung weiter am Leben halten. Mit Sicherheit zu erwarten sind aber noch schärfer gefasste Informations- und Beratungsvorgaben.

Generali

Der wichtigste Trend 2016 ist zweifelsohne der der Digitalisierung. Firmen, die langfristig erfolgreich bleiben wollen, benötigen eine rasche Umsetzung der digitalen Transformation. Nur so können sie aktuellen Kundenwünschen und -anforderungen effizient wie effektiv nachkommen. Die Fokussierung auf alternative Garantiemodelle in der Lebensversicherung und die stärkere Konzentration auf Kompositprodukte werden weitere wichtige Trends sein.

Verschiedene Unternehmen werden 2016 sogenannte „Smart Insurances“ auf den Markt bringen. Diese werden den Assekuranz-Markt nachhaltig verändern. Versicherern geht es darum, Kunden bei einem gesunden und sicheren Lebensstil zu unterstützen.

Mit dem LVRG und Solvency II werden 2016 zwei sehr wichtige Vorschriften der Regulierung in Kraft treten. Die Branche hat in der Vergangenheit hart daran gearbeitet, diese in der geforderten Zeit umzusetzen. Im neuen Jahr wird sich zeigen, wie die Umsetzung in der Praxis aussieht.

Axa

Zu den großen Herausforderungen werden weiterhin die Themen Digitalisierung sowie das wirtschaftliche Umfeld und die Niedrigzinsen gehören. Sie werden die Trends maßgeblich weiter mit bestimmen und das Geschäftsmodell der Branche erheblich beeinflussen. Sie bestimmen Aspekte wie Transparenz, Vergleichbarkeit der Versicherungsprodukte, Produkt-/Service-innovationen und Preiswettbewerb, Qualität der Beratung durch Kundenbewertungen und Kundenzufriedenheit.

Dabei nimmt die Veränderungsdynamik auf Grund sich schnell entwickelnder digitaler Möglichkeiten zu und wird sich in den nächsten Jahren eher noch verstärken. Axa hat diese Entwicklung erkannt und gehört heute mit Programmen wie dem Transactional Business zur Entwicklung neuer und innovativer Geschäftsansätze, die eng an den Kundenwünschen ausgerichtet sind, oder dem Innovation Campus, einer Plattform, über die gemeinsam mit Start-ups neue Lösungen und Partnerschaften entwickelt werden, zu den Vorreitern der Branche.

Begleitung des Kunden

Die Nähe zum Kunden und das Verständnis für seinen Bedarf sieht Axa dabei als Schlüssel an: Während wir heute eine Risikoabsicherung oder Vorsorgelösung verkaufen, wird es morgen eine Begleitung des Kunden sein, bei der die Versicherung nur ein Bestandteil sein wird; immer verbunden mit der Frage: Was können wir innerhalb der Wertschöpfungskette tun, um den Kunden ganzheitlich und ein Leben lang zu begleiten – auch über Branchengrenzen hinweg?

Modulare Produkte geben Flexibilität und ermöglichen das Zusammenstellen von passgenauen Absicherungskonzepten. Darüber hinaus enthalten immer mehr Produkte Serviceleistungen wie eine rechtliche Erstberatung per Telefon, ein rund um die Uhr erreichbares Gesundheitstelefon oder umfassende Präventionstipps. Mit Assistance-Leistungen wie diesen und durch die Verbreitung von Smarthome-Komponenten wird sich auch das Angebot massiv verändern. Axa sammelt aktuell  beispielsweise Erfahrungen in einem  Pilotprojekt mit RWE, bei dem Schutz vor Wasserschäden mit smarter Haussteuerung verbunden werden.

Darüber hinaus werden Themen wie die Einführung von Solvency II die Branche auch 2016 beschäftigen. Erfolgreich werden dabei diejenigen Versicherer und Vermittler sein, die neue Anforderungen so umsetzen, dass sie mit einem konkreten und erfahrbaren Kundennutzen verbunden sind.

Wir starten mit den Voraussagen des Alte Leipziger – Hallesche Konzerns:

Produktseitig sind in der Lebensversicherung die neuen Garantien – oder die Abkehr davon – ein wichtiges Thema. Die Alte Leipziger Leben wird weiterhin für die Altersvorsorge, neben fondsgebundenen Produkten, auch klassische Rentenversicherungen mit Zinsgarantien anbieten und damit ein verlässlicher Partner sein. Die Hallesche Krankenversicherung bestärkt auch in Zukunft ihre Vorreiterrolle in den Bereichen betriebliche Krankenversicherung (bKV) und Pflegeversicherung.

