Fake-Gewinnspiele, Phishing-Versuche & Co.

Wie Cyberkriminelle die Fußball-WM für Angriffe nutzen

Im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland wurde über die Gefahr durch Terror oder Hooligans berichtet. Real ist aber auch die Bedrohung aus dem Internet. Denn sportliche Großveranstaltungen locken regelmäßig Hacker an.
© dpa/picture alliance
Ein technischer Mitarbeiter der FIFA demonstriert im Kontrollraum für Videobeweise bei der WM in Russland die Arbeitsweise der Video-Assistenz-Schiedsrichter (VAR). Der Einzug der Digitalisierung in die Stadien ruft auch Hacker auf den Plan.

Wie in allen anderen Bereichen des Lebens gehören smarte Technologien und das Internet of Things auch zum Sport dazu. „Smart Stadium“ ist hier der Schlüsselbegriff. Auch die Stadien in Russland verfügen über diese Technologien, berichten Medien. Das beginne bei digitalen Ticket-Schaltern, funktioniere über Kiosksysteme in der Gastronomie, beträfe automatisierte Parkleitsysteme und digitale Werbeflächen sowie Wlan-Hotspots. Wie angreifbar diese Systeme tatsächlich seien, lasse sich nur schwer abschätzen. Allerdings könnten vor allem Angriffe auf sicherheitskritische Systeme der Sportanlagen wie Brandschutz und Zugangskontrollen extrem gefährlich sein.

Zudem könnten die Besucher auch unmittelbarer ins Visier der Hacker gelangen. Denn die digitalen Möglichkeiten für Zuschauer und Fans eröffnen laut it-daily.net „neue Dimensionen an Cyberbedrohungen“. Phishing-Versuche, Fake Domains, Malware und gehackte Wifi-Netze zu den Klassikern, mit denen Zuschauer, Besucher und Fans von Großveranstaltungen rechnen müssen. Auch durch Apps, die über den aktuellen Spielstand informieren, die Programmhinweise geben oder den schnellsten Weg zum Public Viewing zeigen, sind Cyber-Attacken möglich – ebenso wie über Gewinnspiele, die Tickets und Fan-Artikel verlosen.

Öffentliche Netze zum Datenmissbrauch nutzen

Diese Technologien stehen per Smartphone, Tablet oder auch über die Smartwatch zur Verfügung. Oftmals werden zum Teilen der Inhalte öffentliche Wifi-Netze genutzt. Und hier schlagen die Cyber-Kriminellen gern zu, um dem IT-Portal zufolge „gefährliche Malware auf mobilen Geräten einzuschleusen und zu verbreiten sowie sensible Daten wie Bankverbindung und Kreditkartennummern abzugreifen“.

Und auch der Sport selbst ist bedroht. Waren es früher Doping- oder Schiedsrichterskandale, die den Wettkampf unsportlich werden lassen konnten, sind heute neue Systeme, wie der Videobeweis und die Zeiterfassung Einfallstore für Manipulationen.

„Bislang fanden Cyberattacken, wie etwa bei den Olympischen Spielen in Brasilien oder Südkorea, lediglich im Umfeld der Sportereignisse statt. Dass ein Stadium selbst zur Zielscheibe wird, ist jedoch keineswegs abwegig“, wird Adam Cook, Cyber Intelligence Analyst bei Digital Shadows, bei it-daily.net zitiert.

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Autorin

Manila Klafack war bis März 2024 Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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