Was ist wirklich dran?

Die fünf größten Mythen über Photovoltaik-Anlagen

Photovoltaik-Anlagen werden in Deutschland beliebter. Gleichzeitig ranken sich viele Mythen und Missverständnisse um das Thema. Wir zeigen die sechs größten Mythen und überprüfen, was an ihnen dran ist.
PV-Anlage auf einem Dachgeschoss Foto: Canva KI
© Canva KI
Photovoltaik-Anlagen auf einem Dachgeschoss.

Photovoltaik-(PV)-Anlagen liegen im Trend. In Deutschland nutzen immer mehr Menschen sie auf ihren Balkonen oder Dächern. Gleichzeitig halten sich aber auch viele Mythen rund um diese alternative Art der Energie-Erzeugung. Die Experten von Iqony Sustainable Energy Solutions haben die zehn meist verbreiteten Mythen zu Photovoltaik-Anlagen und deren Wahrheitsgehalt aufgedeckt. Wir zeigen fünf dieser Mythen und was an ihnen dran ist, in der folgenden Bilderstrecke.

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Mythos 1: Photovoltaik lohnt sich nur in sonnenreichen Gebieten
PV-Anlage im Regen, Foto: Canva KI
Photovoltaik-Anlage im Regen, Foto: Canva KI

Manche Kritiker behaupten, in Deutschland scheine die Sonne nicht häufig genug und Photovoltaik-Anlagen lohnten sich nur in sonnigeren Regionen Südeuropas oder Afrikas. Das stimmt nicht. Die Sonnenstunden in Deutschland reichen vollkommen aus, um Sonnenstrom zu produzieren. Dieser Meinung sind die Experten von Iqony Sustainable Energy Solutions.

Im Schnitt scheint die Sonne hierzulande fast 2.000 Stunden pro Jahr. Damit kann eine Photovoltaik-Anlage rund 200 Kilowattstunden pro Quadratmeter produzieren. Natürlich gibt es in sonnenreicheren Gegenden mehr Ertrag – und auch hierzulande ist die Energie-Erzeugung im Frühling und Sommer am besten. Aber selbst in den Herbst- und Wintermonaten produziert eine Solaranlage ausreichend Strom, dass sich die Investition lohnt. Das liegt auch an den immer leistungsstärkeren Solarmodulen.

Gut zu wissen: Photovoltaik-Anlagen erzeugen auch bei bewölktem Himmel und niedrigen Temperaturen zuverlässig Strom. Sobald Sonnenlicht – auch diffuses Licht – auf die Solarzellen trifft, beginnt die Stromproduktion. Diese Eigenschaft ermöglicht es, dass Photovoltaik-Anlagen ganzjährig und selbst an trüben Tagen zu nutzen.

Mythos 2: Solaranlagen sind nicht langlebig und müssen oft ersetzt werden
Blitz schlägt in PV-Anlage ein, Foto: Canva KI
Blitz schlägt in Photovoltaik-Anlage ein, Foto: Canva KI

Solarpaneele sind für den Außeneinsatz konzipiert und halten daher viel aus. Raue Witterungsbedingungen sind für sie kein Problem. Nur bei schweren Stürmen oder Blitzeinschlägen kann es zu Schäden kommen, die einen Austausch von Modulen erforderlich machen.

Die Lebensdauer moderner Photovotaik-Module liegt bei 25 Jahren und mehr. Während dieser Zeit bleibt die Leistung weitgehend konstant. Ein geringer Leistungsverlust, der im Laufe der Zeit auftreten kann, lässt sich durch regelmäßige Wartung minimieren. Hersteller garantieren in den meisten Fällen noch nach 20 Jahren eine Leistung von etwa 80 Prozent. Laut Studien des Fraunhofer ISE ist der Leistungsverlust aber deutlich geringer. Die Aussage, Solaranlagen seien nicht langlebig, ist daher falsch.

Mythos 3: Ein Solarpanel zu produzieren, ist umweltschädlicher als der Nutzen
Mann montiert ein Solarpanel, Foto: Canva KI
Mann montiert ein Solarpanel, Foto: Canva KI

Es wird häufig behauptet, dass die Herstellung von Photovoltaik-Modulen mehr Energie verbraucht, als sie im Laufe ihrer Lebensdauer produzieren können. Eine aktuelle Studie des Umweltbundesamtes zeigt jedoch, dass Solaranlagen bereits nach 0,9 bis 2,1 Jahren mehr Energie erzeugen, als für ihre Produktion benötigt wurde. Laut Fraunhofer-Institut produzieren moderne Photovoltaik-Anlagen über ihre gesamte Lebensdauer hinweg mindestens das Zehnfache der Energie, die für ihre Herstellung erforderlich war.

In Bezug auf die Materialien, die für die Herstellung von Solarzellen verwendet werden, sind Stoffe wie Silizium, Aluminium, Glas und verschiedene Kunststoffe unbedenklich und größtenteils recycelbar. Die Recycling-Technologie hat in den vergangenen Jahren Fortschritte gemacht, sodass mittlerweile etwa 80 Prozent der Komponenten eines Solarmoduls effizient wiederverwertet werden können. In der EU unterliegen Photovoltaik-Module zudem seit einiger Zeit der sogenannten Rücknahmepflicht.

Mythos 4: Solarparks führen zur massiven Zerstörung von Lebensräumen
PV-Anlage in der Natur, Foto: Canva KI
Photovoltaik-Anlage in der Natur, Foto: Canva KI

Studien zeigen, dass Solarparks dazu beitragen können, neue artenreiche Lebensräume zu schaffen. Eine Untersuchung des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft von 75 Solarparks in neun Bundesländern hat ergeben, dass bei einer naturverträglichen Planung der Photovoltaik-Anlagen die lokale Artenvielfalt gefördert wird.

Zu den positiven Faktoren gehören unter anderem die schützende Einzäunung, der Verzicht auf Pflanzenschutzmittel und die Pflege der Grünflächen zwischen den Modulreihen. Ein wichtiger Aspekt für die Biodiversität ist zudem der Abstand zwischen den Reihen: Je größer dieser Abstand, desto höher die Artendichte.

Mythos 5: Solaranlagen sind wartungsintensiv und teuer im Unterhalt
Frau wartet eine PV-Anlage in der Wüste, Foto: Canva KI
Frau wartet eine Photovoltaik-Anlage in der Wüste, Foto: Canva KI

Die regelmäßige Wartung einer Solaranlage ist wichtig, um Leistungseinbußen und unerkannt bleibende Schäden zu vermeiden. Außerdem kann es zu Schwierigkeiten mit dem Versicherer kommen, wenn Betreiber Wartungen versäumen. Eine jährliche Inspektion ist in der Regel unkompliziert. Durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz lässt sich die Wartung noch effizienter gestalten. Eine Inspektion oder Wartung der Photovoltaik-Anlage sollte etwa einmal jährlich stattfinden und ist aus Expertensicht meist nicht sehr aufwändig.

Autorin

Barbara Bocks ist seit 2011 als Journalistin im Wirtschafts- und Finanzbereich unterwegs. Seit Juli 2024 ist sie als Redakteurin bei der Pfefferminzia Medien GmbH angestellt.

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