Die Gesellschaften des Alte Leipziger – Hallesche Konzerns sind und bleiben auch 2016 Maklerversicherer, für die die faire Partnerschaft mit den Vermittlern höchste Priorität haben – zum beiderseitigen Erfolg.

Regulierungsseitig werden In der Lebensversicherung die zum 1. Januar 2017 umzusetzenden neuen gesetzlichen Anforderungen an die Zertifizierung von Basis- und Riesterrenten ein bestimmendes Thema sein, ebenso wie die Umsetzung der neuen Pflegereform in der privaten Krankenversicherung.

Andrea Helmerich, Leiterin Strategie und Geschäftsplanung Standard Life

Der deutsche Versicherungsmarkt befindet sich aktuell in einem tiefgehenden Wandel. Ich sehe für die kommenden Jahre drei zentrale Trends: Die Niedrigzinsphase wird weiter anhalten. Dies wird dafür sorgen, dass klassische Versicherungsprodukte stark an Bedeutung verlieren werden. In der Folge werden Versicherer ihr Produktangebot grundlegend überarbeiten. Die Branche muss dabei einen stärkeren Fokus auf die Bedürfnisse und Erwartungen der Kunden legen.

Der zweite Trend ist die zunehmende Digitalisierung der Branche. Im vergangenen Jahr kamen viele Fintechs neu auf den Markt und Versicherer haben in digitale Lösungen investiert – diese Entwicklungen werden sich im kommenden Jahr weiter verstärken.

Erhöhter Aufwand durch Regulierung

Last but not least wird die zunehmende Regulierung für Versicherer und Berater zu einem erhöhten Aufwand führen. Veränderungen erwarte ich hier bei der Vergütung der Makler. Hier wird der Trend zu alternativen, deutlich flexibleren Vergütungsmodellen gehen. Auf Versicherer und Makler kommen also in zentralen Bereichen große Veränderungen zu. Wem es gelingt, das Geschäftsmodell frühzeitig an die neuen Rahmenbedingungen anzupassen, wird von den Neuerungen profitieren.

Aus meiner Sicht kann man besonders Produkte erwarten, die der veränderten Situation an den Kapitalmärkten Rechnung tragen. Es werden Lösungen gesucht, die auch in Zeiten niedriger Zinsen attraktive Renditen erwirtschaften können. Gleichzeitig wollen viele Kunden aber den Kapitalmarktrisiken möglichst aus dem Weg gehen. Diesen Kundenbedürfnissen werden aus meiner Sicht am besten Fondspolicen mit innovativen Sicherheitskonzepten, aber ohne Garantien, gerecht. In diesem Segment sehen wir in den kommenden Jahren sehr großes Wachstumspotenzial.

Honorarberatung wird an Bedeutung gewinnen

Die nächsten Regulierungsschritte werden auf mehr Transparenz, einen höheren Verbraucherschutz und mehr Qualität in der Kundenberatung abzielen. Dies wird für die Berater einen deutlich  größeren Qualifizierungs- und Weiterbildungsaufwand mit sich bringen. Auch bei der Vergütung wird sich Einiges verändern. Das Provisionsmodell wird zwar weiterhin eine wichtige Rolle spielen, es ist jedoch davon auszugehen, dass laufende Provisionen künftig einen deutlich größeren Stellenwert haben werden und die Honorarberatung stark an Bedeutung gewinnen wird.

Insgesamt ist ein Trend zu deutlich flexibleren Vergütungsmodellen zu erwarten. Unabhängig davon, für welches Modell sich der Vermittler entscheidet, wird es für ihn ganz entscheidend sein, nachhaltige Beziehungen zum Kunden aufzubauen und ihm den Wert der Beratung vermitteln zu können.

Markus Hofmann, Vorstand für das Maklergeschäft bei der Allianz Versicherung

Im Schaden- und Unfallgeschäft ist der digitale Datentransfer mit Maklern ein zentrales Thema. Bei uns stehen Kundenzufriedenheit und „Customer Centricity“  im Mittelpunkt.  Deshalb wollen wir künftig vom Antrag bis zum Schaden dunkel und elektronisch zusammenarbeiten. Eine Dunkel-Dunkel-Quote, gerade im einfachen, standardisierbaren Geschäft von 90 Prozent, das ist auch in der Sach-Maklerwelt absolut denkbar. Schauen wir ein paar Jahre voraus. Dann werden wir Kampagnen, Cross-Selling oder auch Beitragsanpassungen über digitale Plattformen spielen könne.

