Serie Alternativen zur BU, Teil 3: Dread-Disease-Versicherungen

Bei Finanzierungen oder Geschäftsführern gehört Dread-Disease-Schutz dazu

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist die beste aller Arbeitskraftabsicherungen. Aber auch die Alternativprodukte haben ihre Daseinsberechtigung. Biometrie-Experte Philip Wenzel geht in unserer Serie auf die einzelnen Produkte zur Arbeitskraftabsicherung ein und stellt Vor- und Nachteile vor. Dieses Mal: Dread-Disease-Versicherungen.
© dpa/picture alliance
Eine Doktorandin schaut sich auf ein Monitorbild Melanom-Zellen an, auch schwarzer Hautkrebs genannt.

Grundsätzlich ohne Bezug zur Arbeitskraft ist die Dread-Disease-Police. Diese Möglichkeit, die finanziellen Folgen schwerer Krankheiten durch eine Einmalleistung des Versicherers abzusichern, dient in erster Linie der Deckung möglicher Kredite, eventuell anfallender Behandlungskosten oder als Überbrückungshilfe, wenn eine Schlüsselkraft in einem Unternehmen ausfällt.

Bei Geschäftsführern ist diese Versicherung noch am ehesten als Ersatz einer Berufsunfähigkeitsversicherung zu interpretieren, obwohl sie im Wesen deutlich verschieden zu dieser ist. Zum einen wird keine Rente geleistet, sondern eine einmalige Zahlung. Zum anderen ist sie keine All-Risk-Deckung wie die BU, sondern leistet nur, wenn eine in den Bedingungen beschriebene Krankheit im definierten Umfang eintritt.

Die Gesundheitsprüfung unterscheidet sich ebenfalls von der der BU und auch die Annahmerichtlinien sind aufgrund des begrenzten Versicherungsumfangs lockerer. Da aber in allen Tarifen am Markt eine Pflegebedürftigkeit oder eine Abhängigkeit von Dritten mitversichert ist, führen Behinderungen und körperliche Versehrtheit auch mal zur Ablehnung, wenngleich schwerpunktmäßig schwere Krankheiten abzusichern wären.

70 verschiedene Leistungsauslöser am Markt

Der Leistungsumfang der einzelnen Tarife lässt sich selbst für Profis nicht sinnvoll vergleichen. Es gibt derzeit rund 70 verschiedene Leistungsauslöser am Markt, die teilweise erhebliche Unterschiede aufweisen. Da ich aber vorher nicht wissen kann, welche Krankheit mal wichtig wird, kann ich auch keine Empfehlung abgeben, welche Versicherung am besten geeignet wäre. Zumindest nicht anhand der Leistungsauslöser.

Bei der Prüfung eines Tarifes kann man auf den Überlebenszeitraum achten, der zwischen 14 und 28 Tagen schwankt. Noch wichtiger ist aber die Kalkulationsgrundlage des Tarifes. Bis auf zwei Anbieter aus Bayern sind alle Tarife auf Fondsbasis kalkuliert. Das kann zur Folge haben, dass im Leistungsfall nicht die vereinbarte Versicherungssumme ausgezahlt wird, weil der Fonds eben schlechter lief als geplant.

Außerdem ist es begrüßenswert, wenn als Versicherungsfall der Diagnosezeitpunkt definiert ist. Da alle Tarife mit Wartezeiten arbeiten, könnte der Versicherer ansonsten behaupten, der Eintritt der Krankheit fiele in den Wartezeitraum, was zunächst mal Ärger bedeutete.

Grundfähigkeiten und tödliche Krankheit sind als Leistungsauslöser sinnvoll

Unter allen Leistungsauslösern am Markt erscheinen zwei als eine sinnvolle Ergänzung der gewöhnlichen schweren Krankheiten. Das ist einmal die Leistung bei Verlust einer Grundfähigkeit durch Unfall und außerdem die tödliche Erkrankung. Letztere liegt vor, wenn eine Diagnose innerhalb von zwölf Monaten zum Tod führen wird.

Zusammenfassend wäre die Dread Disease immer eine hervorragende Ergänzung zur BU, was sich aber nur die allerwenigsten Kunden leisten können. Als Ersatz ist sie sicherlich nicht zu sehen. Bei Finanzierungen oder Geschäftsführern sollte sie aber immer zusätzlich angeboten werden.

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