Absicherung der Arbeitskraft

Wann welche Versicherung sinnvoll ist

Der Wert der eigenen Arbeitskraft ist hoch. Unter den Arbeitnehmern befinden sich weit mehr Millionäre als man denkt – und dieses wertvolle Gut gilt es ausreichend abzusichern. Was für Ihre Kunden sinnvoll ist und wie die einzelnen Bausteine in der Einkommenssicherung bestmöglich eingesetzt werden können.
© Getty Images
Ein angehender Mechatroniker bei der Arbeit: Während der Ausbildung erwirbt man Kenntnisse, die den späteren Verdienst bestimmen.

Mit dem sechsten Lebensjahr legt man den Grundstein für seine Ausbildung. Im weiteren Arbeitsleben bildet man sich fortlaufend weiter und erweitert sein Wissen. Diese angeeigneten Kenntnisse, die während des Arbeitslebens erworben werden, sind die Grundlage der eigenen Fertigkeiten – auf Basis derer ein entsprechender monatlicher Lohn verdient werden kann. So liegt der Wert der Lebensarbeitskraft eines Mechatronikers bei durchschnittlich über 1,5 Millionen Euro.

„Wäre sich der Kunde bewusst, über welche Summen wir hier sprechen, würde ihm besser bewusst werden, warum die Absicherung der eigenen Arbeitskraft auch mal teurer als die Kfz-Versicherung sein kann“, bringt Maximilian Buddecke, Leiter Maklervertrieb der Bayerischen, das Problem auf den Punkt.

Schutz der eigenen Arbeitskraft

Werbung

Wie schützen wir uns aber vor den finanziellen Folgen, wenn wir die Fertigkeiten zwar erlangt haben, aber die Fähigkeit, diese entsprechend einzusetzen, verlieren? Die Möglichkeiten dazu sind vielfältig. Welche Lösung im Einzelfall Sinn ergibt, muss individuell geprüft werden.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) bietet einen umfassenden Schutz des Einkommens und leistet, sobald man aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr imstande ist, den Beruf, so wie man ihn einst ausgeübt hat, zur Hälfte zu bestreiten. Dabei ist es vollkommen egal, ob die gesundheitliche Einschränkung psychisch, physisch oder psychosomatisch bedingt ist. Sollte also ein Mechatroniker aufgrund einer Allergie gegen die verwendeten Schmierstoffe nicht mehr arbeiten können, würde die BU leisten. Sie darf bei guten Bedingungen nicht abstrakt verweisen und verlangen, er könne verstärkt am PC arbeiten.

Eine Erwerbsminderungsrente als zusätzliche Absicherung

Die staatliche Erwerbsminderungsrente (EU) würde hingegen erst leisten, wenn der Mechatroniker außerstande wäre, mehr als sechs Stunden täglich zu arbeiten. Dabei wird allerdings nicht der Beruf geprüft, sondern jede Tätigkeit am allgemeinen Arbeitsmarkt. Eine volle Erwerbsminderungsrente gibt es dabei erst, wenn man nicht mehr in der Lage ist, mehr als drei Stunden zu arbeiten. In dem Fall, dass ein Arbeitnehmer über ein Jahr lang keine Anstellung mit einer verringerten Stundenzahl erhält, leistet die volle EU bereits bei einer Stundenzahl von sechs Stunden.

In unserem Beispiel würde der Mechatroniker leer ausgehen, da er ohne Probleme eine Anstellung annehmen könnte, in welcher er keinen Kontakt zu Schmierstoffen hat. Eine private EU leistet ebenfalls, wenn er nicht mehr als drei Stunden arbeiten kann. Sie kann eine sinnvolle Ergänzung zur staatlichen Absicherung sein, da diese in der Höhe praktisch immer zu niedrig ist. Die private EU greift zwar erst bei schweren körperlichen Gebrechen, aber bei psychischen Erkrankungen steht sie einer BU in den allermeisten Fällen in nichts nach.

Absicherung der Grundfähigkeiten: Sehen, Hören und Sprechen

Wenn eine BU und eine EU finanziell nicht sinnvoll sind, kann der Kunde auf eine Grundfähigkeitsversicherung ausweichen. Diese sichert den Bewegungsapparat und die Sinne Sehen, Hören und Sprechen ab. Diese Leistungsauslöser sind fest definiert. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Verlust einer der Grundfähigkeiten einen Einfluss auf die Ausübung des Berufes hat.

So würde der Mechatroniker beispielsweise eine Rente beziehen, weil er die Grundfähigkeit „Knien und Bücken“ verloren hat. Damit könnte er im Zweifelsfall sogar noch recht uneingeschränkt in einem anderen Beruf arbeiten. Psychische Erkrankungen sind in der Grundfähigkeitsversicherung nicht mitversichert.

Wenn eine BU nicht greift

Als eine Ergänzung zu einer BU ist die Dread-Disease-Absicherung zu sehen. Diese hat ebenfalls keinen Bezug zum ausgeübten Beruf des Arbeitnehmers und leistet bei Eintritt einer in den Bedingungen definierten schweren Krankheit. Sinnvoll ist diese Absicherung auch, wenn eine BU beispielsweise aus Kostengründen ausscheidet und der Kunde seine Arbeitskraft eher durch schwere Krankheiten als durch den Verlust einer Grundfähigkeit bedroht sieht.

Eine Unfallversicherung hingegen sichert nicht immer primär nur den Einkommensverlust ab, sondern die entstehenden Kosten für Umbaumaßnahmen. Daher sollte sie immer zusätzlich zu den vorgestellten Absicherungen gewählt werden. Grundsätzlich ist die Berufsunfähigkeitsversicherung die einzige Lösung, das Einkommen, das der Arbeitnehmer mit seinem Beruf erzielt, umfassend abzusichern.

Allerdings können die Alternativen und Ausweichmöglichkeiten durchaus sinnvoll sein, wenn die BU aus finanziellen oder gesundheitlichen Gründen nicht seinen vollen Wirkungsgrad entfaltet. „Auch die Kombination verschiedener Produkte mit verschiedener Absicherungshöhe und  -laufzeit kann ein interessanter Ansatz sein“, so Buddecke. Um individuell zu prüfen, welche Lösung für den Kunden die beste ist, gibt es professionelle Software, wie beispielsweise das AKS-Tool von Franke und Bornberg oder auch das kostenfreie Diagnose X-Tool der Bayerischen.

Teilen:
Nicht verpassen!

Pfefferminzia.pro

Eine Plattform, die liefert: aktuelle Informationen, praktische Services und einen einzigartigen Content-Creator für Ihre Kundenkommunikation. Alles, was Ihren Vertriebsalltag leichter macht. Mit nur einem Login.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Pfefferminzia