Auf Produktseite werden wir im Laufe des Jahres auch kleineren Unternehmen und Mittelständlern, die zunehmend Opfer von Cyber-Angriffen werden, einen umfassenden Versicherungsschutz für Gefahren aus dem Netz anbieten. Gedeckt werden vielfältige Eigen- und Drittschäden, die Unternehmen als Opfer von Internetkriminalität selbst erleiden oder für die sie von ihren Kunden haftbar gemacht werden können. Mit dem neuen Produkt können wir dann allen Firmenkunden, vom kleinen Gewerbetreibenden bis zum Industrieunternehmen passende Lösungen gegen Cyber-Kriminalität bieten.

Von der Allianz Leben heißt es:

Der Markt für Finanzdienstleistungen wird gegenwärtig von starken Veränderungstreibern beeinflusst. Denken Sie an die Themen Digitalisierung, zunehmende Regulierung und Niedrigzins. Unser Ansatz ist, den daraus resultierenden Transformationsprozess aktiv zu gestalten, um gemeinsam mit unseren Vertriebspartnern nachhaltiges Wachstum und hohe Kundenzufriedenheit zu erzeugen.

In der Lebensversicherung entwickeln sich unsere neuen Garantiekonzepte immer mehr zum Wachstumsmotor. Wir haben früh begonnen, unser Geschäftsmodell weiterzuentwickeln und bieten seit 2007 Produkte mit neuen Garantien an. Denn es ist im gegebenen wirtschaftlichen Umfeld wichtig, chancen- und substanzwertorientierte Anlagen in den langfristigen Aufbau einer Altersvorsorge zu integrieren, zugleich aber den Anspruch auf wesentliche Garantien zu bewahren.

Auch die Gesundheitsvorsorge befindet sich in einer Zeitenwende. Die Kunden erkennen, dass angesichts anhaltend niedriger Zinsen die Finanzstärke von Krankenversicherungsanbietern immer mehr an Bedeutung gewinnt. Wichtig ist, ein überzeugendes Gesamtpaket aus Produkt, Service und Finanzstärke zu bieten.

Unser Bestreben ist es, als Partner unserer Vermittler diese in dem aktuellen Transformationsprozess zu unterstützen: Zum einen durch unsere neuen Vorsorgekonzepte in der Lebensversicherung  und durch finanzstarke, kundenorientierte Lösungen in der Gesundheits- sowie Einkommensvorsorge.

Zum anderen investieren wir in das Thema Digitalisierung. Dabei schaffen wir für die Kunden neue Online-Services, die vieles deutlich flexibler und einfacher machen, zum Beispiel die Rechnungseinreichung in der Krankenversicherung durch unsere Rechnungs-App oder die Prüfung der Beitragsrückerstattung durch den automatischen Bonus-Check. Zugleich unterstützen wir die Vermittler durch serviceorientierte Tools, wie etwa Schnellrechner, die sie in ihre Vermittler-Homepage integrieren und so neue Beratungsanlässe generieren können.

Und schließlich verschlanken wir sukzessive die Prozesse zwischen Versicherer und Vermittler. Wir setzen dabei auf standardisierte Schnittstellen – Stichwort Bipro –, damit unsere Vertriebs- und Verwaltungsanwendungen medienbruchfrei mit Maklerverwaltungs- und Vergleichssoftwareprogrammen verbunden werden können.  Dies erleichtert die Administrationsprozesse und schafft wertvolle Zeit für mehr Kundengespräche.

Stuttgarter

Das Niedrigzinsumfeld wird uns unverändert begleiten. Vielen Menschen mit geringen oder mittleren Einkommen fällt es zunehmend schwer, eine Altersvorsorge in ausreichender Höhe aufzubauen. Für die Branche gilt es, sich nach wie vor der gesellschaftlichen Herausforderung Altersarmut zu stellen.

Klassische Altersvorsorgeprodukte werden für sehr sicherheitsorientierte Sparer relevant bleiben. Gleichzeitig wird es in Zukunft verstärkt darum gehen, Langlebigkeit auch mit alternativen Garantiemodellen abzusichern. Damit können Kunden Chancen an den Kapitalmärkten nutzen. Die grundsätzliche Frage, wie Altersarmut angesichts der demografischen Entwicklung in Zukunft verhindert werden kann, bleibt nicht nur aktuell, sie wird sich sogar noch verschärfen.

