Lebensversicherer in der Niedrigzinsfalle

„Verluste will keine Gesellschaft als erste zugeben“

Geahnt haben wir es schon lange. Die anhaltenden Niedrigzinsen am Anleihemarkt lassen die Lebensversicherer straucheln, Garantien von durchschnittlich 3 Prozent können sie kaum mehr erfüllen. Wie es tatsächlich um die Branche bestellt ist, erklärt ein Experte der Mainfirst Bank im Interview.

Die Politik der Europäischen Zentralbank hinterlässt ihre Spuren. Vier von zehn Lebensversicherern schreiben für das Geschäftsjahr 2014 Verluste, glaubt Michael Haid, Senior-Analyst der Mainfirst Bank, die unlängst zu diesem Thema auch eine Studie herausgegeben hat. Nur, so ergänzt Haid im Interview mit Cash-online, will keine Gesellschaft die erste sein, die das zugibt. Denn Bafin, Medien und Kunden würden sich dann auf sie stürzen, so die Angst.

Aus diesem Grund würden die Versicherer alles tun, um von ihren schlechten Zahlen abzulenken. Aktuell versuchen sie deshalb, diese zu kaschieren, indem sie ihre stillen Reserven aus den festverzinslichen Wertpapieren als Gewinne ausweisen, so Haid weiter.

Das Problem: Das Manöver bringt nur kurzfristig etwas, sagt Haid. Dafür würden die Versicherer ihre zukünftigen Ergebnisse aber jetzt schon belasten.

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