Vier Runden waren nötig, doch jetzt ist es vollbracht. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft, Verdi, der Deutsche Bankangestellten-Verband (DBV) und der Arbeitgeberverband der Versicherungsunternehmen in Deutschland (AGV) haben sich auf einen neuen Tarifabschluss für die 183.000 Angestellten im Innendienst der Versicherungsbranche geeinigt. Das melden die Beteiligten übereinstimmend.
Jetzt müssen die Verdi-Mitglieder dem Tarifabschluss zustimmen. Sie haben dafür bis zum 4. August Zeit. Die Große Tarifkommission der Gewerkschaft empfiehlt einstimmig die Annahme.
Hier die wichtigsten Eckpunkte im Tarifabschluss:
Folgende Maßnahmen verlängert man jeweils um zwei Jahre bis Ende 2027:
Bei Verdi zeigt man sich mit dem Ergebnis einigermaßen zufrieden. „Das ist ein sehr achtbares Ergebnis, das die Beschäftigten mit ihrer Entschlossenheit und ihrer Ausdauer erkämpft haben“, sagt Verhandlungsführerin Martina Grundler.
Ähnlich durchwachsen klingt es auch vom DBV, dessen Verhandlungsführerin Ute Beese schreibt: „Das Paket kann nicht sämtliche Erwartungen erfüllen – beide Seiten mussten dafür Zugeständnisse machen.“ Aber sie gibt sich auch realistisch: „Es ist das effektiv Mögliche in dieser Zeit.“
Bei Verdi betont man vor allem die in Euro gemessenen Mindestaufschläge in den unteren Lohngruppen. So habe man für die Gruppe A eine überproportionale Erhöhung von 246 Euro vereinbart, was 11,6 Prozent mehr Lohn bedeute. Noch bis in die Tarifgruppe 5 hinein liege die Erhöhung zum August 2025 bei mehr als 5 Prozent.
Beim AGV hingegen weist man auf die steigenden Kosten für die Branche durch den neuen Tarifvertrag hin. Die tariflichen Personalkosten seien in diesem Jahr schon durch den alten Tarif um 0,46 Prozent gestiegen. Durch den weiteren Anstieg zum 1. August steige die Belastung gegenüber dem Vorjahr auf 2,68 Prozent, rechnet der Verband vor.
2026 zögen die tariflichen Personalkosten um 4,02 Prozent gegenüber 2025 an, und die Vorbelastung für 2027 betrage schon jetzt absehbar 2,08 Prozent. Was dann ein folgender neuer Tarifvertrag noch zusätzlich erhöhen könne. Zusatzkosten wie die Beiträge zur Sozialversicherung und betriebliche Sonderzahlungen seien in all diesen Zahlen noch nicht enthalten.
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