Solvency II und IDD als regulatorische Aufgaben

Das Prinzip der klassischen Lebens- und Rentenversicherung mit der Verteilung der Kosten, dem Ausgleich in der Gemeinschaft und über die Zeit, ist und bleibt einzigartig. Ihre garantierten und lebenslangen Rentenzahlungen machen klassische Lebens- und Rentenversicherungen nach wie vor zu einem wichtigen Baustein für eine verlässliche Altersvorsorge.

Nachdem zum Jahresanfang 2016 fast alle Gesellschaften ihre neuen Vergütungsmodelle eingeführt haben werden, wird sich die Diskussion um die Umsetzung des LVRG deutlich reduzieren. Die Branche wird sich im kommenden Jahr jedoch mit verschiedenen anderen Regulierungsthemen beschäftigen müssen, allen voran den Auswirkungen von Solvency II. Ein weiteres Thema wird die „Insurance Distribution Directive“ (IDD) sein. Das Europäische Parlament hat diese Richtlinie für mehr Beratungsqualität bereits verabschiedet. Die Zustimmung des EU-Rates wird zu Anfang des Jahres 2016 erwartet.

Spezialversicherer Dialog

Die früher im Markt dominierenden Produkte mit Garantiezins sind zum Auslaufmodell geworden. Viele Unternehmen sind daher gezwungen, sich anders aufzustellen. Die neue Erfolgsformel heißt Biometrie. Entsprechend den Veränderungen im Markt sind biometrische Produkte auf dem Vormarsch. Hierbei ist insbesondere in der Arbeitskraftabsicherung eine starke Differenzierung in Richtung Berufsunfähigkeits-, Erwerbsunfähigkeits- und Grundfähigkeitsversicherung zu beobachten, um einer wachsenden Zahl von Kunden den Zugang zu ermöglichen.

Solvency II stellt eine große Herausforderung für die Unternehmen dar. Im Maklermarkt stellen sinkende Provisionseinkünfte als Folge des Lebensversicherungsreformgesetzes viele unabhängige Vermittler vor Probleme. Hier hilft es, wenn die Unternehmen, so wie die Dialog es praktiziert, weiterhin marktgerechte Provisionen zahlen. Eine große Entlastung für die Makler bedeutet die praxisorientierte Vertriebsunterstützung, wie sie die Dialog mit modernen digitalen Tools in großem Umfang ihren Vertriebspartnern anbietet.

Signal Iduna

Das Megathema Digitalisierung wird weiter an Bedeutung gewinnen. Die Kunden bewegen sich immer häufiger und länger im Netz und erwarten zunehmend, auch dort mit Ihrem Versicherer zu interagieren.

Das wird zunehmend Einfluss auf die Produktentwicklung haben. Wir sind mit AppDrive, dem Kfz-Tarif für junge Fahrerinnen und Fahrer, bereits in diesem Bereich positioniert. Auch in diesem Umfeld werden wir weiter aktiv sein.

Lebensversicherungsreformgesetz, Solvency II und die neue EU-Vermittlerrichtlinie sind auf Regulierungsseite nur einige Stichworte, die uns auch im Jahr 2016 beschäftigen werden.

Hartmut Nickel-Waninger, Vertriebsvorstand der Gothaer

Auch 2016 wird die Lebensversicherung eines der beherrschenden Themen bleiben. Hier werden wir die größten Veränderungen sehen, weitere Anbieter werden mit neuen Produktideen auf den Markt kommen und man darf gespannt sein, welche Konzepte erfolgreich sein werden. Aber eines ist sicher: Die private und betriebliche Altersvorsorge bleiben wichtige Standbeine für die Ruhestandsplanung der Menschen.

Ein weiteres Thema, das die Diskussion beherrschen wird, ist die Digitalisierung. Neue Kommunikationskanäle zum Kunden werden an Bedeutung gewinnen. Und neue Anbieter mit neuen Ideen drängen auf den Markt und sorgen für Bewegung – zum Beispiel die Fintechs mit Ansätzen wie dem elektronischen Versicherungsordner. Diese Diskussion wird zusätzlich befeuert durch ein schwaches Marktwachstum, das die Versicherungsunternehmen und deren Vermittler zu verstärkten Effizienzsteigerungsmaßnahmen mit Hilfe von Digitalisierungsansätzen zwingt.

