Renteninformationsportal

Viele Versicherer halten Rentenvergleich für nahezu unmöglich

Ein Renteninformationsportal, das alle aufgebauten Ansprüche aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Vorsorge für jeden Bürger zusammenfasst – dieses Mammutprojekt hat sich die Bundesregierung für diese Legislaturperiode vorgenommen. Dass sie das schafft, daran zweifelt allerdings das Gros der Versicherer.
© MLP
Manfred Bauer ist Produktvorstand bei MLP.

Die Große Koalition möchte ein Renteninformationsportal erschaffen, mit dem sich Sparer einen Überblick über alle ihre Rentenansprüche verschaffen können. So steht es im Koalitionsvertrag für die laufende Legislaturperiode. Die Versicherer haben allerdings Zweifel daran, dass die Bundesregierung das wie geplant bis 2021 umgesetzt bekommt. 70 Prozent halten das für unrealistisch.

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Das zeigt eine Umfrage des Finanzdienstleisters MLP unter 20 Lebens- und Rentenversicherern mit einem Anteil von 50 Prozent im Altersvorsorge-Markt. Grundsätzlich halten die befragten Entscheider ein solches Portal nach wie vor für wichtig, um die Bürger bei der Altersvorsorge zum Handeln zu bewegen: Rund 90 Prozent sehen eine transparente Information über den Stand der Altersvorsorge hierfür als Voraussetzung.

„Die geplante Einführung eines säulenübergreifenden Renteninformationsportals ist aus Verbrauchersicht weiterhin zu begrüßen. Gleichwohl ist die Herausforderung für den Gesetzgeber und andere Beteiligte nicht zu unterschätzen“, sagt Manfred Bauer, Produktvorstand bei MLP.

Vergleichbarkeit der Produkte ist größte Hürde

Die größte Hürde bei der Einführung sei nach Einschätzung der Versicherer die Vergleichbarkeit der verschiedenen Produkte über die drei Säulen der Altersvorsorge hinweg. Demnach schätzen 60 Prozent der Befragten, dass ein aussagekräftiger Vergleich beispielsweise von gesetzlicher Rente, Betriebs- und Riester-Rente nur mit erhöhtem Aufwand möglich oder nahezu unmöglich sei.

„Die Herausforderungen reichen von den völlig unterschiedlichen Konstruktionen der jeweiligen Vorsorgelösungen bis hin zu den Schnittstellen mit einer Vielzahl von Datenlieferanten“, so Bauer weiter.

Eine mögliche Lösung könne könnte eine schrittweise Umsetzung sein: 60 Prozent der Versicherer sprechen sich dafür aus, die verschiedenen Produktklassen nach und nach in das Portal aufzunehmen.

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