Pfefferminzia: Welche Kosten entstehen Arbeitgebern in der Regel, wenn Mitarbeiter krank werden?
Dirk Leister: Zum einen sind da die indirekten Kosten, die entstehen, weil Mitarbeiter krank sind: Aufträge können nicht fristgerecht ausgeführt werden oder müssen sogar abgelehnt werden. Die Belastung der Belegschaft steigt. Typische Themen für Gesundheitsmanager. Dieses Themenfeld ist den Unternehmen präsent. Allerdings gehen sie sehr unterschiedlich damit um.
Dann sind da noch die direkten Kosten. Diese setzen sich zusammen aus den Arbeitgeberleistungen zur Krankenversicherung und den hohen Selbstbehalten im Falle einer Mitarbeitererkrankung, zum Beispiel während der Lohnfortzahlungsphase.
Grundsätzlich nimmt jeder Arbeitgeber mit einer Belegschaftsgröße von bis zu 30 Vollzeitbeschäftigten am Umlageverfahren (Lohnfortzahlung) teil. Eine Zwangsabgabe an die jeweilige Krankenkasse jedes Belegschaftsmitglieds ist dabei Pflicht – wobei es ein paar wenige Ausnahmen gibt. Diese Abgabe wird Umlage 1 genannt.
Die Beiträge hierfür können bis zu etwa 4 Prozent der laufenden Lohn- und Gehaltssumme, kurz LGS, eines Mitarbeiters kosten. Die Entschädigung für den Arbeitgeber liegt, je nach Kasse und Tarif zwischen 40 und 80 Prozent der LGS für die Zeit der Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber.
Können Unternehmer grundsätzlich mit besserem Umlagemanagement Lohnnebenkosten sparen?
Ja, auf jeden Fall. Unternehmen dieser Größenordnung sollten daher dringend ihre Umlagesätze erst einmal erfragen und diese dann – unter Berücksichtigung der tatsächlichen Krankheitstage – analysieren. In den meisten Fällen können die benötigten Werte über das Lohn- und Gehaltsabrechnungsprogramm zur Verfügung gestellt werden.
Mit diesem Wissen kann dann ein Arbeitgeber auf „umlage.de“ beispielhaft eine mögliche Einsparung seiner Krankheitskosten berechnen. Hieraus lässt sich schnell erkennen, dass durch die Optimierung der Erstattungssätze hohe Ersparnisse zu erzielen sind, ohne dass sich irgendwelche Leistungen dadurch für ihn verschlechtern.
Wie ist der Wissensstand von Maklern zu diesem Thema?
Das Potenzial ist immens. Kaum ein Kollege kennt das Thema, da es recht anspruchsvoll ist. Man kann es sich jedoch mit vertretbarem Aufwand gut erarbeiten. Im ersten Schritt genügt ein Blick auf die ganzheitliche Informations- und Berechnungsplattform „umlage.de“. Das gab es bisher auch noch nicht.
Selbst Steuerberater nehmen sich des Themenfelds in der Regel nicht intensiv an und sind ein interessanter Kooperationspartner. Wobei es weniger um den Steuerberater geht als um den Lohn- und Gehaltsabrechner.
Bei welchen Zielgruppen sehen Sie den größten Beratungsbedarf?
Grundsätzlich lukrativ ist das Thema für alle Unternehmen mit bis zu 30 Vollzeitbeschäftigten. Im Besonderen aber spielt es bei Unternehmen mit hohen Durchschnittsgehältern eine Rolle – hierzu zählt etwa die IT-Branche – und bei Firmen mit hohen Krankenständen, was oft im Bauhaupt- und Nebengewerbe anzutreffen ist.
Wie spricht man als Makler seine Unternehmerkunden am besten auf das Thema an?
Durch die Krankheitskostenoptimierung entsteht grundsätzlich die Möglichkeit auf bessere Chancen im Recruiting und in der Mitarbeiterbindung, durch einen wettbewerbsfähigeren Sozialleistungs- beziehungsweise Benefits-Katalog gegenüber Wettbewerbern.
Der Einstieg ist oft der bedingungslose Finanztipp auf der Startseite von „umlage.de“, mit der Kurzberechnung möglicher Potenziale für den Arbeitgeber. Diese stellen für ihn aber nur „die Spitze des Eisbergs“ dar. Soll mehr für ihn drin sein, benötigt er die Beratung eines versierten Maklers. Dazu kann der Makler einen spezialisierten Rechner nutzen, der ihm im geschlossenen Bereich kostenfrei zur Verfügung gestellt wird.