Solvency II wird die Branche auch nach der Einführung zum 1. Januar 2016 weiter beschäftigen. Im Frühjahr 2017 werden dann von den Aufsichtsbehörden die Bedeckungsquoten veröffentlicht. Dies wird sicher zu spannenden Diskussionen führen. Weiter gearbeitet wird auch an der Umsetzung der EU-Vermittlerrichtlinie. Einmal wird Eiopa Ausführungsbestimmungen erarbeiten und gleichzeitig wird der deutsche Gesetzgeber beginnen, das in nationales Recht zu übertragen. Das wird die Diskussion um die Honorarberatung weiter am Leben halten. Mit Sicherheit zu erwarten sind aber noch schärfer gefasste Informations- und Beratungsvorgaben.

Generali

Der wichtigste Trend 2016 ist zweifelsohne der der Digitalisierung. Firmen, die langfristig erfolgreich bleiben wollen, benötigen eine rasche Umsetzung der digitalen Transformation. Nur so können sie aktuellen Kundenwünschen und -anforderungen effizient wie effektiv nachkommen. Die Fokussierung auf alternative Garantiemodelle in der Lebensversicherung und die stärkere Konzentration auf Kompositprodukte werden weitere wichtige Trends sein.

Verschiedene Unternehmen werden 2016 sogenannte „Smart Insurances“ auf den Markt bringen. Diese werden den Assekuranz-Markt nachhaltig verändern. Versicherern geht es darum, Kunden bei einem gesunden und sicheren Lebensstil zu unterstützen.

Mit dem LVRG und Solvency II werden 2016 zwei sehr wichtige Vorschriften der Regulierung in Kraft treten. Die Branche hat in der Vergangenheit hart daran gearbeitet, diese in der geforderten Zeit umzusetzen. Im neuen Jahr wird sich zeigen, wie die Umsetzung in der Praxis aussieht.

Axa

Zu den großen Herausforderungen werden weiterhin die Themen Digitalisierung sowie das wirtschaftliche Umfeld und die Niedrigzinsen gehören. Sie werden die Trends maßgeblich weiter mit bestimmen und das Geschäftsmodell der Branche erheblich beeinflussen. Sie bestimmen Aspekte wie Transparenz, Vergleichbarkeit der Versicherungsprodukte, Produkt-/Service-innovationen und Preiswettbewerb, Qualität der Beratung durch Kundenbewertungen und Kundenzufriedenheit.

Dabei nimmt die Veränderungsdynamik auf Grund sich schnell entwickelnder digitaler Möglichkeiten zu und wird sich in den nächsten Jahren eher noch verstärken. Axa hat diese Entwicklung erkannt und gehört heute mit Programmen wie dem Transactional Business zur Entwicklung neuer und innovativer Geschäftsansätze, die eng an den Kundenwünschen ausgerichtet sind, oder dem Innovation Campus, einer Plattform, über die gemeinsam mit Start-ups neue Lösungen und Partnerschaften entwickelt werden, zu den Vorreitern der Branche.

Begleitung des Kunden

Die Nähe zum Kunden und das Verständnis für seinen Bedarf sieht Axa dabei als Schlüssel an: Während wir heute eine Risikoabsicherung oder Vorsorgelösung verkaufen, wird es morgen eine Begleitung des Kunden sein, bei der die Versicherung nur ein Bestandteil sein wird; immer verbunden mit der Frage: Was können wir innerhalb der Wertschöpfungskette tun, um den Kunden ganzheitlich und ein Leben lang zu begleiten – auch über Branchengrenzen hinweg?

Modulare Produkte geben Flexibilität und ermöglichen das Zusammenstellen von passgenauen Absicherungskonzepten. Darüber hinaus enthalten immer mehr Produkte Serviceleistungen wie eine rechtliche Erstberatung per Telefon, ein rund um die Uhr erreichbares Gesundheitstelefon oder umfassende Präventionstipps. Mit Assistance-Leistungen wie diesen und durch die Verbreitung von Smarthome-Komponenten wird sich auch das Angebot massiv verändern. Axa sammelt aktuell  beispielsweise Erfahrungen in einem  Pilotprojekt mit RWE, bei dem Schutz vor Wasserschäden mit smarter Haussteuerung verbunden werden.

Darüber hinaus werden Themen wie die Einführung von Solvency II die Branche auch 2016 beschäftigen. Erfolgreich werden dabei diejenigen Versicherer und Vermittler sein, die neue Anforderungen so umsetzen, dass sie mit einem konkreten und erfahrbaren Kundennutzen verbunden sind.

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