Analyse

Wie Finanzdienstleister sich gegen Big-Tech-Unternehmen durchsetzen können

Die traditionellen Unternehmen in der Finanzbranche stehen wegen der Digitalisierung unter Druck. Wie müssen sie sich in der Konkurrenz gegen sogenannte Big-Techs wie Amazon und Co. verhalten? Und worauf legen die Kunden überhaupt Wert? Das hat der Strategieberater Oliver Wyman im Rahmen eines aktuellen Reports untersucht.
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Frankfurt gilt als Finanzhauptstadt: In Zukunft wird es schwieriger für die klassischen Dienstleister des Finanzsektors.

„Im vergangenen Jahrzehnt haben die Big-Techs nicht nur ihren Gewinn enorm gesteigert und ihre Kundenakzeptanz ausgebaut. Es ist ihnen auch gelungen, die Spielregeln des Wettbewerbs zu verändern“, sagt Finja Carolin Kütz, Deutschlandchefin der Strategieberatung Oliver Wyman. „Produkte stehen nicht mehr im Vordergrund, sondern aktive Lösungen.“ Viele Finanzunternehmen konkurrieren dank Digitalisierung gegen Daten-Riesen wie Amazon, Google oder Alibaba.

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Laut der diesjährigen Ausgabe des „State of the Financial Services-Reports“ haben die klassischen Anbieter aber dennoch einen Vorteil: das Vertrauen der Kunden. 

So vertrauen 51 Prozent der 4.000 befragten Privatkunden darauf, dass ihr Anbieter in ihrem Sinne handelt. Unternehmen, die nicht aus der Finanzbranche stammen, gestehen das nur 39 Prozent der Kunden zu. Bei der Frage nach Sicherheit und Schutz der eigenen Daten halten sogar 64 Prozent der Befragten Finanzdienstleister für vertrauenswürdiger als Nicht-Finanzdienstleister (46 Prozent).

Die bisherigen drei wichtigsten Kategorien des Finanzbedarfs –Kreditvergabe/-aufnahme, Vermögenssicherung und Vermögensbildung – könnten bald neuen weichen. Die Analysten sehen in der Zukunft vor allem Geldtransfer (wie Überweisungen und Zahlungen), Ausgabenmanagement und Verbesserung des Einkommens im Fokus der Kunden.

„Finanzdienstleister, denen es gelingt, die Bedürfnisse der Kunden abzudecken und sie erfolgreich zu managen, werden auch langfristig in der Gunst der Kunden weit vorne liegen“, schlussfolgert Kütz daraus und nennt ein Beispiel. 

Gelänge es einem Finanzdienstleister, einen durchschnittlichen deutschen Haushalt durch entsprechende Beratung oder Apps dabei zu unterstützen, seine Ausgaben um 4 Prozent zu senken, schaffe er sich damit einen jährlichen Mehrwert von etwa 1.188 Euro. Das entspreche in etwa den durchschnittlichen jährlichen Ausgaben eines Haushalts für Gesundheit. Um einen analogen Effekt aus sicheren Tagesgeld-Anlagen zu erwirtschaften, bräuchte man rund 120.000 Euro an Kapitalstock oder alternativ bei riskanteren Immobilienfonds immer noch knapp 24.000 Euro.

Das Fazit:

„Wenn es den Finanzdienstleistern gelingt, ihren Vertrauensvorsprung gegenüber den Technologieunternehmen zu halten und gleichzeitig den Bedürfnissen der Kunden zu entsprechen, sind sie gegen Angriffe aus anderen Industrien gerüstet“, so Expertin Kütz.

Autorin

Juliana Demski gehörte dem Pfeffi-Team seit 2016 an. Sie war Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Das Unternehmen hat sie im Januar 2024 verlassen.

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