Rating

Lebensversicherer stabil, Stornoquote steigt

Das Analysehaus Morgen & Morgen bescheinigt der Lebensversicherung ein stabiles Jahr 2025. Ertrag und Sicherheit entwickeln sich solide. Aber die Stornoquote klettert weiter.
Thorsten Saal ist Bereichsleiter Mathematik und Rating bei Morgen & Morgen.
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Thorsten Saal ist Bereichsleiter Mathematik und Rating bei Morgen & Morgen.

Die deutschen Lebensversicherer stehen stabil da. Die Ertragskennzahlen zeigen eine leicht positive Tendenz, Eigenmittel und Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB) entwickeln sich positiv, die Solvabilität bleibt hoch. Die Stornoquote steigt dagegen erneut.

Das zeigt das neue M&M Rating LV-Unternehmen des Analysehauses Morgen & Morgen. 60 Gesellschaften kamen unter die Lupe. Das Rating basiert auf den Kennzahlen aus den Geschäftsberichten 2025.

15 Anbieter mit der Top-Note

15 Versicherer erreichen im Gesamt-Rating fünf Sterne, 29 weitere vier Sterne. 13 Gesellschaften erhalten drei Sterne, drei zwei Sterne. Eine Ein-Stern-Bewertung gibt es nicht mehr. Im Vorjahr waren es noch zwei.

Die Zahl der Fünf-Sterne-Unternehmen bleibt unverändert, bei den Vier-Sterne-Bewertungen kommt ein Unternehmen hinzu. Die Zwei-Sterne-Gruppe wächst von einer auf drei Gesellschaften.

Ertrag: Abschmelzen der ZZR hilft

Die durchschnittliche Nettoverzinsung liegt mit 2,3 Prozent auf Vorjahresniveau. Auch die Abschlusskostenquote (5,3 Prozent) und die Verwaltungskostenquote (rund 2,7 Prozent) bleiben konstant.

Die Überschussquote steigt im Marktdurchschnitt von 13,0 auf 13,7 Prozent. Als Grund nennt Morgen & Morgen das Abschmelzen der Zinszusatzreserve (ZZR). Ihr wurden 2021 branchenweit noch rund 8,5 Milliarden Euro zugeführt. In den Jahren 2022 bis 2025 wurde sie jeweils um rund 3 Milliarden Euro reduziert. Die frei werdenden Erträge kommen auch den Kunden zugute.

Die Zins-Überschussquote bleibt bei durchschnittlich 0,8 Prozent, die Zins-Risiko-Überschussquote steigt leicht von 2,8 auf 2,9 Prozent.

Bestand: Wachstum, aber mehr Storno

Neugeschäft und Beitragseinnahmen legen 2025 erneut zu, auch das Einmalbeitragsgeschäft wächst. Die durchschnittliche Wachstumsquote sinkt zwar von 4,4 auf 3,2 Prozent. „Dieser Rückgang ist auf einzelne Ausreißerwerte zurückzuführen und lässt sich nicht als allgemeine Abschwächung des Wachstums interpretieren“, heißt es von den Analysten.

Die Stornoquote steigt im Schnitt erneut von 4,6 auf 4,9 Prozent. Sie nimmt damit seit 2021 kontinuierlich zu.

Sicherheit: Solvabilität stark, Bewertungsreserven negativ

Die durchschnittliche Eigenmittelquote steigt von 5,5 auf 5,7 Prozent, die RfB-Quote von 4,9 auf 5,0 Prozent. Die Bewertungsreservequote verschlechtert sich dagegen von minus 6,5 auf minus 9,0 Prozent.

Es dominieren weiterhin stille Lasten, einzelne Versicherer verfügen aber wieder über stille Reserven. „Stille Lasten allein sind dabei nicht automatisch problematisch, da sie in der Regel nicht realisiert werden müssen“, so Morgen & Morgen. Die SCR-Quoten steigen deutlich. Alle bewerteten Gesellschaften erfüllen die aufsichtsrechtlichen Anforderungen auch ohne Übergangsmaßnahmen.

Was heißt das alles?

„Das Rating zeigt eine insgesamt stabile Lebensversicherungsbranche. Die Ertragslage entwickelt sich leicht positiv und die Sicherheitskennzahlen bleiben stark“, sagt Thorsten Saal, Bereichsleiter Mathematik und Rating bei Morgen & Morgen. Auch Neugeschäft und Beitragseinnahmen wüchsen weiter. „Einen genauen Blick verdient dagegen die steigende Stornoquote. Entscheidend ist, dass die Mechanismen der Zinszusatzreserve die starken Kapitalmarktbewegungen der vergangenen Jahre wirkungsvoll abgefedert haben“, so Saal weiter.

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Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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