Welche typischen Fehler sollte man dabei unbedingt vermeiden?
Für einige Mitarbeiter ist die Krankenkassenzugehörigkeit ein sensibles Thema. Denn: Jeder Mitarbeiter entscheidet selbst über seine Kassenzugehörigkeit. Das sollte der Arbeitgeber respektieren.
Die höchst mögliche Ersparnis ist nicht ohne den Schulterschluss mit der Belegschaft zu generieren, da in vielen Fällen ein Krankassenwechsel angestrebt wird. Dem Arbeitgeber sollte daher die Kommunikation in die Belegschaft hinein nicht selbst überlassen werden, sondern vielmehr sollte er gemeinsam mit einem Makler ein Kommunikationskonzept entwickeln.
Am Ende sind die Mitarbeiter die Gewinner. Denn sie profitieren von oft vielfältigen und massiv spürbaren Mehrleistungen des Arbeitgebers.
Ein anderer Fehler ist es, dem Arbeitgeber mit Produktlösungen aufzuwarten. Frei nach dem Motto: „Da machen wir mit dem Geld jetzt mal eine schöne betriebliche Altersvorsorge für die Leute. Da haben dann ja alle etwas davon.“ Tatsache ist, dass am Ende viele Mitarbeiter die Betriebsrente wählen. Aber eben erst dann.
Wie werden die frei werdenden Mittel von den Arbeitgebern in der Regel verwendet? Welches Potenzial für Cross-Selling besteht dabei für Makler?
Es ist notwendig mit dem Arbeitgeber eine individuelle Motivationsabfrage für seine Mitarbeiter nach eher kurz-, mittel- oder langfristigen Lösungen zu erstellen. Optimal ist eine Mischung daraus. Vergütung, Versorgung und Vorsorge sind hierbei die entscheidenden Schlagworte.
Kurzfristig gibt es mehr Vergütung, sprich mehr Netto im Geldbeutel, durch die Weitergabe von Ersparnissen über individuelle Steuerfreibeträge.
Mittelfristig ergibt sich eine verbesserte Versorgung im Krankheitsfall über ein Produktportfolio der betrieblichen Krankenversicherung oder einem Gruppenvertrag für Krankenzusatzversicherungen, die zusätzlich den Krankenstand senken kann.
Langfristig besteht durch Konzepte zur betrieblichen Altersversorgung die Möglichkeit auf eine bessere Vorsorge für die Rente oder auch für den Fall einer Berufsunfähigkeit.
Somit werden neben den Verabredungen mit dem Arbeitgeber, auch Gespräche mit den einzelnen Mitarbeitern notwendig, um die angebotenen Lösungen vorzustellen und über einen eventuellen Krankenkassenwechsel zu sprechen. Es entsteht ein weiteres Geschäftspotential mit der Privatkundengewinnung, bis hin zu der Chance auf höhere bAV-Abschlüsse.
Bei erfolgreicher Abwicklung sind die meisten Arbeitgeber darüber hinaus gewillt, den Beratungsansatz befreundeten Unternehmern weiter zu empfehlen.
Sie halten auch Vorträge zum Thema Umlagemanagement. Welche Fragen kommen dabei immer wieder?
Die Hauptfragen lassen sich in drei Blöcke unterteilen: Erstens kommen oft Fragen zu den Spielregeln des Umlageverfahrens: Diese Fragen beginnen meist mit den Worten: „Wann kann man…?“ oder „Wie geht das mit…?“ Da kann man sich ohne tagelang dazusitzen einlesen. Man steht auch immer im Dialog mit der einen oder anderen Kasse, die gerne unterstützt.
Der zweite Fragenblock dreht sich um Beratungs- und Angebotssituationen: Weil das Feld für viele Kollegen neu ist, stellen sie Fragen nach Erfahrungen und Möglichkeiten der Fehlervermeidung.
Als drittes schließlich stellen die Vortragsteilnehmer Fragen zur Lösungsgestaltung und der Vorgehensweise in der Praxis.
Übrigens: Ich kann ja nicht alleine alle Unternehmen in der Republik beraten. Sollte ein Kollege das Thema bei sich in der Region begleiten wollen, kann er es mich gerne wissen lassen. Projektpartner sind willkommen.
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