Gartenbau und Hagel

Agrarversicherer wollen gemeinsamen Weg beschreiten

Gartenbau-Versicherung und Vereinigte Hagelversicherung sprechen über einen möglichen Zusammenschluss. Die Gespräche sollen 2027 enden und der gemeinsame Weg beginnen.
Reife Weintrauben an einer Rebe im Weinberg.
© picture alliance/KEYSTONE | MICHAEL SCHMID
Hagelschäden auf dem Weingut Freienstein in der Schweiz: Die Vereinigte Hagelversicherung will sich mit der Gartenbau-Versicherung zusammenschließen

Die Gartenbau-Versicherung und die Vereinigte Hagelversicherung wollen ihre Kräfte bündeln. Beide Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit wollen sich zusammenschließen, wie sie mitteilen.

Die Häuser arbeiten bereits seit mehr als 30 Jahren unter der Marke „Agrorisk“ zusammen. Die Gartenbau-Versicherung geht auf Gärtner zurück, die das Haus vor knapp 180 Jahren gründeten. Die Wurzeln der Vereinigten Hagel reichen bis zum Zusammenschluss von Landwirten vor mehr als 200 Jahren zurück.

Was die Häuser verbindet

Beide Unternehmen verweisen auf das Prinzip, Risiken gemeinsam zu tragen und Verantwortung füreinander zu übernehmen. Heute sehen sie sich als führende Spezialversicherer auf ihrem Gebiet in Europa.

Christian Senft, Vorstandsvorsitzender der Gartenbau-Versicherung, sagt: „Uns verbinden die gleichen Werte, eine ähnliche Unternehmenskultur und das gemeinsame Ziel, unseren Mitgliedern auch künftig verlässlich zur Seite zu stehen.“ Weiter sagt er: „Die Nähe zu unseren Mitgliedern und ihre Mitbestimmungsrechte prägen unsere Versicherungsvereine.“

Als Grund für die Fusion nennen die Häuser veränderte Rahmenbedingungen für Landwirtschaft und Gartenbau. Wetterextreme und die Folgen des Klimawandels erhöhten die Anforderungen an Risikobewertung und Risikotragfähigkeit. Hinzu kämen veränderte Marktbedingungen, steigende regulatorische Pflichten sowie technologischer und digitaler Wandel.

Was konkret geplant ist

Die Gespräche führen beide Partner nach eigenen Angaben auf Augenhöhe. Voraussetzung für den Zusammenschluss sei, dass bestehende Verträge und Vereinbarungen gültig bleiben. Auch die Standorte Gießen und Wiesbaden sollen fortbestehen. Zudem soll die Rechtsform eines Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit gewahrt bleiben.

Der Abschluss der Gespräche ist für 2027 geplant. Danach braucht das Vorhaben die Zustimmung der Mitgliedervertreterversammlungen, dem obersten Organ beider Unternehmen. Zusätzlich müssen die zuständigen Aufsichtsbehörden zustimmen.

Philipp Schönbach, Vorstandssprecher der Vereinigten Hagel, sagt: „Unser Ziel ist es, gemeinsam ein starkes und unabhängiges Versicherungsunternehmen zu gestalten, das den Bedürfnissen von Landwirtschaft und Gartenbau verpflichtet bleibt. Wachstum verstehen wir nicht als Selbstzweck. Es schafft vielmehr die Grundlage dafür, den Gegenseitigkeitsgedanken, der beide Unternehmen seit Generationen trägt, langfristig zu bewahren“.

Zahlen zu beiden Häusern

Die Gartenbau-Versicherung ist Spezialversicherer des europäischen Gartenbaus. Über 13.000 Mitgliedsbetriebe aus neun europäischen Ländern vertrauen ihr Vermögenswerte und versicherte Erträge im Wert von über 85 Milliarden Euro an.

Die Vereinigte Hagelversicherung deckt im Pflanzenbau witterungsbedingte Risiken wie Hagel, Sturm, Starkregen, Frost oder Dürre ab. Europaweit versichern über 110.000 Landwirte, Obst- und Gemüseproduzenten sowie Winzer ihre Ernte dort. Hinzu kommen 2.500 Agenturen direkt vor Ort und rund 1.000 Sachverständige.

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Autorin

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