Kolumne

Recruiting: Zeigen statt sagen

Viele Stellenanzeigen klingen professionell – und sagen trotzdem wenig aus. Die Folge: Man bekommt Bewerbungen von Menschen, die auf dem Papier passen – in der Praxis aber eher nicht. Wie man das verhindern kann, schreibt Hans Steup, Betreiber des Portals Versicherungskarrieren.
Hans Steup ist Betreiber des Portals Versicherungskarrieren.
© Versicherungskarrieren
Hans Steup ist Betreiber des Portals Versicherungskarrieren.

Ich lese viele Stellenanzeigen und Bewerbungen, die auf den ersten Blick völlig in Ordnung sind. Alles ist sauber formuliert, Aufgaben und Anforderungen sind klar, ein paar Benefits stehen auch drin. Man merkt, dass sich jemand Gedanken gemacht hat. Nur ist „sauber“ nicht automatisch „hilfreich“.

Denn trotzdem packt mich der Text meist nicht. Ich weiß, was gesucht wird, aber nicht, für wen dieser Job gedacht ist und warum jemand genau dort arbeiten sollte, und nicht beim Mitbewerber nebenan. Gerade im Versicherungsmarkt, wo sich viele Jobs auf dem Papier ähneln, entscheidet am Ende das Individuelle.

Professionell, aber vage

Früher kamen solche Texte aus dem Internet. Heute entstehen sie mit ChatGPT. Am Ergebnis ändert das erstaunlich wenig. Es klingt alles professionell und richtig, bleibt aber vage und zu geschliffen. Und „zu geschliffen“ ist oft nur ein anderes Wort für: Es klingt wie alle anderen.

Das liegt daran, dass viele anfangen zu schreiben, bevor sie für sich geklärt haben, wie der Job im Alltag wirklich aussieht. Was läuft gut, was ist anstrengend, und woran merkt man nach ein paar Monaten, ob es passt oder nicht. Wenn das nicht klar ist, kann es auch niemand überzeugend erklären. Weder im Text noch im Gespräch.

Job-Storys zeigen Stelle, wie sie ist

Bei Bewerbungen sehe ich das Gleiche. Lebensläufe sind ordentlich aufgebaut, Anschreiben lesen sich gut, aber man erfährt wenig darüber, wie jemand arbeitet oder was er wirklich sucht. Viele schreiben das, was „richtig“ klingt, statt das, was wirklich stimmt.

Am Ende treffen sich Menschen, wenn überhaupt, die auf dem Papier zusammenpassen, in der Praxis aber schnell merken, dass sie aneinander vorbeireden. Und dann kostet es allen Beteiligten Zeit: Bewerber, Führungskraft, Team.

Genau deshalb arbeite ich bei den Versicherungskarrieren mit Job-Storys. Das ist kein Marketing-Gag, sondern der beste Weg, die Stelle so zu zeigen, wie sie ist.

Zeit und Nerven sparen

Mir geht es darum, Stellen so zu beschreiben, dass beide Seiten vorher eine realistische Vorstellung bekommen und nicht erst im Laufe von Gesprächen merken, dass es eigentlich nicht passt. Das ist am Ende fairer, als Menschen mit glatten Texten anzulocken und dann zu hoffen, dass es schon irgendwie klappt.

Weniger Text um des Textes willen (meine Job-Storys sind echt lang), dafür mehr Klarheit darüber, was einen wirklich erwartet. Das spart Zeit, Nerven und am Ende auch Enttäuschungen auf beiden Seiten.

Und es hebt dein Unternehmen für passende Kandidaten als Arbeitgeber aus der Masse. Kombiniert mit Reichweite in der Branche am Arbeitsort kommen dann auch Bewerbungen rein, die wirklich passen.

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Autor

Hans

Steup

Hans Steup ist Versicherungskaufmann und war lange Jahre Vertriebsunterstützer bei der Allianz. Heute betreibt Steup den Spezial-Stellenmarkt Versicherungskarrieren und berät Finanzdienstleister zur Content-Marketing-Strategie und zu Social Media.

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