Pools rücken zusammen

Blau-Direkt-Investor übernimmt nun auch Netfonds

Zwei norddeutsche Maklerpools sind künftig unter einem Dach vereint und sollen strategisch zusammenarbeiten: Der Blau-Direkt-Investor Warburg Pincus will Netfonds übernehmen. Das Angebot an die Aktionäre ist schon raus.
Zwei Finanzexperten in Anzügen bei Blau-Direkt-Investor, Fokus auf Investment und Finanzberatung.
© Netfonds, Blau Direkt / Canva
Martin Steinmeyer, Vorstandsvorsitzender Netfonds (links), und Blau-Direkt-Chef Ait Voncke

Warburg Pincus ist bereits 2022 beim Lübecker Maklerpool und Technologiedienstleister Blau Direkt eingestiegen. Jetzt geht das New Yorker Private-Equity-Unternehmen auch bei der börsennotierten Netfonds AG an Bord. 53 Prozent der Aktien besitzt Warburg Pincus bereits. Ziel ist es, das Hamburger Unternehmen von der Börse zu nehmen.

Daher unterbreitet Warburg Pincus den Netfonds-Aktionären ein öffentliches Angebot zu einem Preis von 78,25 Euro je Aktie. Das entspricht einer Prämie von 78,3 Prozent auf den volumengewichteten Durchschnittskurs der vergangenen drei Monate. Netfonds hat sich dazu verpflichtet, unter Andienung ihrer eigenen Beteiligung das Angebot unwiderruflich zu unterstützen. Der Aktienkurs reagierte natürlich sofort und sprang auf 78,00 Euro (Stand: 9. März 2026, 12 Uhr).

Durch den Zusammenschluss von Blau Direkt und Netfonds unter dem Dach von Warburg-Pincus-Fonds soll mit über 550 Millionen Euro Umsatz und 600 Mitarbeitenden ein führender Anbieter für Software- und Infrastrukturdienstleistungen für die Finanz- und Versicherungsbranche entstehen. Beide Unternehmen bringen ihre Stärken ein: Netfonds punktet mit Erfahrung im Investmentbereich, in der Regulatorik und im 360-Grad-Plattform-Ansatz (Finfire). Blau Direkt steuert seine Automatisierungserfahrung im Versicherungssektor bei. Erste Erfahrungen in der Zusammenarbeit haben die beiden Unternehmen bereits mit der gemeinsamen Initiative zum Vergleichsrechner „Comparit“ gemacht.

Marke Netfonds bleibt erhalten

Vor allem drei Vorteile soll die künftige Kooperation bieten. Die Partner von Netfonds erhalten erweiterten Zugriff auf moderne Versicherungsabläufe, während Blau-Direkt-Partner von der Investment-Kompetenz von Netfonds profitieren. Zudem sollen stärkere Investitionen in IT-Teams die Entwicklung in der Technologie beschleunigen. Und durch die Integration der „Tjara“-Infrastruktur entstehen Lösungen für die Bestandsnachfolge im Investment- und Versicherungsbereich.

Beide Firmen sind weiterhin unternehmerisch eigenständig. Die Marke Netfonds und der Standort in Hamburg sollen erhalten bleiben. Das Netfonds-Management beteiligt sich an der gemeinsamen Holding und bleibt in Führungsverantwortung.

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Autorin

Sabine

Groth

Sabine Groth schreibt seit über 20 Jahren schwerpunktmäßig über Geldanlage sowie weitere Finanz- und Wirtschaftsthemen, seit 2009 als freie Journalistin. Zu ihren Auftraggebern zählen vor allem Fachmagazine und -portale.

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