Die Itzehoer Versicherungen haben nach einem stürmischen Jahr 2024 im KFZ-Geschäft wieder ruhiges Wasser erreicht. „Die Sturmflut ist vorbei, und jetzt haben wir eher Binnensee als stürmische Nordsee“, antwortet Vorstandschef Uwe Ludka in der Bilanz-Pressekonferenz auf eine entsprechende Frage.
Hintergrund ist ein Satz, den Maklervertriebschef Holger Iben im Sommer 2024 im hauseigenen Podcast gesagt hatte: „Das ist nicht nur Flut, sondern schon eher eine Springflut.“ Am Ende flossen im Gesamtjahr 2024 der Itzehoer mehr als 200.000 neue KFZ-Haftpflichtverträge zu.
Doch nun lässt sich feststellen, dass nach der Springflut zumindest auch kein Rücksog einsetzte, der die Verträge wieder hinausgesaugt hätte. Rund 32.000 neue Risiken kamen netto in der KFZ-Haftpflichtversicherung hinzu. Damit wuchs der Bestand weiter auf genau 1.532.247 Stück.
Bei der Itzehoer freut man sich über die Ruhe nach der Flut. „Wenn Sie so stark wachsen, haben Sie immer auch Herausforderungen in der Organisation zu bewältigen“, sagt Ludka. „Wir achten immer darauf, dass wir den Level in der Service-Qualität halten. Bei dem starken Wachstum 2024 war uns klar, dass wir das nicht auf Dauer durchstehen können. Wir hatten also bewusst die Devise ausgegeben.“
Was nicht zuletzt für einen gewissen Hang zur Weitsicht spricht. Den lässt Ludka auch an anderer Stelle durchblicken, als er sagt: „Wir hatten das Jahr 2025 unter das Zeichen gesetzt, den Service wieder zu verbessen und die Ertragskraft wieder herzustellen.“
Und wie war es um die bestellt? Unternehmensweit meldet die Itzehoer einen Rekordüberschuss von 21 Millionen Euro nach 10 Millionen Euro im Vorjahr. Das Geld steckte sie ins Eigenkapital, um das Wachstum finanziell abzusichern. Die Bruttobeiträge zogen um 10,5 Prozent auf 941 Millionen Euro an.
Auch in der KFZ-Versicherung ging es solide zu. Zwar fuhr man in der KFZ-Haftpflicht eine Schaden-Kosten-Quote (Combined Ratio) von verlustträchtigen 115 Prozent ein. Doch die entstand daraus, dass man die Schadenrückstellungen auf das bisherige historische Niveau wieder hochgehievt hatte. Das zeugt zwar von Weitsicht, drückt aber nun mal das Ergebnis. In der Kasko ging die Schadenquote gar von 95,3 auf 78,1 Prozent zurück. Geholfen hatte dabei, dass 2025 relativ wenige Naturkatastrophen und damit wenige Stürme und Hagelschläge aufgetreten waren.
Im gesamten KFZ-Geschäft liegt die Combined Ratio bei 106,8 Prozent. Im laufenden Jahr sollen sowohl KFZ-Haftpflicht als auch Kasko die Pluszone erreichen, kündigt der Vorstand an.
Auch bei den steigenden Beiträgen normalisiert sich was. Zum Jahreswechsel 2024/25 hatten die Versicherten noch rund 14 Prozent mehr zu schultern. Zum Wechsel 2025/26 waren es noch etwa plus 8 Prozent. Für das kommende Jahr stellt der Vorstand eine weitere Halbierung in Aussicht – sofern keine erneuten inflationären Schocks etwa durch geopolitische Konflikte eintreten.
Der Wettbewerb hat sich nach Einschätzung der Itzehoer zwar wieder belebt, aber noch nicht in vollem Ausmaß. Die Mitbewerber hätten ihre Beiträge für 2026 deutlich geringer erhöht als noch für 2025. Viele Marktteilnehmer seien zunächst damit beschäftigt, Schadenrückstellungen, Schwankungsrückstellungen und Eigenkapitalbasis wieder zu stärken. Solange diese Konsolidierungsphase anhalte, werde sich der Preiswettbewerb in Grenzen halten. Sollte sich die Lage in den nächsten Jahren ändern, rechnet der Vorstand jedoch mit aggressiveren Wettbewerbern, die in den Vorjahren Bestände verloren haben.
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