Vergleichbarkeit von Versicherungsleistungen

Kunden wählen oft Rabatt statt guter Leistungen

Leistungen von Versicherungsverträgen lassen sich nicht vergleichen. Das hat das Deutsche Finanzserviceinstitut aus Köln bei einem Vergleich von privaten Sachversicherungen festgestellt.

Im Rahmen eines Marktvergleichs untersuchte das Deutsche Finanzserviceinstitut (DFSI) alle Anbieter privater Sachversicherungen. Grundlage bildeten Angebote, die sieben unterschiedliche Verträge zu einem einzigen Bündel zusammenfassen. Beim Abschluss dieser Bündel-Verträge erhalten Kunden Rabatte, Kostenersparnisse reicht der Versicherer also direkt an den Kunden weiter.

Die Analysten hatten allerdings Probleme dabei, die Verträge zu vergleichen. Nicht alle Angebote entsprachen den geforderten Kriterien eines Bündelvertrags. Zusätzliche Schwierigkeiten warfen unterschiedliche Tarifstufen, Rabatte und Leistungsabweichungen in den einzelnen Tarifen auf. Der zuständige Projektleiter des DFSI, Sebastian Ewy, kommt in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin Focus daher zu dem Schluss, dass ein fairer Vergleich der Angebote nicht möglich ist.

Aus diesem Grund rät Ewy Kunden, sich ausschließlich am Vergleich der Leistungen zu orientieren, um bestmöglichen Schutz zu erhalten. Damit dokumentiert das DFSI, was in Vermittlerkreisen bereits lange bekannt ist: Kunden entscheiden sich oft nach dem Preis und nehmen dafür schlechtere Leistungen bewusst in Kauf.

Die Auswahl unterschiedlicher Anbieter kann auch ohne zusätzliche Rabatte, die an den Abschluss  einer bestimmten Anzahl an Verträgen gebunden ist, zu günstigen Prämien und guten Leistungen führen. So bieten einige Versicherer Aktionsrabatte oder Onlinetarife an, welche die Ersparnis von Kosten transparent und nachvollziehbar macht.

Es war kein Marktvergleich

Die Untersuchung des DFSI umfasst aufgrund der gewählten Anforderungen nicht alle Versicherer. Unternehmen, die teilnehmen wollten, mussten Angebote über Bündelverträge wie private Haftpflichtversicherung, Rechtsschutzversicherung mit Internetschutz, Hausratversicherung mit Glasbruchversicherung, Unfall- und Wohngebäudeversicherung abgeben. Anbieter wie die Haftpflichtkasse Darmstadt oder die Janitos, um nur zwei Beispiele zu nennen, bieten aber keine Rechtsschutzversicherung an. Damit blieb ihnen die Teilnahme von vornherein verwehrt. Infolgedessen muss das Ergebnis des durchgeführten Vergleichs – Testsieger Allianz vor der Alten Leipziger und der Arag – kritisch betrachtet werden.

Mehr zum Thema

Kassenarzt-Chef fordert: Zigarettenpackung für 20 Euro

Die Diskussion über ungesunden Lebensstil verschärft sich. Jetzt sind unabhängig voneinander Finanzminister Lars Klingbeil (SPD)…

Privater Vermögensaufbau überholt klassische Altersvorsorge

76 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland vertrauen nicht darauf, im Alter allein mit der gesetzlichen…

Rentenkommission zur bAV: Keine Pflicht, aber …

Es war vielleicht eine der größeren Überraschungen im Bericht der Rentenkommission: Die betriebliche Altersversorgung (bAV)…

Teilen:
Nicht verpassen!

Pfefferminzia.pro

Eine Plattform, die liefert: aktuelle Informationen, praktische Services und einen einzigartigen Content-Creator für Ihre Kundenkommunikation. Alles, was Ihren Vertriebsalltag leichter macht. Mit nur einem Login.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert