Hinweis: Dieses Interview haben wir freundlicherweise zur Verfügung gestellt bekommen.
Herr Bierl, Sie haben mehr als 7.000 BU-Gesundheitsprüfungen begleitet. Was ist Ihre wichtigste Erkenntnis?
Tobias Bierl: Die Deutschen versichern das Ersetzbare – aber nicht das Unersetzliche: ihre Arbeitskraft. In meinen Beratungen sehe ich täglich Familien, die Hunderte Euro im Jahr für Handy- und Brillenversicherungen ausgeben, aber keinen Cent für die Absicherung ihres Einkommens. Das ist ein gefährlicher Denkfehler. Denn wenn das Handy kaputt geht, ist das ärgerlich. Wenn das Einkommen wegfällt, ist das existenzbedrohend.
Viele denken bei Berufsunfähigkeit an Bauarbeiter oder Handwerker. Stimmt dieses Bild noch?
Bierl: Nein, das Bild vom Dachdecker, der vom Gerüst fällt, ist überholt. Heute sind es Projektleiter mit Burnout, Lehrerinnen mit Depression, Pflegekräfte mit chronischer Erschöpfung. Psychische Erkrankungen sind mit 38 Prozent die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit – Tendenz steigend. Unfälle machen dagegen nur etwa 8 Prozent aus. Das bedeutet: Auch wer den ganzen Tag am Schreibtisch sitzt, ist gefährdet. Vielleicht sogar besonders.
Was raten Sie Menschen, die das Thema BU bisher vor sich hergeschoben haben?
Bierl: Nicht länger warten. Viele Menschen realisieren erst im Ernstfall, dass der Staat sie nicht auffängt. Dann ist es zu spät. Eine richtig gute BU kann man nur abschließen, solange man gesund ist. Mit jeder Diagnose, jedem Arztbesuch steigt das Risiko, nur noch mit Ausschlüssen oder Risikozuschlägen versichert zu werden. Oder gar nicht mehr. Die Zeit arbeitet immer gegen den Versicherten, nie für ihn.
Ist eine BU-Versicherung nicht sehr teuer?
Bierl: Das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Ein 30-jähriger Büro-Angestellter zahlt für eine monatliche BU-Rente von 2.000 Euro meist zwischen 50 und 80 Euro im Monat. Das ist weniger, als viele Haushalte für Streamingdienste und Handyverträge ausgeben. Und was viele nicht wissen: Der Abschluss mit einem unabhängigen Experten kostet keinen Cent mehr als der Direktabschluss, kann aber im Ernstfall den Unterschied zwischen Leistung und Ablehnung bedeuten.
Warum ist professionelle Begleitung so wichtig?
Bierl: Weil die Gesundheitsprüfung der kritischste Moment ist. In etwa 15 Prozent der Leistungsfälle zahlt die BU nicht, weil Versicherte bei der Gesundheitsprüfung Fehler gemacht haben – oft ohne es zu wissen. Wer die Gesundheitsfragen ohne professionelle Begleitung beantwortet, geht ein unnötiges Risiko ein. Wir muten unseren Interessenten daher ganz schön was zu: Wir fordern Krankenakten, ärztliche Stellungnahmen und eine kleinteilige Aufarbeitung der Gesundheitshistorie ein. Das ist für den Versicherten ein bisschen Aufwand und dauert auch einige Wochen, aber nur so ist die Absicherung am Ende auch wasserdicht. Lieber drei Wochen länger warten als 30 Jahre ohne echten Schutz.
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