Kamera am Strand

Warum Kinderfotos besser nicht in sozialen Medien landen

Die Sonne scheint, ab mit der Familie an den Strand oder ins Freibad. Doch bevor stolze Eltern allzu fix die Bildnisse ihrer lieben Kleinen ins Netz hochladen, sollten sie sich die Tipps ansehen, die die Arag-Spezialisten hier zusammengetragen haben. Und es dann vielleicht lassen.
Hand im Strandsand
© Kerstin Herrmann / Pixabay
Hand im Strandsand: Kinder sollten nicht direkt zu erkennen sein

Pünktlich zur Freibad-Saison melden sich die Spezialisten des Versicherers Arag und warnen davor, leichtfertig Fotos mit Kindern im Netz zu veröffentlichen. Rechtliche Grundlage dazu sind die Paragrafen 22 und 23 des Kunsturhebergesetzes (KunstUrhG). Sie verbieten grundsätzlich, dass man das Bild einer anderen Person veröffentlicht (Recht am eigenen Bild). Und das gilt eben auch (oder besser: ganz besonders) für Kinder.

Hinzu kommen einige Besonderheiten aus der dunklen Seite des Netzes. Denn Kriminelle können Kinderfotos für Cybermobbing missbrauchen, sexuell aufladen oder für Cybergrooming nutzen. Darunter versteht man, dass Täter im Netz Kontakte zu Minderjährigen herstellen, die zu sexueller oder anderer Gewalt führen.

Die Arag-Spezialisten weisen darauf hin, dass jedes Freibad deshalb eigene Regeln für Fotos hat. Eltern sollten sich Vorfeld beim Bademeister danach erkundigen. Wer es gar nicht lassen kann und seinen Nachwuchs unbedingt auf Sozialen Medien zeigen möchte, für den haben sie ein paar Tipps:

  • Das Motiv oder die Momentaufnahme des Kindes sollten angemessen und respektvoll sein.
  • Kinder sollten nicht direkt zu erkennen sein. Stattdessen zum Beispiel ein Ausschnitt von Kinderhänden oder eine Rückansicht. Alternativ kann man das Gesicht verpixeln oder mit einem Emoji verdecken.
  • Damit das Foto über Suchmaschinen nicht so leicht gefunden wird, nie den vollständigen Namen oder das Geburtsdatum des Kindes nennen oder die Bilder mit Ortsbestimmung hochladen.
  • Sind auch fremde Kinder auf dem Foto, ist die Erlaubnis von deren Eltern nötig.
  • Privatsphäre- und Sicherheitseinstellungen auf den sozialen Plattformen prüfen und aktualisieren.

Wer das Recht am eigenen Bild missachtet, muss zunächst mit Unterlassungsansprüchen rechnen. Dann sind die Fotos von der Internet-Seite zu entfernen und sämtliche digitalen Kopien zu löschen. Oben drauf kann allerdings noch Schadensersatz kommen.

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Autor

Andreas

Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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