Wenn Sie sich für einen der gesetzlich geprüften Honorarberater (siehe den ersten Teil dieser Serie) entschieden haben, bestehen gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Beratung. Aber auch hier gibt es natürlich Unterschiede in der Qualität.
Ein wesentliches Kriterium ist der Preis, also das Honorar. Hier gibt es viele Modelle, manche Honorarberater arbeiten nach einem Stundensatz (der gesetzlich nicht geregelt ist), andere verlangen einen festen Prozentsatz vom verwalteten Vermögen (in der Regel 1,0 bis 1,5 Prozent pro Jahr). Manche Berater agieren auch mit gemischten Modellen mit Anteilen beider Varianten.
Wenn Sie mit dem Honorarmodell konfrontiert werden, fragen Sie sich: Sind diese Preise fair, wird alles verständlich erklärt oder könnte es sich um verschleierte Abzocke handeln? Lassen Sie sich Beispielabrechnungen zeigen. Ihr Honorarberater erklärt Ihnen zudem gern, was Sie für eine vergleichbare Beratung über einen Provisionsberater bezahlen würden.
Die Kundenbeziehung
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Art der Kundenbeziehung: Strebt Ihr Berater eine dauerhafte Kundenbeziehung an? Oder ist er eher an einer einmaligen punktuellen Beratung plus Produktvermittlung interessiert? Beides ist möglich, sollte aber mit Ihren Bedürfnissen genau in Übereinklag gebracht werden.
Wird zum Beispiel die Ist-Analyse eines Kundendepots in aller Gründlichkeit vorgenommen und auch erklärt? Teilt der Berater Ihnen konkrete Handlungsempfehlungen mit und begründet diese auch ausreichend und verständlich?
Informiert und erklärt er weiterhin auch nach Vertragsabschluss? Hat er Ihre bestehenden Anlagen permanent im Blick und meldet sich, falls begründeter Handlungsbedarf besteht? Oder hören Sie von ihm nur dann, wenn Sie selbst eine Anfrage stellen?
Experten und Partner
Professionelle Honorarberater arbeiten nicht im luftleeren Raum, sondern sind umgeben von einem Experten-Netzwerk, dessen Qualität entscheidend ist. Wer sind die Partner, etwa bei den Depotbanken? Sind dies große und bekannte Namen wie zum Beispiel die Comdirect, Cortal Consors oder die DAB Bank mit einem guten Leumund, die Sicherheit und beste Konditionen bieten?
Professionelle Honorarberater sind in der Regel auch in Organisationen gelistet, die für die Honorarberatung eintreten. Beim Verbund Deutscher Honorarberater (VDH) etwa man kann Berater aus der Region finden. Der Verbund fungiert als Vermittler für Honorarprodukte. Ein anderer Kreis ist die Bundesinitiative Honorarberatung.
Das Bauchgefühl
Letztlich entscheidet häufig das Bauchgefühl oder die Chemie zwischen Kunden und Berater über den Fortbestand und den Erfolg einer Beratung. Auftreten, Erscheinungsbild und klassische Tugenden wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Transparenz spielen dabei eine wichtige Rolle.
Bringt der Berater Leidenschaft für seine Tätigkeit mit und ist diese spürbar? Fragen Sie ihn, ob und warum er schon einmal Interessenten abgelehnt hat – denn auch dies ist ein Indiz, dass die Qualität der Kundenbeziehung im Vordergrund steht und nicht nur der Profit.
Ziele vereinbaren, die überprüfbar sind
Transparenz ist ein zentraler Punkt. Ist das Erstgespräch kostenlos? Händigt der Berater die Kunden-Erstinformation vor der Beratung aus? Klärt er Sie über den Beratungsbedarf und die Kosten der Beratung auf? Nimmt er sich Zeit, erklärt er verständlich und so ausführlich, wie nötig? Hat er auch außerhalb der Geschäftszeiten ein offenes Ohr für Sie, wenn Sie Fragen haben? Werden Termine und vereinbarte Rückrufe eingehalten?
Hinterfragen Sie die Vorschläge und Ideen Ihres Beraters und vereinbaren Sie Ziele, die überprüft werden können. Dann sind Sie mit ihrem Honorarberater auf der sicheren Seite.
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