Aber mit Ausstiegsklausel

Warren Buffett kauft Versicherungskonzern

Investment-Altmeister Warren Buffett will mit seiner Firma Berkshire Hathaway den US-Versicherer Alleghany übernehmen. Das könnte vor allem dann klappen, wenn der nicht gerade demnächst ein besseres Angebot findet.
Star-Investor Warren Buffett, Chef von Berkshire Hathaway
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Star-Investor Warren Buffett, Chef von Berkshire Hathaway: Jetzt einen Versicherer kaufen

Der Star-Investor Warren Buffett hat mit seinem Beteiligungsunternehmen Berkshire Hathaway ein neues Kaufobjekt gefunden. Wie das Unternehmen mit Sitz in Omaha im US-Bundesstaat Nebraska mitteilt, kauft es den Versicherungskonzern Alleghany für 11,6 Milliarden US-Dollar (rund 10,5 Milliarden Euro). Dabei zahlt es in bar. Die Transaktion soll bis Ende 2022 über die Bühne gegangen sein. Mit Prämieneinnahmen von 7,1 Milliarden Dollar und einem Netto-Gewinn von mehr als einer Milliarde Dollar im Jahr 2021 ist das Unternehmen nicht gerade klein.

Die Nachricht löste einen Kurssprung beim Übernahmeobjekt aus. Die Alleghany-Aktie notierte kurz zuvor bei etwa 675 Dollar. Weil Buffett aber 848,02 Dollar zahlen will, sprang der Kurs sofort auf etwa 845 Dollar. Der kleine Abschlag zum Kaufpreis entsteht durch das Restrisiko, dass der Deal noch platzen könnte. Schließlich müssen die Alleghany-Aktionäre und verantwortliche Behörden noch zustimmen.

Ebenso darf sich der Versicherer noch 25 Tage lang nach anderen Kaufinteressenten umsehen und ein besseres Angebot annehmen. Dann darf er aus dem Vertrag mit Berkshire Hathaway aussteigen.

Kann man den genannten Zahlen trauen, ist der Kauf übrigens trotz des Aufpreises ein Schnäppchen. Denn angeblich entspricht der Kaufpreis dem 1,26-fachen Buchwert des Versicherers. Zum Vergleich: Das Kurs-Buchwert-Verhältnis des Aktienindex S&P 500 liegt derzeit bei 4,5.

Beide Seiten zeigen sich begeistert von dem Geschäft. So sagt Buffett: „Berkshire wird eine perfekte dauerhafte Heimat für Alleghany sein, ein Unternehmen, das ich seit 60 Jahren sehr intensiv beobachtet habe. Über den Zeitraum von 85 Jahren hat die Kirby-Familie ein Geschäft erschaffen, das mit Berkshire Hathaway sehr viele Gemeinsamkeiten hat.“ Anmerkung: Die Kirbys hatten Alleghany zwar nicht gegründet, waren aber 1937 nach der Wirtschaftskrise mit eingestiegen und hatten seitdem mehr und mehr das Sagen.

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Autor

Andreas

Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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